Equinor-Aktie: Eine sichere Energiebank
Die Equinor-Aktie kennt seit Jahresbeginn nur noch eine Richtung, und zwar nach oben. Bis dato ist der Kurs des norwegischen Öl- und Gasriesen 2026 um +26% gestiegen. Und die Rallye geht weiter. Zum Wochenbeginn ist die Equinor-Aktie mit einem Kursplus von +6% einer der stärksten europäischen Werte. Was steckt hinter der Top-Performance der Norweger und sollten Anleger jetzt noch einsteigen?
Profiteur steigender Öl- und Gaspreise
Die Equinor-Aktie ist einer der Hauptprofiteure der aktuellen Eskalation im Nahen Osten. Der Ölpreis war bereits im Vorfeld des amerikanisch-israelischen Angriffs auf den Iran massiv gestiegen und legte am Montagmorgen phasenweise zweistellig zu.
Die Welt ist in allergrößter Sorge, dass eine iranische Blockade der Straße von Hormus die Ölpreise mittelfristig hochhalten könnte. Schließlich laufen rund 20% der weltweiten Öltransporte durch die Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel.
Für Equinor sind das hervorragende Nachrichten. Die Norweger sind der wichtigste heimische Öllieferant Europas. Fast alle größeren europäischen Staaten importieren einen Großteil ihres Öls aus dem skandinavischen Land. Equinor ist mit zahlreichen Ölimporteuren und Energieversorgern in Europa durch langlaufende Verträge verbunden.
Neben der politisch verursachten Ölpreisexplosion profitiert Equinor als großer Gasproduzent auch von steigenden Erdgaspreisen. Aufgrund des verhältnismäßig kalten Winters in vielen Regionen Europas war der Gasbedarf 2026 deutlich höher als in der Vergangenheit. Das führte an manchen Tagen im Januar und Februar zu großen Preissprüngen bei Erdgas.
Weitere gute Nachrichten
Zusätzlich zur vorteilhaften Preisentwicklung bei Öl und Gas profitierte die Equinor-Aktie zuletzt auch von einem wichtigen juristischen Sieg in den USA. Ein Gericht erlaubte es dem norwegischen Energiekonzern, sein Offshore-Windprojekt vor der Küste des US-Bundesstaates New York fortzusetzen. Das verringerte die Unsicherheit bei der Fortentwicklung von Windkraftprojekten in den USA erheblich.
Und zuletzt gab Equinor auch den Abschluss einen neuen Fünfjahresvertrages mit dem britischen Energieversorger Eneco über die Lieferung von emissionsarmen Erdgas bekannt. Solche langfristigen Verträge sichern stabile Cashflows und verbessern das ESG-Profil des Konzerns.
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Vom 1- auf das 2-Jahreshoch
Die Equinor-Aktie befindet sich seit Ende Dezember im Rallyemodus. Das bisherige 12-Monatshoch bei 25 € wurde locker übersprungen. Heute klopft die Aktie an das 2-Jahreshoch bei 27 €. Die Chancen stehen gut, dass auch dieses Mehrjahreshoch geknackt wird.
Nicht nur was für Dividendenanleger
Ich bin und bleibe ein Fan der Equinor-Aktie. Mit einem Investment in den norwegischen Öl- und Gaskonzern kauft man sich nicht nur in einen der stabilsten und cashflow-stärksten Konzerne Europas ein, sondern man investiert auch in die Zukunft der Energiewirtschaft.
Noch ist Equinor im Wesentlichen ein Öl- und Gaskonzern. Aber die Norweger haben frühzeitig damit begonnen, ihre Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren. Sie sind seit Jahren einer der führenden Konzerne bei der Entwicklung von Offshore-Windkraft und der Speicherung von CO2 unter dem Meeresboden.
Für Dividendenanleger führt meiner Meinung nach kein Weg an der Equinor-Aktie vorbei. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei knapp 5%. Die Quartalsdividende wurde zuletzt um 5,4% auf 0,39 US$ erhöht.
Neben Gewinnausschüttungen dürfen sich Anleger bei der Equinor-Aktie auch über große Aktienrückkäufe freuen. 2026 soll das Volumen bei 1,5 Milliarden US$ liegen. Die erste Tranche des Programms liegt bei 375 Millionen US$ und läuft bis Ende März.
Wie lange sich der Iran-Konflikt diesmal hinzieht, kann niemand mit Sicherheit sagen. Europäische Länder werden in Zukunft aber noch mehr auf die Versorgungssicherheit ihrer Lieferanten achten — Equinor wird es freuen.
Abschließend sei erwähnt: Unser exklusiver Report „Dividenden Top-Picks 2025“ liefert fundierte Analysen zu zehn Aktien, die für dividendenorientierte Anleger besonders interessant sind.
Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens Equinor. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.
ℹ️ Rio Tinto in Kürze
- Equinor (WKN: 675213) ist ein norwegischer Erdöl- und Erdgaskonzern mit Sitz in Stavanger.
- Der Konzern entstand aus dem Zusammenschluss von Statoil mit den Öl- und Gasaktivitäten von Norsk Hydro.
- Neben der Förderung von Öl und Gas ist Equinor auch im Bereich der Erneuerbaren Energien und der Speicherung von CO2 aktiv.
- Der Konzern ist der wichtigste Gaslieferant Europas und befindet sich zu zwei Drittel im Besitz des norwegischen Staats.
- Equinor notiert an der Börse in Oslo und ist ca. 66 Milliarden € wert.