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DocMorris hebt die Prognose kräftig an – warum die Aktie trotzdem verliert

Online-Apotheken im Aufwind
Carsten Kaletta
DocMorris liefert starke Halbjahreszahlen und wird für 2026 deutlich optimistischer. Vor allem das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten gewinnt massiv an Fahrt, gleichzeitig rückt die operative Gewinnschwelle näher. Die Aktie sprang vorbörslich zunächst um fast 5 % nach oben – doch die Freude hielt nicht lange an: An der Schweizer Heimatbörse dreht der Titel ins Minus und verliert am Mittwochvormittag rund 2 %. Was ist da los?

Online-Apotheken nehmen wieder Fahrt auf

Bei den Online-Apotheken läuft es wieder deutlich besser. Nachdem der Konkurrent Redcare Pharmacy zuletzt bereits seine Prognose angehoben hatte, zieht nun auch DocMorris nach. Die Schweizer haben am Mittwoch ihre endgültigen Zahlen für das erste Halbjahr präsentiert und dabei die bereits im Juli gemeldete starke Umsatzentwicklung bestätigt.

Vor allem eine Entwicklung macht Anlegern Hoffnung: Das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten nimmt kräftig Fahrt auf – und DocMorris kommt gleichzeitig der operativen Gewinnschwelle immer näher.

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Umsatz wächst zweistellig

Im ersten Halbjahr erhöhte sich der Außenumsatz um 12,5 % auf 627,8 Millionen CHF. Der Umsatz legte sogar um 13,4 % auf 599,2 Millionen CHF zu. Nach Angaben des Unternehmens trugen sämtliche Segmente und Geschäftsbereiche zum Wachstum bei.

Noch wichtiger als das Umsatzplus ist derzeit allerdings die Entwicklung auf der Ergebnisseite. Der bereinigte operative Verlust (EBITDA) verringerte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17,9 Millionen CHF auf nur noch 10,9 Millionen CHF.

Damit hat DocMorris seinen operativen Verlust innerhalb eines Jahres mehr als halbiert. Auch die Entwicklung innerhalb des ersten Halbjahres zeigt in die richtige Richtung: Im zweiten Quartal lag das bereinigte EBITDA bei −4,6 Millionen CHF und damit besser als noch zu Jahresbeginn.

Unter dem Strich bleibt DocMorris allerdings weiterhin deutlich in den roten Zahlen. Der Nettoverlust reduzierte sich von 61,6 auf 53,1 Millionen CHF.

E-Rezept sorgt für kräftigen Schub

Die starke Entwicklung schlägt sich auch in den Konzernzielen nieder. Für 2026 erwartet DocMorris nun einen Anstieg des Außenumsatzes um 9 bis 13 %. Bislang hatte das Management lediglich ein Wachstum im mittleren einstelligen bis unteren zweistelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt.

Auch bei der Profitabilität wird DocMorris zuversichtlicher. Das bereinigte EBITDA soll nun zwischen −10 und −17,5 Millionen CHF liegen. Zuvor hatte die Prognosespanne noch von −10 bis −25 Millionen CHF gereicht.

Entscheidend für die Investmentstory bleibt allerdings ein anderes Ziel: DocMorris bestätigt ausdrücklich, in der zweiten Jahreshälfte auf EBITDA-Basis den Breakeven erreichen zu wollen.

Gelingt das, wäre dies ein wichtiger Meilenstein. Denn hohe Wachstumsraten allein reichen den Anlegern längst nicht mehr. Der Markt will zunehmend sehen, dass sich das starke Wachstum auch in nachhaltige Profitabilität übersetzen lässt.

Aktie kann Kursplus nicht halten

Die erste Reaktion der Börse fiel entsprechend euphorisch aus. Auf der Handelsplattform Lang & Schwarz sprang die DocMorris-Aktie vorbörslich zeitweise um fast 5 % nach oben.

Doch davon ist wenige Stunden später nichts mehr übrig. An der Schweizer Heimatbörse wurde das komplette Kursplus wieder kassiert. Die Aktie liegt am Mittwochvormittag sogar mit rund 1,5 % im Minus.

Das zeigt, dass die Erwartungen an DocMorris mittlerweile gestiegen sind. Die Prognoseanhebung und das starke Rx-Wachstum sind zweifellos gute Nachrichten – offenbar aber nicht gut genug, um nach der jüngsten Erholung weitere Käufer anzulocken. Zudem bleibt der Konzern trotz der deutlichen operativen Fortschritte unter dem Strich weiterhin tief in den roten Zahlen.

ℹ️ DocMorris in Kürze

  • Die DocMorris AG (WKN: A0Q6J0) gehört zu den führenden E-Commerce-Apotheken.
  • Der Hauptsitz befindet sich in der schweizerischen Stadt Frauenfeld. Das Unternehmen konzentriert sich fast ausschließlich auf den deutschen Markt.
  • Die Aktie wird an der Schweizer Börse gehandelt; die Marktkapitalisierung beträgt knapp 521 Millionen SFR.

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Carsten Kaletta

Fazit

Operativ befindet sich DocMorris auf einem überzeugenden Wachstumskurs. Vor allem das dynamische E-Rezept-Geschäft und die starke Entwicklung der TeleClinic sprechen für weitere Fortschritte. Dazu kommt: Die Verluste sinken deutlich und der für die zweite Jahreshälfte angepeilte EBITDA-Breakeven rückt näher.

Kurzfristig erscheint das Kurspotenzial nach der starken Rally allerdings begrenzt – darauf deutet auch die heutige Kursreaktion hin. Für langfristig orientierte Anleger bleibt die spekulative Investmentstory dennoch attraktiv, sofern DocMorris den eingeschlagenen Weg zur nachhaltigen Profitabilität konsequent fortsetzt.

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