K+S-Aktie: Jetzt besser Gewinne mitnehmen?
Die Aktie von K+S befindet sich seit Mitte November in einer kräftigen Aufwärtsbewegung. Am Donnerstag schoss der Kurs um weitere knapp +15% hinauf und reagierte damit auf die aktuellen Geschäftszahlen. Auch am Freitag gehört der Düngemittelhersteller zu den besten Performern im MDAX. Wie sind die Ergebnisse einzuschätzen und ist die Aktie auf dem jetzigen Niveau noch kaufenswert?
Profitabilität verbessert
Der Konzern ist operativ weiter auf Erholungskurs, wie die aktuellen Zahlen unterstreichen. Während der Umsatz mit 3,65 Milliarden € nahezu unverändert blieb, legte das operative Ergebnis (EBITDA) um rund 10% auf 613 Millionen € zu.
Profitieren konnte das Unternehmen dabei von höheren Kalipreisen und einer starken Nachfrage nach Spezialprodukten, die eine höhere Marge abwerfen. Hierdurch wurden steigende Energie- und Personalkosten mehr als ausgeglichen.
Unter dem Strich stand dennoch ein hoher Verlust von rund 1,1 Milliarden €, der vor allem hohen Wertberichtigungen im Düngemittelgeschäft geschuldet war. Ohne diese Sondereffekte erzielte K+S ein positives Ergebnis in Höhe von 125,5 Millionen €.
Der bereinigte freie Mittelzufluss fiel mit gut 29 Millionen € deutlich geringer aus als im Vorjahr. Hintergrund sind hohe Investitionen, etwa in das kanadische Bethune-Werk und in das Projekt Werra 2060, mit dem die Lebensdauer des Verbundwerks in Thüringen und Hessen verlängert werden soll. Diese Ausgaben dürften sich auf lange Sicht also bezahlt machen.
Passend zum Thema: Die aktuelle Rohstoffknappheit trifft auf explodierende Militärbudgets – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ enthüllt zwei Hidden Champion, deren Kurse sich bald vervielfachen dürften.
Management vorsichtig optimistisch für 2026
Die höheren Kalipreise und eine solide Nachfrage aus der Landwirtschaft sorgen auch weiterhin für vorsichtigen Optimismus. Für 2026 erwartet das Management mindestens einen ausgeglichenen bereinigten Free Cashflow. Das EBITDA soll in einer Spanne von 600 bis 700 Millionen € landen, was in der Mitte der Prognose einem Anstieg von 6% entspricht.
Kleiner Wehrmutstropfen ist, dass die Dividende von 15 auf 7 Cent je Aktie sinken soll.
Nahostkrise treibt Kalipreis
Tatsache aber ist, dass der Kalipreis aktuell deutlich über dem Niveau von vor einem Jahr angesiedelt ist, was dem Unternehmen und dem Aktienkurs große Unterstützung bietet. Dabei rücken auch die geopolitische Lage und der Konflikt rund um den Iran zunehmend in den Fokus.
Denn in der Straße von Hormus ist der Handel nahezu zum Erliegen gekommen. Dies hat direkte Auswirkungen auf den Düngemittelpreis, da rund 10% der weltweiten Kalikapazitäten auf diese Region entfallen.
Zudem ist Schwefel – ein wichtiger Rohstoff für Spezialdünger – stark von Lieferungen aus der Region abhängig. Davon könnte auch K+S profitieren, da Schwefel bereits ein natürlicher Bestandteil der Produkte des Unternehmens ist. Dementsprechend sollten steigende Schwefelpreise sogar positive Effekte haben.
Ferner geht der Konzern davon aus, höhere Frachtkosten an die Kunden weiterreichen zu können. Und auch mit Blick auf die steigenden Energiekosten zeigt sich K+S relativ entspannt, da rund 70% des Erdgasbedarfs in Europa und Kanada bereits zu festen Preisen abgesichert sind.
Analysten weiter zurückhaltend
Analysten sehen trotzdem keinen Grund die Aktie zu kaufen. Die US-Bank JPMorgan beließ die Einstufung nach den Zahlen mit einem Kursziel von 12,70 € auf „Neutral“. Das Analysehaus Jefferies votiert weiterhin mit „Underperform“ und gibt ein Kursziel von 10 € aus. Im Durchschnitt sehen die Analysten die Aktie mit 14,88 € fair bewertet, was einer Downside von über -17% entspricht.
Was bedeutet das für die Aktie?
Die Aktie ist zuletzt sehr stark gelaufen, mit Kursgewinnen von über +70% seit den Tiefs aus dem November. Mit dem Sprung über das Vorjahreshoch von 17,07 € wurde zudem ein frisches Kaufsignal generiert.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass Anleger auf dem aktuellen Niveau keinen Kauf mehr tätigen sollten. Nach der Rallye in dieser Woche ist die Aktie extrem heiß gelaufen mit RSI-Werten von 85 in der täglichen und über 80 in der wöchentlichen Analyse. Das schreit förmlich nach einer Korrektur. Zumal bei 17,52/18,47 € nun ein bedeutender Widerstand erreicht wurde.
Zudem besteht das Risiko, dass die Kalipreise nach der Öffnung der Straße von Hormus deutlich nach unten laufen, was auch die Aktie von K+S entsprechend belasten würde.
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ℹ️ K+S vorgestellt
- K+S (WKN: KSAG88) mit Sitz in Kassel ist ein deutsches Bergbauunternehmen mit Schwerpunkt in der Kali- und Salzförderung. Der Konzern ist einer der weltweit führenden Anbieter von kali- und magnesiumhaltigen Produkten für landwirtschaftliche und industrielle Verwendungszwecke.
- K+S ist mit rund 15.000 Mitarbeitern vorwiegend in Europa, Nord- und Südamerika tätig.
- Das MDAX-Unternehmen wird an der Börse mit rund 3,2 Milliarden € bewertet.