Continental zieht an, Rheinmetall bricht ein: DAX-Ausblick
Der DAX hat eine wechselhafte Woche hinter sich. Unter dem Strich legte das größte deutsche Börsenbarometer 45 Punkte zu und schloss +0,19% höher mit knapp 24.338 Punkten. Die höchsten Gewinne gab es bei Continental und Infineon, Rheinmetall rutschte ans DAX-Ende. Geht es in der neuen Woche weiter nach oben?
Es geht hin und her
Zum Start in die Woche kam es infolge neuer Zolldrohungen von US-Präsident Trump zu einem kräftigen Rücksetzer. Am Dienstag meldeten sich die Bullen zurück, was auch am Mittwoch zu deutlichen Kursaufschlägen führte. Dazu trugen auch neue Entspannungssignale im Nahostkonflikt bei. Zum Ende der Woche gingen die Käufer wieder in Deckung, was sowohl am Donnerstag als auch am Freitag zu Abgaben führte.
Volatilität dürfte hoch bleiben
Nach der zuletzt holprigen Erholung am deutschen Aktienmarkt dürfte auch die kommende Börsenwoche von Unsicherheit und schnellen Richtungswechseln geprägt sein. Im Mittelpunkt steht weiterhin die geopolitische Lage im Nahen Osten. Anleger hoffen darauf, dass der fragile Waffenstillstand Bestand hat und die für den weltweiten Ölhandel zentrale Straße von Hormus wieder dauerhaft geöffnet wird. Gleichzeitig wächst jedoch die Sorge, dass neue Spannungen zwischen den USA, Israel und dem Iran jederzeit für neue Turbulenzen sorgen könnten.
Vor allem der Ölpreis bleibt dabei der entscheidende Taktgeber. Sollte der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl dauerhaft über 100 US$ steigen, drohen neue Inflationssorgen. In der Folge könnten die Notenbanken gezwungen sein, ihre Zinspolitik länger straff zu halten oder sogar erneut nachzuschärfen – ein Szenario, das die Aktienmärkte erheblich belasten würde.
Der Blick auf die neue Woche
Entsprechend aufmerksam richten Investoren ihren Blick in der kommenden Woche auf die neuesten US-Inflationsdaten am Dienstag. Sie gelten als wichtiger Gradmesser für die weitere Geldpolitik der US-Notenbank. Marktbeobachter erwarten, dass sich die Teuerung eher wieder der Vier-Prozent-Marke annähert als weiter deutlich zurückgeht. Für US-Präsident Donald Trump wäre das eine schwierige Entwicklung mit Blick auf die anstehenden Zwischenwahlen im November, da sinkende Inflationsraten als entscheidend für die wirtschaftliche Stimmung gelten.
Trotz der geopolitischen Risiken bleibt die Stimmung an den Börsen bislang vergleichsweise stabil. Viele Investoren agieren zwar weiterhin vorsichtig, ein echter Krisenmodus ist bislang aber nicht zu erkennen. Unterstützt wird der Markt dabei von robusten Unternehmensgewinnen, hoher Liquidität und anhaltender Fantasie rund um Technologiewerte und das Thema Künstliche Intelligenz.
Außerdem geht die Berichtssaison weiter. Bereits am Montag legen unter anderem Gea Group, Hannover Rück und Hochtief Zahlen zum ersten Quartal vor. Am Dienstag folgen aus dem DAX Bayer, Munich Re und Siemens Energy. Besonders umfangreich wird der Mittwoch: Dann präsentieren unter anderem Allianz, Brenntag, Deutsche Telekom, EON, Merck KGaA, Porsche Automobil Holding, RWE und Siemens ihre aktuellen Geschäftszahlen.
Continental und Infineon ziehen an, Rheinmetall fällt dzurück
In der abgelaufenen Woche waren die Aktien von Continental und Infineon die Top-Performer im DAX mit Zuwächsen von +10,13% bzw. +7,93%. Der Autozulieferer Continental profitierte von besser als erwarteten Zahlen – speziell im Reifengeschäft. Dazu reagiert der Markt auch auf die angekündigten Stellenstreichungen positiv.
Unterdessen ging die Rallye im Chipsektor und damit auch bei Infineon ungebremst weiter. Die Aktie ist erstmals über die Marke von 60 € – auch dank einer positiven Analysteneinschätzung von Goldman Sachs. Die US-Bank hat das Kursziel von 53 auf 75 € angehoben.
Weniger gut lief es für die Aktie von Rheinmetall, die auf Wochensicht -10,13% einbüßten und auf den tiefsten Stand seit dem Zoll-Crash von Anfang April 2025 abrutschten. Enttäuschende Detailergebnisse zum abgelaufenen Quartal und negative Analystenkommentare belasteten.
DAX hält sich über wichtigen Chartmarken
Auf der Oberseite bleiben die 25.000-Punkte-Marke und das bei 25.507,79 Punkten verlaufende Allzeithoch von Mitte Januar die vorrangigen Ziele. Ein Sprung darüber würde weiteres Potenzial freisetzen mit einer ersten Hürde bei 26.000 Punkten.
Nach unten bilden die eingangs erwähnte die 200-Tage-Durchschnittslinie bei 24.117 Punkten sowie die 24.000-Punkte-Marke einen Halt. Bei weiteren Korrekturen wäre auch ein Test der 200-Tage-Linie (SMA200) möglich, die sich aktuell bei 23.797 Punkten befindet.
Fazit
Der DAX hat sich trotz zwischenzeitlicher Verluste oberhalb der charttechnisch und psychologisch bedeutenden 24.000-Punkte-Marke sowie über der 200-Tage-Linie (SMA200) behauptet. Damit ist das charttechnische Setup weiterhin bullisch einzuschätzen.
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