Siemens Energy stark, Rheinmetall unter Druck: DAX-Ausblick
Der DAX bleibt im Erholungsmodus. In der abgelaufenen Woche legte das größte deutsche Börsenbarometer unter dem Strich 635 Punkte zu und schloss +2,74% höher mit knapp 23.804 Punkten. Die höchsten Gewinne gab es bei Siemens Energy und Infineon, Rheinmetall rutschte ans DAX-Ende. Geht es in der neuen Woche weiter nach oben?
Starker Rebound nach Feuerpause-Deal
Hierzulande kehrten die Anleger nach dem langen Osterwochenende erst am Dienstag an den Markt zurück. Dort kam es mit Blick auf das in der Nacht auf Mittwoch auslaufende US-Ultimatum zu Verkäufen. Am Mittwoch folgte dann die große Relief-Rallye, nachdem sich der Iran und die USA auf eine zweiwöchige Waffenruhe verständigten. Während der Donnerstag wieder Abgaben mit sich brachte, endete der Freitag unverändert.
Trügerische Euphorie
Er hat es wieder einmal getan: Nach immer schärfer werdenden Drohungen kurz vor Ablauf des Ultimatums hat US-Präsident Donald Trump eine Kehrtwende vollzogen und die Märkte durch die Verkündung einer zweiwöchigen Waffenruhe in Ekstase versetzt. Der DAX reagierte mit einem Kurssprung von über +5%. Auch in Japan, Südkorea und an der Wall Street herrschte Partystimmung.
Doch wie viel Substanz das Ganze hat, hing von den Gesprächen der beiden Länder ab, die am Wochenende in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad stattfanden. Investoren hofften darauf, dass es zu einer dauerhaften Friedenslösung kommt. Doch die Verhandlungen sind ergebnislos verlaufen, da es bei zwei entscheidenden Streitfragen keine Einigung ab – mit Blick auf die Straße von Hormus und bei der Atomfrage.
Fraglich bleibt, ob die Verhandlungen fortgesetzt werden oder der Iran am Ende doch noch das „das letzte und beste Angebot“ der USA annimmt. Da die Börse nicht auf eine weitere Eskalation eingestellt ist, könnte alles andere die Märkte auch schnell wieder unter Druck bringen.
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Wie reagieren die Öl- und Gaspreise?
Ein weiteres wichtiges Thema für die Finanzmärkte bleibt die Entwicklung der Öl- und Gaspreise. Zwar hat der Iran zugesagt die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr wieder zu öffnen, doch bislang haben nur wenige Tanker die Meerenge passiert. Daher bleiben auch die Ölpreise auf einem hohen Niveau im Bereich von 100 US$ pro Barrel. Nun droht US-Präsident Trump damit, die Meerenge komplett zu blockieren, um dem Iran sein Druckmittel zu nehmen.
Sollte sich die Lage an der wichtigen Meerenge wieder entspannen und der Ölpreis unter 90 US$ fallen, würde auch der Inflationsdruck nachlassen und gleichzeitig neue Zinssenkungshoffnungen entstehen. Preise von 100 US$ und mehr treiben dagegen die Inflations- und Zinsängste nach oben.
Blick auf die Inflation
Erste Auswirkungen sind bereits jetzt schon sichtbar. In den USA hat die Teuerungsrate im März infolge des Iran-Krieges deutlich zugelegt, die Gesamtinflation stieg von 2,4 auf 3,3% und traf damit genau die Erwartungen. Die Kernrate der Inflation, die Energie und Lebensmittel ausklammert, fiel mit 2,6% aber etwas niedriger aus als die erwarteten 2,7%.
Am Dienstag werden die neuesten Produzentenpreise aus den USA veröffentlicht, die den Verbraucherpreisen vorausgehen und damit ein guter Indikator für die künftige Entwicklung der Inflation sind. Sie dürften den jüngsten Aufwärtstrend bestätigen.
Am Donnerstag richtet sich der Blick der Anleger auf China, denn die zweitgrößte Volkswirtschaft gibt Zahlen zum Wirtschaftswachstum im ersten Quartal bekannt. Dazu erscheinen Daten zur Industrieproduktion und zum Einzelhandel für den Monat März.
Berichtssaison startet
Außerdem startet in den USA die neue Berichtssaison, die traditionell von den großen Banken Goldman Sachs (Montag), JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo, (Dienstag) sowie Bank of America und Morgan Stanley (Mittwoch) eröffnet wird. Die Zahlen dürften ein erster Gradmesser dafür sein, ob die Unternehmen den hohen Gewinnerwartungen weiterhin gerecht werden.
Für Anleger ebenfalls von Interesse dürften hierzulande auch die Analystenveranstaltungen der Autobauer Mercedes-Benz (Montag) und BMW (Dienstag) sein.
Siemens Energy und Infineon ziehen an, Rheinmetall unter Druck
In der abgelaufenden Woche waren die Papiere von Siemens Energy und Infineon die Top-Performer mit einem Plus von +11,7 bzw. +9,9%. Beide Aktien profitierten von der geopolitischen Entspannung und nehmen Kurs auf das jeweilige Rekordhoch.
Weniger gut lief es für die Rheinmetall-Aktie, die mit einem Wochenverlust von -6,8% ans DAX-Ende rutschte. Der Negativtrend scheint sich fortzusetzen und die Aktie könnte nun wieder zum Jahrestief bei 1.336,60 € absinken.
DAX weiter auf Erholungskurs
Der DAX bleibt im Erholungsmodus und hat seit dem Tief vom 23. März mittlerweile rund 2.000 Punkte an Boden gutgemacht. Das entspricht einem Kursanstieg von über +9%.
Dabei ist dem Index der Wiederanstieg über die 23.000-Punkte-Marke gelungen, die 24.000-Punkte-Marke konnte aber noch nicht zurückerobert werden. Gleiches gilt für 50- und 200-Tage-Linie (SMA50; SMA200), die sich zuletzt bärisch gekreuzt haben und einen Kreuzwiderstand bilden.
Im Falle eines Deals hätte es zu einem Ausbruch nach oben kommen können und anschließend zu einem Anstieg zum Rekordhoch bei 25.507,79 Punkten. Nachdem dieser aber zunächst gescheitert ist, müssen Anleger nun aber wohl damit rechnen, das der DAX nach unten abprallt und noch einmal in Richtung 23.000 Punkte absinkt.
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