stock.adobe.com/photogoodwin

TUI-Aktie: Jetzt schon einsteigen?

Iran-Lage weiterhin unklar
Die TUI-Aktie befindet sich seit dem Hoch im Februar bei rund 9,50 € in einem ausgeprägten Abwärtstrend. Nach einer kurzen Erholung verliert das Papier am Dienstag erneut rund -1,8% und notiert aktuell bei 6,80 €. Damit stellt sich für Anleger die Frage: Ist die Aktie inzwischen attraktiv bewertet oder drohen weitere Rückschläge?

Hoffnung auf Entspannung im Nahen Osten

Zuletzt sorgten Aussagen von US-Präsident Donald Trump für Hoffnung auf eine mögliche Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Auf seiner Plattform Truth Social sprach Trump von weit fortgeschrittenen Gesprächen über ein mögliches Rahmenabkommen. Auch US-Außenminister Marco Rubio verwies auf deutliche Fortschritte.

Bereits in den vergangenen Wochen deutete vieles darauf hin, dass die USA eine diplomatische Lösung anstreben. Mehrfach wurden Fristen und Ultimaten verlängert. Sollte es tatsächlich zu einer nachhaltigen Entspannung kommen, könnten insbesondere Reise- und Fluggesellschaften deutlich profitieren.

Vor allem eine mögliche Freigabe der Straße von Hormus hätte erhebliche Auswirkungen auf den Ölmarkt. Sinkende Öl-, Diesel- und Kerosinpreise würden die Kostenbasis der Branche deutlich entlasten. Gleichzeitig dürfte die Reiselust vieler Verbraucher wieder steigen.

Allerdings bleibt die Lage widersprüchlich. Noch am Montag wurden erneut Angriffe der USA auf Ziele im Iran gemeldet. Entsprechend nervös reagierten die Märkte, und viele Tourismuswerte gerieten erneut unter Druck.

Ertragslage verbessert sich trotz Belastungen

Trotz des schwierigen Umfelds konnte TUI seine operative Entwicklung verbessern. Im zweiten Quartal reduzierte sich der operative EBIT-Verlust gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14,1 Millionen € auf 192,7 Millionen €. Im ersten Halbjahr verringerte sich der Verlust um 40,4 Millionen € auf minus 115,6 Millionen €.

Dabei waren bereits Belastungen aus dem Iran-Konflikt von rund 40 Millionen € sowie zusätzliche Kosten infolge eines Hurrikans in Jamaika von etwa 20 Millionen € berücksichtigt. Auch der Nettoverlust konnte von 392 auf 325 Millionen € reduziert werden.

Der Umsatz blieb im ersten Halbjahr mit rund 8,7 Milliarden € weitgehend stabil; währungsbereinigt ergab sich sogar ein leichtes Wachstum. Die Nettoverschuldung verharrte bei rund 3 Milliarden €.

Angesichts der geopolitischen Unsicherheiten fallen die Zahlen insgesamt solide aus.

Prognose vorsichtiger formuliert

Für das laufende Geschäftsjahr zeigte sich das Management jedoch vorsichtiger. Eine konkrete Umsatzprognose wurde nicht mehr genannt. Zuvor hatte der Konzern noch mit Wachstum gerechnet.

Beim operativen EBIT erwartet TUI nun einen Gewinn zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden €. Da im Vorjahr bereits 1,4 Milliarden € erzielt wurden, deutet die neue Prognose eher auf eine stagnierende beziehungsweise leicht rückläufige Entwicklung hin.

Vor allem die Nachfrage nach Fernreisen bleibt laut Unternehmensangaben weiterhin schwach.

Analysten sehen weiterhin Potenzial

Trotz der geopolitischen Belastungen bleiben die Analysten überwiegend optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit bei rund 9,90 €.

Die Spanne der Einschätzungen reicht dabei von 8,20 € bis 12,50 €.

ℹ️ TUI in Kürze

  • Die TUI AG (WKN: TUAG50) gehört weltweit zu den größten Touristikkonzernen.
  • TUI betreibt eigene Hotels, Fluggesellschaften und Kreuzfahrtschiffe sowie Reisebüros, Incoming-Agenturen und Reiseveranstalter.
  • Der Konzern hat einen rechtlichen Doppelsitz in Berlin und Hannover, wobei die Konzernverwaltung in der niedersächsischen Landeshauptstadt angesiedelt ist.
  • TUI ist Mitglied im deutschen Nebenwerteindex MDAX und aktuell knapp 3,5 Milliarden € wert.

Wenn Du TUI beobachtet, solltest Du Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung sichern. Im SD Insider Newsletter berichten wir regelmäßig über Entwicklungen bei dieser und ähnlichen Aktien – kompakt und ohne Umwege.

TUI weiter verfolgen – Newsletter kostenlos abonnieren »

Fazit

Aus meiner Sicht ist die TUI-Aktie inzwischen durchaus günstig bewertet. Allerdings bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten der entscheidende Belastungsfaktor.

Solange keine nachhaltige Entspannung im Iran-Konflikt erkennbar ist, dürfte die Unsicherheit hoch bleiben. Vor allem die schwache Nachfrage nach Fernreisen zeigt, dass viele Verbraucher derzeit zurückhaltend agieren.

Kommt es jedoch zu einer dauerhaften Beruhigung der Lage, könnten Reise- und Tourismuswerte deutlich profitieren. Bis dahin erscheint eine abwartende Haltung weiterhin sinnvoll.

Tipp: Bleibe mit unserem kostenlosen SD Insider Newsletter immer über die aktuellsten Börsen-Chancen informiert.