Oklo-Aktie nach Zahlen: Verluste steigen – Projekte machen Tempo
Verlust fällt höher aus – Umsatz überrascht
Oklo erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von rund 1,2 Millionen US$. Das ist zwar auf absoluter Basis weiterhin wenig, lag aber deutlich über der Analystenerwartung von lediglich rund 84.000 US$. Beim Ergebnis sah es schwächer aus: Der bereinigte Verlust je Aktie lag bei 0,28 US$, erwartet worden waren rund 0,16 US$ Verlust.
Auf Jahressicht summierte sich der Nettoverlust bis Ende Juni auf 81,6 Millionen US$. Der operative Verlust lag sogar bei 124,2 Millionen US$, wurde aber teilweise durch 44,5 Millionen US$ an Zins- und Dividendenerträgen ausgeglichen. Oklo ist damit weiter klar in der Aufbauphase und verdient mit dem eigentlichen Kerngeschäft noch kaum Geld.
Finanziell hat das Unternehmen dafür weiterhin viel Spielraum. Ende des Quartals lagen rund 3 Milliarden US$ in Cash und handelbaren Wertpapieren auf der Bilanz. Allein 2026 hat Oklo über Aktienplatzierungen rund 1,9 Milliarden US$ neues Kapital aufgenommen.
Bleibe über die jüngsten Entwicklung in der Atomenergie auf dem Laufenden und abonniere hier gleich unseren kostenlosen SD Insider Newsletter!
Oklo erhöht die Ausgaben deutlich
Mit den Zahlen hat Oklo auch seine Ausgabenprognose nach oben gesetzt. Für 2026 rechnet das Unternehmen nun mit einem operativen Cashverbrauch von 120 bis 150 Millionen US$. Zuvor waren nur 80 bis 100 Millionen US$ vorgesehen. Auch die Investitionen in Sachanlagen sollen auf 400 bis 500 Millionen US$ steigen, nach zuvor 350 bis 450 Millionen US$.
Das klingt im ersten Moment negativ, hängt laut Management aber vor allem damit zusammen, dass einige Projekte schneller vorangetrieben werden. Mehr Geld fließt unter anderem in Aurora-INL, Netzanschlüsse, Beschaffung und erste Bauarbeiten. Der geplante kommerzielle Start von Aurora-INL im Jahr 2028 bleibt bestehen.
Für Anleger bleibt das trotzdem ein Punkt, den man im Auge behalten muss. Oklo verfügt zwar über viel Liquidität, gleichzeitig steigt der Kapitalbedarf deutlich. Verzögerungen bei Genehmigungen oder Bauprojekten könnten deshalb schnell teuer werden.
Bei den Projekten gibt es echte Fortschritte
Wichtiger als der aktuelle Umsatz sind bei Oklo derzeit die Projektfortschritte. Das US-Energieministerium hat die vorläufige Sicherheitsanalyse für Aurora-INL genehmigt. Damit ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Bau und späteren Betrieb des ersten kommerziellen Aurora-Reaktors geschafft.
Auch beim Isotopengeschäft gab es einen größeren Meilenstein. Der Reaktor Groves hat Anfang August erstmals Kritikalität erreicht, also den Punkt, an dem eine selbsterhaltende Kernreaktion möglich ist. Oklo will daraus perspektivisch ein eigenes Geschäft mit Radioisotopen aufbauen. Erste Umsätze aus diesem Bereich werden für die erste Jahreshälfte 2027 erwartet.
Dazu kommt die Zusammenarbeit mit Nvidia und dem Los Alamos National Laboratory. Gemeinsam arbeitet man an KI-Modellen, digitalen Zwillingen und Simulationen, die unter anderem bei der Entwicklung und Validierung von Kernbrennstoffen helfen sollen. Oklo versucht damit nicht nur Reaktoren zu bauen, sondern eine komplette Plattform aus Stromerzeugung, Brennstoff und Isotopen.
Brennstoff bleibt ein wichtiger Punkt
Ein großer Engpass für neue Kernreaktoren ist weiterhin die Versorgung mit geeignetem Brennstoff. Oklo versucht deshalb, sich hier möglichst breit aufzustellen. Mit Centrus gibt es eine Absichtserklärung über HALEU-Lieferungen, die ab 2029 beginnen sollen und bis zu fünf Aurora-Reaktoren über mehrere Jahre versorgen könnten.
Parallel arbeitet Oklo an einer eigenen Brennstofffabrik. Die Ausrüstung für die Aurora Fuel Fabrication Facility befindet sich bereits in Produktion, der Start ist für 2027 vorgesehen. Zusätzlich verhandelt das Unternehmen mit dem US-Energieministerium über die mögliche Nutzung von überschüssigem Plutonium als Übergangslösung.
ℹ️ Oklo in Kürze
- Oklo (WKN: A3CUTU) ist ein 2021 gegründetes Nukleartechnologieunternehmen mit Sitz in Santa Clara in Kalifornien.
- Kerngeschäft von Oklo ist die Entwicklung und Konstruktion kleiner modularer Reaktoren (Small Modular Reactors oder SMR).
- SMR lassen sich wesentlich schneller und günstiger produzieren als herkömmliche Atomgroßkraftwerke und sind eine gut skalierbare Option zur lokalen Versorgung mit Atomenergie.
- Zudem forscht Oklo an der Optimierung der Brennstoffzyklen von Nuklearbrennstoffen und entwickelt Technologien zur Wiederverwertung von nuklearem Abfall.
- Oklo notiert an der New York Stock Exchange und ist aktuell ca. 7,8 Milliarden US$ wert.
Oklo kaufen, halten oder verkaufen? Unsere zehnköpfige Redaktion berichtet regelmäßig über Oklo und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.
Oklo weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »
Fazit
Brennstoff bleibt ein wichtiger Punkt
Die Zahlen waren unterm Strich gemischt. Der Verlust fiel höher aus als erwartet und Oklo will deutlich mehr investieren. Auf der anderen Seite kommt das Unternehmen bei Aurora-INL, Groves und der eigenen Brennstoffversorgung weiter voran und hat mit rund 3 Milliarden US$ noch viel finanziellen Spielraum. Für Anleger wird deshalb vor allem wichtig sein, ob Oklo die nächsten Schritte bei Genehmigungen, Bau und Inbetriebnahme wie geplant schafft. Der Start von Aurora-INL im Jahr 2028 bleibt dabei ein zentraler Meilenstein. Bis dahin werden neue Projektfortschritte und Partnerschaften immer wieder für größere Kursbewegungen sorgen.