Nu Holdings-Aktie: Dieses brasilianisches Fintech ist eine Wachstumsmaschine
Digitalbank mit strukturellem Wettbewerbsvorteil
Nu Holdings verbindet Fintech und klassisches Bankgeschäft. Der Konzern ist in den Bereichen Privatkundengeschäft, Vermögensverwaltung und Kryptohandel aktiv und setzt dabei konsequent auf digitale Strukturen.
Die technologische Stärke zeigt sich insbesondere in der mobilen App, der KI-Infrastruktur und dem automatisierten Kundenservice. Das vollständig filiallose Modell ermöglicht zudem eine Kostenstruktur, die traditionelle Banken nur schwer kurzfristig nachbilden können.
Bekannt wurde Nu Holdings unter anderem durch den Einstieg von Berkshire Hathaway im Jahr 2022. Der US-Investmentkonzern verkaufte seine Beteiligung später wieder, während Nu Holdings selbst weiter wuchs und seine Profitabilität steigerte.
Gleichzeitig bleibt die Zahl der Menschen mit eingeschränktem Zugang zu Bankdienstleistungen in Lateinamerika hoch. Neben Brasilien bieten daher insbesondere Mexiko und Kolumbien noch erhebliches Wachstumspotenzial.
Quartalszahlen bestätigen Dynamik
Die jüngsten Zahlen fielen erneut überzeugend aus. Nu Holdings erreichte 139 Millionen Kunden, vier Millionen mehr als im vorherigen Quartal. Der Nettozinsertrag stieg um 39 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar, der Bruttogewinn um 43 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar.
Der Nettogewinn erreichte 1,1 Milliarden Dollar und lag damit 17 Prozent über dem Vorquartal. Das Kreditportfolio wuchs auf 39,4 Milliarden Dollar und damit um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Auch die Profitabilität bleibt stark. Die Effizienzquote lag bei lediglich 19,5 Prozent, die Eigenkapitalrendite bei 33 Prozent. Die Ausfallquoten von 4,8 Prozent bei 15 bis 90 Tagen und 6,9 Prozent bei mehr als 90 Tagen zeigen zwar gewisse Kreditrisiken, bewegen sich für das Geschäftsmodell aber weiterhin auf einem vertretbaren Niveau.
Expansion schafft neue Wachstumschancen
Der nächste große Wachstumsschritt könnte in den USA erfolgen. Der Markt ist riesig, gleichzeitig aber deutlich stärker umkämpft als die bisherigen Kernmärkte von Nu Holdings. Vor allem die Kosten für die Gewinnung neuer Kunden dürften dort deutlich höher ausfallen.
Mexiko und Kolumbien bieten dagegen ein Umfeld, das stärker dem brasilianischen Heimatmarkt ähnelt. Beide Länder verfügen über eine große Zahl von Menschen mit eingeschränktem Zugang zu Finanzdienstleistungen. Die bisherige Entwicklung zeigt, dass Nu Holdings sein Geschäftsmodell auch dort skalieren kann.
Auch in Brasilien bestehen weitere Chancen. Das Unternehmen kann neue Produkte und Kundensegmente erschließen und damit trotz seiner bereits großen Kundenbasis weiter wachsen.
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Bewertung im Vergleich erhöht
Mit rund dem 20-Fachen des Gewinns, dem 8,47-Fachen des Umsatzes und dem 5,37-Fachen des Buchwerts ist Nu Holdings deutlich höher bewertet als klassische Banken.
Die Prämie lässt sich jedoch durch das überdurchschnittliche Wachstum und die hohe Profitabilität erklären. Das PEG-Verhältnis von 0,36 deutet auf eine vergleichsweise attraktive Bewertung gemessen am Gewinnwachstum hin.
Zudem erreichte Nu Holdings zuletzt eine Nettomarge von 42,7 Prozent, eine Eigenkapitalrendite von 31,6 Prozent und eine Gesamtkapitalrendite von 4,36 Prozent. Damit liegt das Unternehmen bei wichtigen Profitabilitätskennzahlen deutlich über dem Branchendurchschnitt.
Typische Risiken
Die größte Unsicherheit liegt im Kreditgeschäft. Die Ausfallquoten liegen über denen vieler nordamerikanischer Banken und teilweise auch über denen brasilianischer Wettbewerber.
Hinzu kommen die Risiken der US-Expansion. Noch ist offen, ob das kostengünstige Digitalmodell dort ähnlich erfolgreich funktioniert wie in Lateinamerika. Auch das politische und regulatorische Umfeld Brasiliens bleibt ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor.
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Fazit
Nu Holdings kombiniert hohes Wachstum mit außergewöhnlicher Profitabilität und einem skalierbaren Geschäftsmodell. Trotz der erhöhten Bewertung im Vergleich zu klassischen Bankentiteln sprechen die langfristigen Wachstumsperspektiven deutlich für die Aktie.
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