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Rheinmetall-Aktie: Wer gewinnt den Kampf um 1.233 €?

Saisonalität spricht für die Bären
Die Rheinmetall-Aktie liefert sich derzeit ein echtes Tauziehen zwischen Bullen und Bären. Seit meiner letzten Analyse konnten die Käufer den drohenden Rückschlag zunächst verhindern und den Titel wieder bis auf aktuell 1.216 € führen. Damit steht nun erneut die massive Widerstandszone zwischen 1.177 und 1.233,40 € im Mittelpunkt. Ausgerechnet jetzt beginnt jedoch eine saisonal eher schwierige Phase.

Operative Stärke trifft auf hohe Erwartungen

Fundamental bleibt Rheinmetall zweifellos eine Wachstumsstory. Im zweiten Quartal sprang der Umsatz im Jahresvergleich um rund +70% auf 3,29 Milliarden €, während sich das operative Ergebnis auf 562 Millionen € mehr als verdoppelte. Gleichzeitig verfünffachte sich der Neuauftragseingang auf rund 11,4 Milliarden € und der gesamte Auftragsbestand liegt inzwischen oberhalb von 80 Milliarden €. Die Frage nach einer weiterhin möglichen Unterbewertung trotz der hohen Wachstumsraten bleibt damit durchaus berechtigt.

Charttechnisch ist die Ausgangslage jedoch weniger eindeutig. Der starke Erholungsimpuls seit dem Junief hat den Kurs zurück an die bekannte Widerstandszone geführt. Ein nachhaltiger Ausbruch über 1.233,40 € steht weiterhin aus. Genau hier entscheidet sich, ob aus der Erholung tatsächlich eine größere Trendwende wird oder ob die Bären erneut übernehmen.

In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.

Die Saisonalität mahnt zur Vorsicht

Quelle: seasonax

Zusätzliche Spannung liefert der saisonale Verlauf der Rheinmetall-Aktie. Über die vergangenen 32 Jahre zeigt sich ab Mitte August bis weit in den Herbst hinein eine tendenziell schwache Phase. Insbesondere August, September, Oktober und November weisen im Durchschnitt überwiegend negative Monatsrenditen auf. Der Oktober sticht dabei als besonders schwacher Monat hervor.

Auch die langfristige Saisonkurve zeigt ab dem aktuellen Zeitpunkt eine zunehmende Abwärtstendenz, die sich bis in den November hinein erstreckt. Erst gegen Jahresende verbessert sich das saisonale Bild wieder. Natürlich liefert die Saisonalität keine Garantie für fallende Kurse, doch sie verstärkt derzeit das ohnehin vorhandene charttechnische Risiko.

Zur Signallage

Quelle Chart: stock3

Scheitert die Rheinmetall-Aktie erneut innerhalb der Widerstandszone zwischen 1.177 und 1.233,40 €, dürfte sich der Verkaufsdruck wieder erhöhen. Unterhalb von 1.122 € wäre der jüngste Erholungsimpuls klar beschädigt und eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung wahrscheinlich. In diesem Fall würde erneut der Kreuzsupport aus 946,60 € und der dort verlaufenden mittelfristigen Aufwärtstrendlinie in den Fokus rücken. Die saisonal schwache Phase bis in den Herbst hinein unterstützt dieses derzeit präferierte Szenario zusätzlich.

Erst ein nachhaltiger Ausbruch über 1.233,40 € würde die bärische Ausgangslage relativieren. Dann könnte sich die Erholung zunächst bis 1.318,34 € fortsetzen. Oberhalb davon wäre weiteres Potenzial bis 1.458,53 € vorhanden. Für dieses Szenario müssten die Käufer allerdings zunächst den seit Wochen umkämpften Widerstandsbereich überzeugend aus dem Weg räumen.

ℹ️ Rheinmetall in Kürze

  • Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
  • Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
  • Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
  • Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 56 Milliarden €.

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Fazit

Die Rheinmetall-Aktie steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung. Fundamental spricht vieles weiterhin für den Rüstungskonzern, doch charttechnisch wartet zwischen 1.177 und 1.233,40 € eine massive Widerstandszone. Hinzu kommt eine historisch eher schwache saisonale Phase bis in den Herbst hinein. Oberhalb von 1.233,40 € würde sich das Bild zugunsten der Bullen drehen und Potenzial bis 1.318,34 sowie später 1.458,53 € eröffnen. Bleibt der Befreiungsschlag dagegen aus, wächst insbesondere unter 1.122 € wieder das Risiko eines Rückfalls bis 946,60 €. Für eine Diskussion über 2.000 € ist es daher noch deutlich zu früh.

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