Almonty-Aktie -9%: Muss man sich Sorgen vor einem Downturn machen?
Eine gewaltige Kapitalmaßnahme
Der Grund für den heutigen Einbruch der Almonty-Aktie sind nicht operative Probleme, sondern eine massive Finanzierungsmaßnahme, die das Unternehmen am Donnerstagabend nach US-Börsenschluss offiziell bekannt gegeben hat. Almonty hat erfolgreich eine private Platzierung von vorrangigen Wandelanleihen (Convertible Senior Notes) im Wert von 700 Millionen US$ (mit einer Option auf weitere 100 Millionen US$) bei institutionellen Investoren untergebracht.
Bei einer Wandelanleihe haben die Käufer das Recht, ihre Anleihen später in normale Stammaktien von Almonty umzutauschen. Da das Volumen mit 700 Millionen US$ für ein Unternehmen der Größe von Almonty sehr groß ist, befürchten Altaktionäre eine erhebliche Verwässerung ihrer Anteile, sobald diese Wandlungen stattfinden.
Zudem sorgt ein typisches Phänomen bei der Ausgabe von Wandelanleihen für unmittelbaren Verkaufsdruck. Institutionelle Investoren, die diese Anleihen kaufen, sichern ihr Risiko häufig über Arbitrage-Strategien ab.
Sie kaufen die Anleihe und verkaufen gleichzeitig die zugrunde liegende Almonty-Aktie leer. Selbst in der offiziellen Pressemitteilung von Almonty wurde explizit darauf hingewiesen, dass die beteiligten Gegenparteien zur Absicherung Derivategeschäfte und Aktienverkäufe durchführen, was den Marktpreis der Stammaktien kurzfristig belasten kann.
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Kein Grund zur Sorge
Die Sorgen vor einer Verwässerung sind in diesem Fall aber ziemlich unbegründet, und zwar aus zwei Gründen:
Erstens: Der Wandlungspreis der Convertible Senior Notes wurde auf 27,40 US$ festgesetzt. Dieser Preis liegt ca. +30% über dem gestrigen Schlusskurs. Erst wenn die Almonty-Aktie auf dieses Kursniveau steigt, können die Besitzer der Wandelanleihen eine Wandlung durchführen.
Zweitens: Selbst wenn dieser Fall eintritt, hat Almonty mit einer interessanten Kapitalmaßnahme einen Schutz vor Verwässerung hergestellt. Das Unternehmen hat rund 82,6 Millionen US$ des eingenommenen Geldes sofort wieder in die Hand nimmt, um sogenannte Capped-Call-Transaktionen mit Banken abzuschließen.
Sie decken den Aktienkurs in einem Korridor zwischen dem Wandlungspreis (27,40 US$) und einer Obergrenze (Cap) von 41,36 US$ ab. Steigt die Almonty-Aktie in den kommenden Jahren und Investoren wandeln ihre Anleihen in neue Aktien um, werden die dadurch entstehenden neuen Aktien für die Altaktionäre durch die Erlöse aus den Capped-Calls wirtschaftlich fast vollständig ausgeglichen. Eine echte Verwässerung der Stimmrechte und des Gewinns je Aktie tritt für die bestehenden Aktionäre erst ein, wenn der Kurs der Almonty-Aktie über 41,36 US$ steigt – was vom heutigen Niveau aus exakt eine Verdopplung bedeuten würde.
Nichts ist in Gefahr
Die Almonty-Aktie hat sich in den letzten zwei Monaten in einem Kursbereich zwischen 17 und 23 US$ stabilisiert. Durch den heutigen Kursrückgang gerät charttechnisch nichts in Gefahr. Die Aktie bleibt weiterhin in diesem Korridor. Ich erwarte, dass sie spätestens beim Support von 17 US$ einen Halt findet.
Eine der besten Rohstoffaktien der Welt
Auch wenn der Kurssturz der Almonty-Aktie für die Aktionäre schmerzhaft ist, ist die Nachricht für die langfristige Zukunft von Almonty als enormer Erfolg zu werten. Der Rohstoffförderer zahlt für die gewaltige Summe von 700 Millionen US$ gerade einmal 2,25 % Zinsen pro Jahr bei einer Laufzeit bis 2031. Das ist in der aktuellen Zinsphase eine extrem günstige Finanzierung.
Der Löwenanteil des Geldes fließt in den finalen Ausbau und die Skalierung der Sangdong-Wolframmine. Ziel ist es, die Kapazitäten drastisch hochzufahren, um die steigende Nachfrage aus der westlichen Halbleiter- und Rüstungsindustrie autark von China bedienen zu können.
Rund 120 Millionen US$ werden genutzt, um ältere, deutlich teurere Kredite und Verbindlichkeiten vorzeitig zurückzuzahlen, wodurch Almonty seine jährliche Zinslast massiv senkt. Der Rest verbleibt als Cash-Reserve in der Bilanz für die Exploration weiterer Vorkommen.
Ich empfehle Anlegern die Almonty-Aktie auch weiterhin zum Kauf. Das Forward-KGV von 60 kann man meiner Meinung nach schon fast als Schnäppchen bezeichnen angesichts der voraussehbaren Umsatzexplosion des Wolframherstellers in den kommenden Jahren.
Der Wolframpreis hat sich in den letzten zwei Monaten auf einem extrem hohen Preisniveau von 3.000 US$ je MTU stabilisiert. Angesichts der ungebrochen hohen Nachfrage und der Tatsache, dass sich westliche Staaten (allen voran die USA) bei diesem kritischen Metall von der chinesischen Marktdominanz lösen wollen, ist nicht mit Preisrückgängen zu rechnen.
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ℹ️ Almonty Industries in Kürze
- Almonty Industries (WKN: A1JSSD) mit Sitz in Toronto, Kanada ist ein 2011 gegründetes Bergbauunternehmen. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Wolfram
- Derzeit betreibt der kanadische Rohstoffproduzent Minen in Portugal, Spanien und Südkorea.
- Die Hauptbörsen der Aktie sind die Toronto Stock Exchange und die Nasdaq; in Deutschland ist die Aktie über Tradegate handelbar. Das Unternehmen wird aktuell mit 5,6 Milliarden US$ bewertet.
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Fazit
Die Almonty-Aktie ist meiner Überzeugung nach immer noch einer der aussichtsreichen Rohstofftitel der Welt. Obwohl sich der Kurs in den letzten zwölf Monaten versechsfacht hat, traue ich der Aktie noch ein weiteres deutliches Upside zu. Der Hochlauf der Sangdong-Mine in diesem Jahr wird für eine Umsatzexplosion sorgen, die meiner Meinung nach auch den Kurs weiter befeuern wird.