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Assembly Biosciences: Verrät Gilead hier die Übernahme?

Ruhe vor dem Sturm

In den nächsten Tagen wird Assembly Biosciences über das abgelaufene Geschäftsjahr und die kommenden Meilensteine berichten. Eine zentrale Frage lautet: Wie geht es für die zukunftsträchtige Biotechschmiede mit Partner Gilead weiter?

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Weshalb Assembly Biosciences nach +412% Kursgewinn in 2025 auch in diesem Jahr wieder mein Top-Favorit ist, habe ich schon vergangenen Monat in diesem Artikel ausführlich dargelegt. Die einzige Frage für mich bleibt: Welchen Weg geht die Aktie bis hin zu einer Übernahme?

Gilead-Finanzchef mit deutlichen Worten

Während sich sowohl Assembly als auch Gilead mit offiziellen News seit Wochen bedeckt halten und es der Konzern bislang sogar tunlichst vermeidet, seinen über Assembly erfolgten Einstieg in den mehrere Milliarden schweren und lange stark vernachlässigten Herpes-Bereich an die große Glocke zu hängen, sind aktuelle Aussagen von Gilead-CFO Andrew Dickinson auf der Leerink-Konferenz in dieser Woche vielsagend:

Wir lieben es, mit wirklich intelligenten Unternehmen zusammenzuarbeiten, die über differenzierte Produkte oder Technologien verfügen (...) Wir haben beispielsweise kürzlich einige Wirkstoffe von einem Unternehmen namens Assembly einlizenziert. Es handelt sich um ein kleines Unternehmen, das sich auf virale Hepatitis und andere virologische Indikationen konzentriert. Das war eine Art All-in-Partnerschaft, von der wir  glauben, dass die Leute diesen Deal mit der Zeit zu schätzen wissen werden.

Diese Aussage darf zweifellos als Ritterschlag für Assembly sowie dessen Pipeline und Aussichten verstanden werden.

Interessant dabei: Obwohl Gilead bislang explizit lediglich Herpes-Wirkstoffe einlizenziert hat, wird dieses Therapiefeld während des gesamten Auftritts nicht einmal erwähnt. Assembly selbst wird zudem auffällig klein geredet. Das wiederum passt zusammen mit einer Veranstaltung der Herpes Cure Advocacy im Februar, im Rahmen derer ein führender Gilead-Wissenschaftler noch nicht allzu viele Informationen preisgeben wollte, aber solche für die sehr nahe Zukunft in Aussicht stellte.

Spannende Randnotiz: Ein zuvor für Gilead tätiger Top-Wissenschaftler arbeitet seit Dezember befristet bei Assembly – und soll möglicherweise schon mal das Feld bereiten.

Opt-in-Fenster weiter aktiv

Gilead befindet sich derzeit in einem weiteren Opt-in-Fenster für eine mögliche Einlizenzierung eines Assembly-Wirkstoffs: Der Capsid Assembly Modulator ABI-4344 könnte zum Rückgrat künftiger Kombinationstherapien im bis 2032 auf 13 Milliarden US-Dollar geschätzten Mega-Markt Hepatitis B werden. Lässt der Konzern die Option verstreichen, würde das den Weg für Wettbewerber wie GSK öffnen.

Während ein vollzogener Opt-in für ABI-4334 bereits einen weiteren starken Kursimpuls für die Assembly-Aktie bedeuten würde, liegt die Vermutung nahe, dass eine vollständige Integration Assemblys in Gileads R&D-Strukturen mittlerweile die präferierte Option beider Parteien sein dürfte.

Was kommt hier?

Denn: Assembly besitzt exakt jenen frühen Entdeckungs- und Forschungsmotor, der Gilead im Virologie-Bereich fehlt. Eine Integration des Assembly-Teams mitsamt dessen Know-how passt fraglos wie die Faust aufs Auge und wäre deutlich effizienter, als über zwei unabhängige Firmen an verschiedenen Standorten zu operieren.

Klar ist: Gilead hat mit einem neuen Virology Center of Excellence zuletzt die Räumlichkeiten für eine starke Expansion seiner Forschung geschaffen und könnte frühe Programme Assemblys mit seinen Kapazitäten deutlich schneller vorantreiben, seine gebeutelte Hepatitis-Pipeline auf einen Schlag stärken und mit Hilfe der spezialisierten Forschungsplattform Assemblys auch weitere Viruserkrankungen adressieren.

Außerdem wäre eine Übernahme jetzt noch vergleichsweise günstig, während sie dem Konzern langfristig teuer zu stehen kommen dürfte. So machte Gilead vor Jahren schon einmal den Fehler, den Hepatitis-C-Forscher Pharmasset nicht für 300 Millionen US-Dollar erworben zu haben und am Ende 11 Milliarden US-Dollar zu zahlen, wie dieser Bericht offenbart.

Zudem besitzt Assembly das Recht, demnächst seinerseits eine Option auf das auslizenzierte Herpes-Portfolio zu ziehen und eine 60/40-Beteiligung zu erreichen – etwas, das nicht im Interesse Gileads sein kann.

Eine entspannte Wette bis 15. Oktober

Fakt ist: Schon bei Translate Bio habe ich seinerzeit Recht behalten, ebenso mit dem Einstieg Gileads bei Assembly 2023. Aus meiner Sicht steht eine Einigung der Parteien über eine Gesamtübernahme auch hier nun unmittelbar bevor und könnte sich höchstens noch aufgrund weiterer einfließender Faktoren aus laufenden präklinischen Forschungen und anstehender Daten-Readouts Dritter bis in den Herbst verzögern.

Ich rechne mit einer Übernahme Assemblys zu einem Preis von mindestens 50, jedoch wahrscheinlich deutlich mehr und möglicherweise gar über 100 US-Dollar. Als finales Ziel gilt für mich der 15. Oktober, da hier eine kostspielige Verlängerungsoption für die laufende Kooperation von Seiten Gileads gezogen werden müsste.

Entsprechend habe ich mich bei Assembly nach der letzten Korrektur bis auf unter 25 US-Dollar wieder massiv positioniert und die Aktie zu meinem erneuten Nummer-1-Titel im Depot gemacht. Wie schon im letzten Jahr plane ich, meine Position in eine etwaige Rallye hinein zu reduzieren und einen Teil für den großen Wurf zu behalten.

Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens Assembly Biosciences in signifikantem Umfang. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.