Zscaler-Aktie -21%: Kann man jetzt ein Schnäppchen machen?
Bärenstarke Zahlen
Es ist einmal mehr einer dieser Fälle, in denen ein Technologieunternehmen bärenstarke Zahlen vorstellt, aber beim Ausblick enttäuscht. Doch der Reihe nach:
Die gestern nach US-Börsenschluss präsentierten Quartalszahlen lesen sich hervorragend. Der Umsatz legte um 25% gegenüber dem Vorjahr auf 850,5 Millionen US$ zu. Erwartet wurden lediglich 835,6 Millionen US$.
Die bereinigte operative Marge erreichte mit 23 % ein neues Rekordniveau für das Unternehmen. Der bereinigte Gewinn stieg von 0,84 auf 1,08 US$ je Aktie und übertraf damit ebenfalls deutlich den Analystenkonsens von 1,01 US$.
Und es kam sogar noch besser: Das Zscaler-Management erhöhte auf Grundlage des starken Quartals die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2025/26. Statt bislang 3,31 bis 3,32 Milliarden US$ erwartet das Unternehmen nun einen leicht höheren Umsatz von ca. 3,33 Milliarden US$.
Deutlich angehoben wurde jedoch die Gewinnprognose. Während die EPS-Schätzung bislang in einer Spanne von 3,99 bis 4,02 US$ lag, geht Zscaler nun von 4,10 bis 4,11 US$ aus.
Aber zwei Haare in der Suppe
Aber die Börse fand zwei Haare in der Zahlensuppe, und zwar die drastisch gekürzte Free Cashflow-Prognose und der vorsichtige Ausblick auf 2027. Obwohl Zscaler die Umsatz- und Gewinnziele angehoben hat, wurde die Prognose für die wichtige Free-Cashflow-Marge für das Gesamtjahr 2026 deutlich gesenkt.
Bislang peilte das Tech-Unternehmen eine Spanne von 26,5 bis 27,0% an. Die neue Prognose liegt nur noch bei 22,8 bis 23,3%. Das Management begründete dies mit deutlich höheren Investitionen in der zweiten Jahreshälfte.
Zudem gab Zscaler einen ersten, recht vorsichtigen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2027. Der Cybersecurity-Spezialist prognostizierte ein Wachstum der jährlich wiederkehrenden Umsätze (ARR) von lediglich 16 bis 17%. Im letzten Quartal lag die ARR bei 25%.
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Die Erholung ist vorbei
Das Chartbild der Zscaler-Aktie hat sich heute mit einem Schlag dramatisch eingetrübt. Die Kurserholung der letzten Wochen wurde großteils zunichte gemacht. Sollte der Support bei 142 US$ durchbrochen werden, könnte der Tech-Titel sogar Kurs auf das 3-Jahrestief bei 118 US$ nehmen.
Immer noch kein Schnäppchen
Trotz des massiven Kurseinbruchs ist die Antwort auf die eingangs gestellte Frage ein klares „Nein“. Die Zscaler-Aktie ist immer noch kein Schnäppchen.
Das Forward-KGV liegt gegenwärtig bei rund 40. Für ein Unternehmen, das ein jährliches Wachstum von rund 20% aufweist und operativ immer noch viel zu wenig Geld verdient, ist das in meinen Augen ein viel zu hohes Bewertungsniveau. Im Klartext: Die Zscaler-Aktie ist nach wie vor zu teuer.
Auch die Zscaler-Aktie wurde in den letzten Monaten zu einem Opfer der SaaSpocalyse, sprich der Sorge vor einer Disruption des Geschäftsmodells durch Künstliche Intelligenz. Noch lässt sich diese KI-Disruption nicht an den Zahlen ablesen, aber der vorsichtigere Ausblick des Unternehmens dürfte die Angst der Börse noch weiter befeuern.
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ℹ️ Zscaler in Kürze
- Zscaler (WKN: A2JF28) ist ein 2007 gegründetes Unternehmen für IT-Sicherheit mit Sitz in San José in Kalifornien.
- Das Unternehmen zählt zu den weltweit führendes Cybersicherheitsanbietern und ist auf Cloud-Sicherheit spezialisiert.
- Die beiden Hauptprodukte sind Zscaler Private Access (sicherer Zugang zu lokal gehosteten Anwendungen) und Zscaler Internet Access (sicherer Zugang zu externen Anwendungen).
- Zscaler ist Mitglied im Nasdaq 100-Index und ca. 30 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Für mich ist die Zscaler-Aktie derzeit keinen Kauf wert. Von einem Schnäppchen kann hier nicht die Rede sein. Der Cybersicherheitsspezialist wird mit den nächsten Quartalszahlen wieder viel Vertrauen aufbauen müssen.