GameStop-Aktie +9%: Ist der einstige Meme Stock nun ein vernünftiges Investment?
Die Erwartungen zertrümmert
Mit den vorgelegten Zahlen für das erste Quartal 2026 können Anleger in der Tat hochzufrieden sein. GameStop hat damit die Erwartungen der Wall Street regelrecht zertrümmert.
Der Umsatz der Handelskette stieg im Jahresvergleich um 14% auf 835,3 Millionen US$. Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit 766,6 Millionen US$ gerechnet.
Großer Umsatztreiber war der Bereich Collectibles, also Sammlerstücke. Hier explodierten die Erlöse auf 348,9 Millionen US$ auf 41,8% des gesamten Konzernumsatzes.
Damit waren Collectibles erstmals das größte Segment von GameStop. In den den beiden anderen Segmenten Hardware/Zubehör und Software ging der Umsatz gegenüber dem Vorjahr jedoch auf 333,7 bzw. 152,7 Millionen US$ zurück.
Die große Überraschung gelang GameStop allerdings unter dem Strich. Der Nettogewinn explodierte auf Jahressicht von 44,8 Millionen US$ auf 389,6 Millionen US$. Das ist der höchste Quartalsgewinn in der Firmengeschichte des Computerspielhändlers. Dementsprechend lag der bereinigte Gewinn je Aktie mit 0,30 US$ meilenweit über der Markterwartung von rund 0,13 US$.
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Vom 12-Monatstief abgesetzt
Der heutige Tag könnte eine Trendwende für die GameStop-Aktie einläuten. Gestern fiel der Kurs fast auf das 12-Monatstief bei 20 US$.
Durch den starken Kursgewinn kann sich die Aktie nun deutlich von diesem Tiefststand absetzen. Für einen nachhaltigen Aufwärtstrend muss GameStop allerdings den Widerstand bei ca. 26 US$ knacken.
Die Strategie geht auf
Die starken Quartalszahlen zeigen, dass die neue operative Strategie von GameStop-Boss Ryan Cohen aufzugehen scheint. Da Gamer Konsolenspiele und Hardware immer seltener physisch im Laden kaufen, setzt Cohen voll auf Trading Cards, Merchandise und Sammlerstücke, die in der Regel eine wesentlich höhere Marge als Konsolen und Spiele bieten.
Der guten Ordnung muss an dieser Stelle aber auch erwähnt werden, dass ein großer Teil des extrem hohen Nettogewinns diesmal aus den Investment-Aktivitäten von GameStop stammt. Der Einzelhändler verbuchte im letzten Quartal einen unrealisierten Gewinn von 268,4 Millionen US$ aus Derivategeschäften (Optionen) im Zusammenhang mit Aktien von eBay.
David gegen Goliath
Die Übernahme der Anzeigenplattform durch den wesentlich kleineren Computerspielhändler ist übrigens noch längst nicht vom Tisch. Obwohl die Unternehmensführung von eBay das Angebot von GameStop in Höhe von 125 US$ je Aktie abgelehnt hat, ist Ryan Cohen wild entschlossen, den Übernahmekampf zwischen David und Goliath fortzuführen.
Ende Mai stockte GameStop seine Anteile an eBay auf 7,8% auf. Cohen will sich durch eine Erhöhung der eBay-Beteiligung Sitze im Verwaltungsrat sichern und das Übernahmeangebot dadurch weiter forcieren.
Offenbar hat die Investmentbank TD Securities GameStop eine Finanzierungszusage über 20 Milliarden US$ Fremdkapital gegeben. Diese Zusage könnte den Druck auf das eBay-Management erhöhen.
Und auch die GameStop-Aktionäre werden mit einem neuen Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 2 Milliarden US$ bei der Stange gehalten. Mit einer gewaltigen Kriegskasse von insgesamt 9,7 Milliarden US$ an Barmitteln, Wertpapieren und Digital Assets, kann sich GameStop diesen massiven Rückkauf problemlos leisten.
Zum Abschluss: Weitere Aktienempfehlungen für das laufende Jahr findest Du hier: Top-Picks 2026
ℹ️ GameStop in Kürze
- GameStop (WKN: A0HGDX) ist eine US-Einzelhandelskette für Computerspiele und Unterhaltungssoftware.
- Die Kette betreibt weltweit mehr als 4.400 Filialen in Australien, Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada, Neuseeland und den USA.
- Das Unternehmen mit Sitz in Grapevine im US-Bundesstaat Texas ist an der Börse derzeit rund 9,4 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Lange Zeit war ich kein Fan der GameStop-Aktie, weil sie das Paradebeispiel eines Meme Stocks war, bei dem Social Media Hypes zu irrationalen Kursbewegungen führten. Doch inzwischen ist der Computerspielhändler zu einem interessanten Investment geworden.
Der Cash-Bestand von GameStop übersteigt aktuell sogar die Marktkapitalisierung. Das deutet angesichts der guten Geschäftsentwicklung auf eine Unterbewertung der Aktie hin. Zudem sehe ich in einer möglichen Übernahme von eBay einiges an Kursfantasie. Für spekulativ eingestellte Anleger ist die GameStop-Aktie wieder ein heißes Eisen — diesmal aber zu Recht.