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Rheinmetall-Aktie: Sind das jetzt gute Einstiegskurse?

Geschäft diversifiziert
Die Rheinmetall-Aktie steht seit Jahresbeginn deutlich unter Druck. Vom Hoch bei rund 1.900 € ist der Kurs deutlich zurückgegangen. Am Dienstag gewinnt sie aktuell +2,6% und steht bei rund 1.170 €. Damit notiert das Papier wieder auf dem Niveau vom Frühjahr 2025. Die zentrale Frage lautet: Ist diese Korrektur gerechtfertigt oder ergibt sich hier eine Einstiegschance?

Breite Aufstellung im Verteidigungssektor

Rheinmetall hat seine strategische Ausrichtung in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. Während das Unternehmen lange vor allem für Fahrzeuge und Munition bekannt war, hat sich das Profil inzwischen spürbar verbreitert.

Heute gliedert sich der Konzern in fünf Divisionen: Vehicle Systems (Rad- und Kettenfahrzeuge), Weapon and Ammunition (Waffensysteme und Munition), Air Defence (Luftverteidigungssysteme), Digital Systems (Vernetzung, Drohnen- und Satellitentechnologien sowie Strukturkomponenten) sowie Naval Systems (Marineanwendungen).

Mit dieser Struktur positioniert sich Rheinmetall als breit aufgestellter Systemanbieter innerhalb der modernen Verteidigungsindustrie. Das frühere zivile Automobilgeschäft wurde vollständig veräußert.

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Neue Drohnensysteme als Wachstumstreiber

Auf der Rüstungsmesse Eurosatory präsentierte Rheinmetall ein neues Kamikaze-Drohnensystem. Dabei handelt es sich um einen standardisierten Container, der als mobile Startplattform dient und bis zu 18 Drohnen aufnehmen kann.

Die Drohnen können in Salven gestartet werden und agieren sowohl autonom als auch ferngesteuert. Ihre Reichweite liegt bei rund 100 km. Ziele werden selbstständig identifiziert; falls kein Ziel erkannt wird, erfolgt ein kontrollierter Absturz.

Durch das Containerdesign bleibt das System vollständig mobil und kann per LKW, Schiff oder Bahn weltweit verlegt werden.

Rüstungssektor im wechselnden Marktumfeld

Nach der starken Rally im Zuge des Ukraine-Kriegs haben Rüstungsaktien zuletzt an relativer Dynamik verloren. Zwischenzeitlich rückten KI- und Halbleiterwerte stärker in den Fokus der Anleger.

Gleichzeitig bleibt die geopolitische Lage angespannt. Der Bedarf an Rüstungsgütern in Europa und der NATO ist weiterhin hoch, insbesondere im Bereich Luftabwehr und Drohnentechnologie.

Eine Rückkehr von Kapital in den Rüstungssektor gilt daher mittelfristig als durchaus wahrscheinlich.

Prognose bestätigt

Trotz eines rückläufigen Quartalsergebnisses hält Rheinmetall an der Jahresprognose fest. Der geringere Umsatz beruhte auf einer Verschiebung einer Lieferung ins nächste Quartal. Erwartet wird weiterhin ein Umsatzwachstum von 40 bis 45, entsprechend rund 14 bis 14,5 Milliarden €. Die operative Marge soll bei etwa 19 % liegen (Vorjahr: 18,5%). Zudem wird eine Cash-Conversion-Rate von mindestens 40% angestrebt.

Analysten weiterhin positiv

Die Mehrheit der Analysten bewertet die Aktie weiterhin deutlich positiv. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 1.880 €, wobei die Spannbreite von 1.500 € (JP Morgan) bis 2.300 € (Goldman Sachs) reicht. Viele Einschätzungen liegen sogar oberhalb von 2.000 €.

ℹ️ Rheinmetall in Kürze

  • Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
  • Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
  • Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
  • Seit Anfang 2023 ist der Konzern Mitglied im deutschen Leitindex DAX und 54,5 Milliarden € wert.

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Fazit

Der Kursrückgang erscheint aus fundamentaler Sicht überzogen. Zwar hat sich das Marktumfeld kurzfristig verändert, die langfristigen Wachstumstreiber im Verteidigungssektor bleiben jedoch intakt.

Ein erstes technisches Erholungsziel könnte im Bereich von 1.600 € liegen. Mittelfristig bleibe ich vorsichtig optimistisch und halte das aktuelle Kursniveau für grundsätzlich attraktiv.

In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.

Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens Rheinmetall. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.