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PayPal-Aktie: Neue Übernahmespekulation treibt den Kurs

Einigung voraus?
Redaktion
Die PayPal-Aktie steht erneut im Fokus eines Übernahmepokers, nachdem Stripe und der Finanzinvestor Advent International offenbar erneut über eine Akquisition des Zahlungsdienstleisters verhandeln. Das könnte der PayPal-Aktie zusätzlichen Auftrieb verleihen.

Übernahmegespräche offenbar wieder aufgenommen

Im Juli hatte Stripe mit finanzieller Unterstützung seines Private-Equity-Partners Advent International ein Angebot zur Übernahme von PayPal in Höhe von 53 Milliarden US-Dollar vorgelegt. Das entsprach einem Preis von 60,50 US-Dollar je Aktie. Das Management von PayPal lehnte die Offerte jedoch ab.

Mittlerweile sollen beide Seiten wieder am Verhandlungstisch sitzen. Ein erneutes Angebot könnte damit wahrscheinlicher werden. Angesichts der Größe von PayPal, seiner starken Marktposition im digitalen Zahlungsverkehr und der zuletzt nachlassenden Wachstumsdynamik könnte eine Übernahme sowohl für das Unternehmen als auch für seine Aktionäre attraktiv sein.

Bemerkenswert ist zudem, dass die PayPal-Aktie inzwischen über dem ursprünglichen Angebotspreis von 60,50 US-Dollar notiert. Der Aktienkurs signalisiert damit bereits, dass der Markt offenbar mit einer verbesserten Offerte rechnet.

PayPal bleibt für Stripe strategisch attraktiv

Mit rund 439 Millionen Kundenkonten gehört PayPal zu den größten Fintech-Plattformen der Welt. In den vergangenen zwölf Monaten erwirtschaftete das Unternehmen im Durchschnitt mehr als eine Milliarde US-Dollar freien Cashflow pro Quartal. Gleichzeitig dürfte das gesamte Zahlungsvolumen im laufenden Geschäftsjahr die Marke von zwei Billionen US-Dollar erreichen.

Damit wird deutlich, weshalb Stripe trotz der ersten Zurückweisung an PayPal interessiert sein könnte. Besonders attraktiv dürfte die Entwicklung von Venmo sein. Das Zahlungsvolumen von Venmo legte im zweiten Quartal um 14 Prozent zu und verzeichnete damit bereits das zweite Quartal in Folge ein Wachstum im mittleren Zehnerprozentbereich. Für PayPal könnte Venmo damit weiterhin zu den wichtigsten Wachstumstreibern gehören.

Das gesamte Zahlungsvolumen, kurz TPV, beschreibt den Geldbetrag, der innerhalb eines bestimmten Zeitraums über eine Zahlungsplattform abgewickelt wird. Die Kennzahl ist für Zahlungsdienstleister von großer Bedeutung, da sie die Grundlage für transaktionsabhängige Gebühren und damit für die Skalierung des Geschäfts bildet.

Bei PayPal belief sich das TPV in den vergangenen zwölf Monaten auf 1,79 Billionen US-Dollar, was einem Wachstum von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auf Basis der Zahlen für das zweite Quartal dürfte PayPal im laufenden Geschäftsjahr ein Zahlungsvolumen von rund zwei Billionen US-Dollar erreichen.

Stripe kam im vergangenen Jahr auf ein TPV von rund 1,9 Billionen US-Dollar. Gleichzeitig wächst das Unternehmen deutlich schneller. Im Jahr 2025 stieg das Zahlungsvolumen von Stripe um rund 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit überholte Stripe PayPal erstmals beim gesamten Zahlungsvolumen.

Auf Basis der Zahlen für 2025 wächst Stripe beim TPV damit nahezu fünfmal schneller als PayPal. Ein wesentlicher Grund dafür ist die starke Position von Stripe als Zahlungsabwickler für kleine und mittelständische Onlinehändler.

Ein höheres Angebot könnte für beide Seiten sinnvoll sein

Eine Erhöhung des bisherigen Übernahmeangebots wäre aus strategischer Sicht nachvollziehbar. Stripe ist traditionell stark auf Händler und Unternehmen ausgerichtet, während PayPal über mehr als zwei Jahrzehnte eine umfangreiche, verbraucherorientierte Zahlungsplattform aufgebaut hat.

Durch eine erfolgreiche Übernahme könnte Stripe somit Zugriff auf die riesige Kundenbasis von PayPal sowie auf das Venmo-Geschäft erhalten. Diese Vermögenswerte würden das bestehende Händlergeschäft von Stripe sinnvoll ergänzen und könnten dem Konzern eine deutlich breitere Position im digitalen Zahlungsverkehr verschaffen.

Auch aus finanzieller Sicht wäre ein höheres Angebot für Stripe und Advent nicht zwangsläufig unattraktiv. Sollte der bisherige Angebotspreis von 60,50 US-Dollar um 15 bis 20 Prozent steigen, ergäbe sich ein hypothetischer Kaufpreis von rund 70 bis 73 US-Dollar je PayPal-Aktie.

Selbst auf diesem Niveau würde die Bewertung für Stripe und Advent vergleichsweise günstig ausfallen. Der Kaufpreis entspräche etwa dem 13- bis 14-Fachen des für 2026 erwarteten bereinigten Gewinns und ungefähr dem 12- bis 13-Fachen der für 2027 prognostizierten Gewinne.

Aktienkurs spricht für eine höhere Offerte

Die PayPal-Aktie wird derzeit auf Basis der Gewinnschätzungen für 2027 mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 10,4 bewertet. Das bislang bekannte Angebot von 60,50 US-Dollar liegt inzwischen unter dem aktuellen Aktienkurs von über 61 US-Dollar.

Das ist bemerkenswert, denn normalerweise würde eine Aktie bei einem gescheiterten oder unveränderten Übernahmeangebot deutlich unter dem gebotenen Preis notieren. Dass PayPal derzeit darüber gehandelt wird, deutet darauf hin, dass Anleger eine höhere Offerte zumindest teilweise einpreisen.

Eine Bewertung im mittleren Bereich der 70-Dollar-Zone erscheint angesichts der Profitabilität von PayPal ebenfalls vertretbar. Ein verbessertes Angebot von Stripe und Advent könnte daher nicht nur die Erwartungen des Marktes erfüllen, sondern auch näher an den fundamentalen Wert des Zahlungsdienstleisters heranrücken.

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Scheitert der Deal, droht ein deutlicher Rückschlag

Das größte Risiko für die PayPal-Aktie liegt derzeit in einem Scheitern der Übernahmegespräche. Sollten sich PayPal, Stripe und Advent nicht auf einen angemessenen Kaufpreis einigen können, könnte die Aktie ihren aktuellen Übernahmeaufschlag schnell verlieren.

In diesem Fall wäre ein Rückfall auf das Kursniveau vor Bekanntwerden der Übernahmegespräche denkbar. Ein Kurs von unter 50 US-Dollar wäre dann nicht auszuschließen.

Ohne einen Verkauf müsste PayPal Anleger zudem wieder stärker mit der eigenen operativen Entwicklung überzeugen. Das Unternehmen kämpft weiterhin mit einem insgesamt verhaltenen Wachstum im Zahlungsverkehr. Neben Venmo fehlen derzeit größere organische Wachstumstreiber, sodass interne Restrukturierungsmaßnahmen und Aktienrückkäufe stärker in den Vordergrund rücken dürften.

ℹ️ PayPal in Kürze

  • PayPal (WKN: A14R7U) betreibt den weltweit bekanntesten Online-Bezahldienst. Im letzten Quartal nutzten über 439 Millionen Verbraucher weltweit den Service für Online-Überweisungen und die Bezahlung von Rechnungen im Internet.
  • Das Unternehmen mit Sitz in San José im US-Bundestaat Kalifornien ist Teil des Nasdaq 100 und des S&P 500 Index.
  • PayPal ist aktuell an der Börse mit rund 52 Milliarden US$ bewertet.

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Redaktion

Fazit

Die erneute Aufnahme der Gespräche zwischen Stripe und Advent erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass PayPal ein verbessertes Übernahmeangebot erhalten könnte. Eine Anhebung um 15 bis 20 Prozent auf etwa 70 bis 73 US-Dollar je Aktie wäre strategisch plausibel und würde Stripe zugleich weiterhin eine vergleichsweise günstige Übernahme ermöglichen.

Für PayPal-Aktionäre bleibt damit das Chancen-Risiko-Verhältnis interessant: Ein höheres Angebot könnte der Aktie erhebliches weiteres Potenzial eröffnen, während ein Scheitern der Verhandlungen einen deutlichen Kursrückgang zur Folge haben könnte. Die aktuelle Aktienkursentwicklung zeigt bereits, dass der Markt eine Fortsetzung der Übernahmegespräche mit positivem Ausgang offenbar als realistisch betrachtet.

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