D-Wave Quantum: Die beste Quantencomputer-Aktie?
Nach unserer Analyse bestätigt sich der Eindruck, dass sich D-Wave Quantum gegenüber anderen börsennotierten Quantencomputer-Anbietern deutlich abhebt und deshalb weiterhin eine besonders positive Bewertung verdient.
Während Konkurrenten wie IonQ inzwischen ebenfalls Fortschritte bei der Kommerzialisierung erzielen, basiert die Einschätzung nicht allein auf aktuellen Umsätzen. Der gesamte Quantencomputing-Markt befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase. Die heutigen Erlöse spiegeln das langfristige Potenzial der Branche kaum wider.
Ebenso wenig entscheidet ausschließlich die zugrunde liegende Technologie über den künftigen Erfolg. Jede Architektur besitzt eigene Stärken und Schwächen. Wahrscheinlich werden sich unterschiedliche Ansätze je nach Anwendungsgebiet dauerhaft etablieren.
Annealing verschafft D-Wave entscheidenden Vorsprung
D-Wave verfolgt mit seinem Annealing-Ansatz einen anderen Weg als die meisten Wettbewerber. Statt Berechnungen über eine Folge logischer Quantengatter auszuführen, sucht das System nach dem energieärmsten Zustand eines Problems. Auf diese Weise lassen sich insbesondere komplexe Optimierungsaufgaben besonders effizient lösen.
Gerade bei der Optimierung logistischer Abläufe, Produktionsprozesse oder Finanzportfolios spielt dieser Ansatz seine Stärken aus. Unternehmen können beispielsweise Einsatzpläne, Lieferketten oder Ressourcenzuweisungen deutlich schneller berechnen als mit klassischen Verfahren.
Als Beispiel wurde auf einen Industriekunden verwiesen, der die Berechnungszeit für die Containerplanung von rund zehn Stunden auf wenige Sekunden reduzieren konnte. Solche Anwendungen zeigen, dass die Technologie bereits heute praktische Probleme löst und nicht mehr ausschließlich Forschungszwecken dient.
Milliardenmarkt statt kleiner Marktnische
Immer wieder wird Annealing als Speziallösung für einen begrenzten Markt beschrieben. Das Management von D-Wave widerspricht dieser Einschätzung entschieden.
Nach eigenen Angaben entfällt etwa ein Viertel des künftig erwarteten Quantencomputing-Marktes auf Optimierungsaufgaben. Daraus ergibt sich ein potenzieller Markt im dreistelligen Milliardenbereich. Sollte sich diese Prognose bestätigen, wäre Annealing keineswegs eine Randtechnologie, sondern ein bedeutender Teil des gesamten Quantenmarktes.
Zwar arbeiten auch andere Unternehmen an ähnlichen Konzepten. D-Wave sieht jedoch aufgrund seiner langjährigen Erfahrung und der speziell entwickelten Hardware weiterhin einen deutlichen technologischen Vorsprung.
Parallel entsteht ein zweites Standbein
Besonders interessant ist, dass sich D-Wave längst nicht mehr ausschließlich auf Annealing konzentriert.
Das Unternehmen entwickelt zusätzlich einen Gate-basierten Quantencomputer und erweitert damit sein Geschäft auf nahezu alle wichtigen Bereiche der Quanteninformatik. Während viele Wettbewerber ausschließlich auf Gate-Systeme setzen, verfolgt D-Wave künftig beide Technologien parallel.
Damit könnte das Unternehmen sowohl den Optimierungsmarkt bedienen als auch klassische Gate-Anwendungen übernehmen und sich deutlich breiter aufstellen als viele Konkurrenten.
Übrigens: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.
Dual-Rail-Qubits sollen Geschwindigkeit und Genauigkeit vereinen
Ein zentrales Element der Gate-Strategie sind die sogenannten Dual-Rail-Qubits.
Diese Technologie soll hohe Rechengeschwindigkeit mit einer gleichzeitig außergewöhnlich hohen Genauigkeit verbinden. Nach Unternehmensangaben erkennen die Qubits einen Großteil möglicher Fehler bereits während ihrer Entstehung. Gleichzeitig sollen deutlich weniger physische Qubits benötigt werden, um einen logischen Qubit aufzubauen.
Hinzu kommt eine eigens entwickelte kryogene Steuerung direkt auf dem Chip. Dadurch soll der enorme Verkabelungsaufwand großer Quantencomputer erheblich sinken und eine bessere Skalierbarkeit ermöglicht werden.
Sollten sich diese technischen Ziele erreichen lassen, könnte D-Wave einen wichtigen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen supraleitenden Quantenarchitekturen erzielen.
Technologie befindet sich weiterhin im Ausbau
Bis zur vollständigen Umsetzung der Gate-Plattform liegt allerdings noch ein längerer Entwicklungsweg vor dem Unternehmen. Die veröffentlichte Roadmap reicht bis in die frühen 2030er-Jahre.
Dieser Zeitplan wirkt auf den ersten Blick länger als bei einigen Wettbewerbern. Gleichzeitig verfügt D-Wave bereits heute über ein kommerziell nutzbares Annealing-System und kann dadurch schon jetzt Umsätze erzielen, während viele Konkurrenten ihre Technologien noch weiterentwickeln.
Erste kommerzielle Anwendungen schaffen Vertrauen
Ein wesentlicher Unterschied zu vielen anderen Quantenunternehmen besteht darin, dass D-Wave bereits reale Unternehmenskunden bedient.
Die Systeme werden sowohl über Cloud-Dienste als auch über installierte Hardware genutzt. Zwar bewegen sich die Umsätze noch auf niedrigem Niveau, doch die Einsatzgebiete stammen bereits aus dem industriellen Alltag.
Gerade diese alltäglichen Anwendungen gelten als wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer breiten Marktdurchdringung und langfristig steigenden Erlösen.
Zwei Technologien eröffnen größere Marktchancen
Die Kombination aus Annealing und Gate-Modellen verschafft D-Wave eine ungewöhnlich breite Positionierung.
Während andere Anbieter ausschließlich auf eine Technologie setzen, könnte D-Wave künftig Optimierungsaufgaben ebenso bedienen wie universelle Quantenberechnungen. Dadurch wächst der adressierbare Markt erheblich.
Gelingt die Umsetzung der Gate-Roadmap, könnte das Unternehmen langfristig einen deutlich größeren Anteil am gesamten Quantencomputing-Markt erreichen.
Finanzielle Lage bleibt typisch für Wachstumsunternehmen
Wie praktisch alle Unternehmen der Branche schreibt auch D-Wave weiterhin hohe Verluste.
Angesichts des frühen Entwicklungsstadiums überrascht dies jedoch kaum. Entscheidender ist derzeit die Finanzierung des weiteren Wachstums.
Die Gesellschaft verfügt über eine solide Liquiditätsposition und konnte bislang ausreichend Kapital aufnehmen, um Forschung, Entwicklung sowie strategische Übernahmen zu finanzieren. Dazu zählt auch die Übernahme von Quantum Circuits, die den Ausbau der Gate-Technologie beschleunigen soll.
Kapitalerhöhungen führen zwar zu Verwässerungen für bestehende Aktionäre, können sich langfristig jedoch auszahlen, wenn das zusätzliche Kapital zukünftiges Wachstum ermöglicht.
Bewertung bleibt Wette auf die Zukunft
Klassische Bewertungskennzahlen liefern derzeit kaum aussagekräftige Ergebnisse. Gewinne fehlen noch, sodass traditionelle Kurs-Gewinn-Verhältnisse keine sinnvolle Orientierung bieten.
Die Investmententscheidung hängt deshalb in erster Linie von der Einschätzung des langfristigen Potenzials, der persönlichen Risikobereitschaft und dem Anlagehorizont ab.
Kurzfristig bleibt die Aktie äußerst volatil. Nach einer deutlichen Kurskorrektur befindet sich der Titel aus charttechnischer Sicht weiterhin in einem schwachen Trend. Für langfristig orientierte Anleger könnte genau diese Schwächephase jedoch eine Gelegenheit darstellen, sofern die zugrunde liegende Investmentthese überzeugt.
Der langfristig vielleicht spannendste Quantenwert
Innerhalb der börsennotierten Quantenunternehmen nimmt D-Wave derzeit eine besondere Stellung ein. Die bereits kommerziell eingesetzte Annealing-Technologie, der gleichzeitige Ausbau eines Gate-basierten Systems sowie die ambitionierten Entwicklungen bei den Dual-Rail-Qubits unterscheiden das Unternehmen von vielen Wettbewerbern.
Wer bereit ist, die hohen Risiken einer noch jungen Technologiebranche zu akzeptieren und mehrere Jahre Anlagehorizont mitbringt, findet in D-Wave einen der spannendsten Vertreter des gesamten Quantencomputing-Sektors.
ℹ️ D-Wave Quantum in Kürze
- D-Wave Quantum (WKN: A3DSV9), kurz D-Wave, ist ein Hardwareunternehmen, das sich mit der Entwicklung von Quantencomputern beschäftigt.
- Das Unternehmen mit dem Hauptsitz in Burnabay, Kanada, wurde 1999 gegründet. Bekannt wurde es durch den Verkauf des ersten Quantencomputers 2011 an Lockheed Martin.
- Neben der Hauptbörse NYSE kann die Aktie auch über Tradegate gehandelt werden. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell 6,3 Milliarden US$.
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Fazit
D-Wave Quantum verbindet bereits heute kommerzielle Anwendungen mit einer langfristig angelegten Technologieoffensive. Gelingt die Umsetzung der Entwicklungspläne, könnte sich das Unternehmen als einer der wichtigsten Akteure im Quantencomputing etablieren. Die Aktie besitzt somit ein riesiges langfristiges Potenzial.
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