Südzucker-Aktie: Das könnte jetzt ratsam sein
Die Südzucker-Aktie konnte den starken Kursanstieg vom März auf rund 13 € nicht halten und korrigierte wieder deutlich. Am Dienstag gewinnt sie aktuell leicht und steht bei 11,50 €. Was bedeuten die Geschäftszahlen für den weiteren Kurverlauf?
Lage am Zuckermarkt bleibt angespannt
2017 wurden die Zuckerquoten in der EU aufgehoben, seitdem gelten die Bedingungen des freien Wettbewerbs auch in der EU. Der Zuckerpreis ist abhängig von Angebot und Nachfrage.
Der gesunkene Zuckerpreis ist auf folgende Faktoren zurückzuführen: Einerseits ist das Angebot der Zuckerrübenproduktion gestiegen, es dürfte auch 2026 auf einem hohen Niveau liegen. Das größte Problem ist jedoch der unfaire Wettbewerb mit internationalen Anbietern. In den großen Zuckeranbauländern Brasilien, Thailand, Indien und Mexiko liegen die Herstellungspreise deutlich unter denen in Europa. Um hier für ein gerechtes Angebot zu sorgen, ist die EU gefragt.
In Deutschland wird über die Einführung einer Zuckersteuer diskutiert. Sollte sie kommen, ist mit einem Rückgang der Nachfrage zu rechnen.
All diese Faktoren sprechen nicht für eine Erholung der Zuckernachfrage.
Ertrag deutlich eingebrochen
Ein Ergebnisrückgang zeichnete sich bereits während des Geschäftsjahres ab. In den am 27. April veröffentlichten vorläufigen Geschäftszahlen zeigte sich die ganze Misere. Der operative Gewinn sank von 350 Millionen € im Vorjahr auf 163 Millionen €. Im Geschäftsjahr 2023/2024 hatte er bei 950 Millionen € gelegen. Im Februar wurde eine außerordentliche Abschreibung über 470 Millionen € vorgenommen. Dadurch dürfte beim Nettoergebnis ein Verlust ausgewiesen werden.
Der Umsatz reduzierte sich um 13,4% auf 8,4 Milliarden €. Hier machten sich ein Volumenrückgang sowie niedrigere Preise negativ bemerkbar. Die endgültigen Jahreszahlen werden am 21. Mai veröffentlicht.
Prognose bestätigt
Die Jahresprognose wurde bestätigt. Demnach wird mit einem Umsatzrückgang leicht unterhalb des Vorjahreswertes gerechnet.
Zum operativen Ergebnis wurden keine Angaben gemacht. Wahrscheinlich ist wieder mit einem Rückgang zu rechnen.
Was bedeutet das für die Aktie?
Der Kursanstieg im März beruhte auf dem Iran-Konflikt. Im Zuge der stark gestiegenen Preise für Benzin, Diesel und Gas rückten alternative Bio-Energien in den Börsenfokus. Mit der Tochter CropEnergies profitiert der Konzern von steigenden Preisen für Biogas und Bio-Ethanol.
Meiner Meinung nach fiel der Kursanstieg zu hoch aus. Vor allem ist er nicht nachhaltig. Der weitere Kursverlauf wird von der wirtschaftlichen Ertragsentwicklung geprägt. Hier ist keine Entspannung zu erwarten. Negativ ist auch, dass die Dividende gestrichen wurde.
Wer durch den Kursanstieg gute Gewinne erzielte, sollte über eine Gewinn- oder Teilgewinnmitnahme nachdenken. Ich rechne mit weiter sinkenden Kursen. Ein fairer Wert dürfte bei 9 € liegen.
Die Analysten kommen zu sehr unterschiedlichen Bewertungen. Barclays erhöhte den fairen Wert von 9 auf 15 €. Allerdings geschah das nach dem starken Kursanstieg im März. Warburg Research sieht ihn bei 9,10 €. Die DZ-Bank mit ihrem Zielkurs von 11,50 € hält die Aktie für fair bewertet.
Mein Fazit: Von einem Einstieg ist abzuraten. Gewinnmitnahmen könnten ratsam sein.
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ℹ️ Südzucker in Kürze
- Die Südzucker AG (WKN: 729700) gehört zu den international führenden Herstellern von Zucker und Süßungsmitteln. Daneben ist der Konzern ein bedeutendes Unternehmen in der Nahrungsmittelindustrie. CropEnergies ist wieder eine 100-prozentige Tochter.
- Der Hauptsitz befindet sich in Mannheim, daneben werden weitere Niederlassungen in Europa unterhalten.
- Die Marktkapitalisierung liegt bei 2,3 Milliarden €.