Gold: Zwischen Krise und Comeback – wohin geht die Reise?
Der Goldpreis zeigt weiterhin Anzeichen von Schwäche. Nach einem Minus von -2,66% in der abgelaufenen Handelswoche beginnt auch die neue Woche mit Abschlägen. Aktuell handelt das gelbe Edelmetall -0,75% tiefer bei 4.675 US$ je Feinunze. Handelt es sich dabei um einen günstigen Einstiegspreis oder sollten Anleger weiterhin an der Seitenlinie bleiben?
Seit Ende Januar ist die Luft raus
Für Goldanleger liefen die vergangenen Monate nicht sonderlich gut. Nach einem famosen Jahresstart ist die Stimmung im Edelmetallsektor nach dem Flash-Crash von Ende Januar/Anfang Februar deutlich gekippt. Zwar folgte auf den Kurseinbruch eine schnelle Erholung, doch mit Beginn des Iran-Krieges zogen sich Anleger wieder zurück.
Zwar ruhen die Kämpfe nun schon seit einigen Wochen, doch die Lage in der Straße von Hormus ist weiterhin unübersichtlich, was die Ölpreise auf deutlich erhöhtem Niveau von über 100 US$ pro Barrel belässt. Die elevierten Ölpreise scheinen für den Goldpreis nach wie vor eine Belastung darzustellen.
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Wells Fargo sieht Chancen
Doch laut der US-Bank Wells Fargo könnte in der jüngsten Schwäche im Edelmetallsektor auch eine große Chance liegen. Laut Senior Global Market Strategist Scott Wren ist der Goldpreis vor allem deshalb gefallen, weil internationale Käufer das Metall verkauft haben, um US-Dollar zum Kauf von Öl zu beschaffen, da dieses nun mal in Dollar notiert.
Diese Divergenz habe laut Wren eine Einstiegschance bei Gold, Silber und Co. eröffnet. Seiner Ansicht nach sollten Anleger eine Umschichtung weg von energieorientierten Rohstoffen hin zu Edelmetallen in Erwägung ziehen. Der Energiesektor wurde gleichzeitig von „neutral“ auf „ungünstig“ herabgestuft.
Bärische Ablehnung am SMA50
Der Goldpreis ist zunächst einmal von der 50-Tage-Linie (SMA50) nach unten abgeprallt und setzt die seit Ende Januar bestehende Konsolidierung fort. Kritisch wäre ein Rutsch unter die 200-Tage-Linie (SMA200) und das Verlaufstief bei 4.098 US$ zu werten. Gelingt dagegen der Anstieg über die kurzfristige Abwärtstrendlinie im Bereich 4.800 US$ und der anschließende Ausbruch über den SMA50, könnten Anleger mit der Wiederaufnahme des übergeordneten Aufwärtszyklus rechnen.
Was bedeutet das für den Goldpreis?
Auch ich bleibe langfristig positiv gestimmt, was den Goldpreis angeht und rechne damit, dass die aktuelle Schwächephase vorübergehend ist. Insofern stimme ich mit Wells Fargo überein und sehe eine attraktive Einstiegsgelegenheit. Die anhaltend starke Nachfrage der Zentralbanken in Kombination mit geopolitischer Unsicherheit sowie der Bedeutung von Gold als Inflationsschutz und Krisenwährung sorgen für ein bullisches Gesamt-Setup.
Dazu kommt: Sollten sich die USA und der Iran in den kommenden Tagen oder Wochen auf einen Deal verständigen, der die Wiederöffnung der Straße von Hormus zur Folge hat, dürften Edelmetalle in besonderem Maße profitieren.