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Super Micro Computer-Aktie -10%: Warum geht es in den Kurskeller?

Gewaltige Kapitalerhöhung
Die Super Micro Computer-Aktie hat den Rückwärtsgang eingelegt. Nachdem der Kurs des Serverherstellers vor einer Woche auf ein neues Jahreshoch geklettert war, brach er um satte -19% ein. Auch heute ist die Supermicro-Aktie mit einem Kursverlust von weiteren -10% das Schlusslicht im S&P 500. Was zieht den Aktienkurs so stark in die Tiefe und sollten Anleger jetzt über einen Kauf nachdenken?

Viel frisches Geld

Auslöser des heutigen Kurssturzes der Super Micro Computer-Aktie ist die Ankündigung einer gewaltigen Kapitalmaßnahme. Am Dienstagabend gab das Management des Serverspezialisten überraschend ein Finanzierungspaket im Gesamtvolumen von 7 Milliarden US$ bekannt.

5 Milliarden US$ will Supermicro über ein direktes öffentliches Angebot bestehend aus ca. 1,25 Milliarden US$ in neuen Stammaktien und ca. 3,75 Milliarden US$ in Pflichtwandelvorzugsaktien einsammeln. Die restlichen 2 Milliarden US$ sollen über ein flexibles At-The-Market-Progamm zustandekommen, das ab dem dritten Quartal 2026 starten wird. So ein ATM-Programm gibt Super Micro Computer die Möglichkeit, flexibel neue Aktien an der Börse zum aktuellen Kurs auszugeben.

Das Management betont, dass man das Geld dringend benötige, um Halbleiter und Komponenten zu kaufen, weil Supermicro in den letzten Wochen neue KI-Server-Aufträge im Wert von stolzen 39 Milliarden US$ von über 20 Kunden erhalten hat. Es handelt sich demnach um eine Art Vorfinanzierung. Doch an der Börse überwiegt der Ärger über die Verwässerung der Anteile.

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Massiv angeschlagen

Die Super Micro Computer-Aktie ist charttechnisch massiv angeschlagen. Vor einer Woche fand eine Trendwende statt. Seitdem befindet sich der Kurs auf einer steilen Talfahrt. Sollte der Mini-Support bei 35 US$ nicht halten, rechne ich mit einem weitere Absturz auf ca. 30 US$.

Eine unsinnige Kapitalmaßnahme

Die milliardenschwere Kapitalerhöhung von Super Micro Computer zeigt, wie kapitalintensiv das Geschäft mit KI-Hardware inzwischen geworden ist. Trotz explodierender Umsätze kämpft der Serverhersteller mit gewaltigen Mittelabflüssen. In den letzten zwölf Monaten betrug der freie Cashflow von Supermicro -6,8 Milliarden US$.

Selbst Technologiegiganten wie Alphabet mussten zuletzt die Börse für frisches Kapital anzapfen. Das ist bei Tech-Konzernen grundsätzlich kein negatives Ereignis. Im aktuellen Fall von Super Micro Computer ist es das meiner Ansicht nach aber schon.

Wie sprechen hier über eine Kapitalerhöhung, deren Geld nicht in die Entwicklung neuer Produkte oder die Expansion in neue Geschäftsbereiche investiert wird, sondern für eine Vorfinanzierung von Aufträgen. Derartige Finanzierungen werden im Normalfall über revolvierende Kreditlinien von Banken abgedeckt. Ein Unternehmen bekommt einen Auftrag, beschafft sich die dafür notwendigen Teile auf Kredit, verkauft das fertige Produkt und kann über den Umsatz die Kreditlinie wieder zurückfahren.

Die Kapitalerhöhung von Supermicro macht deutlich, dass der Tech-Konzern offenbar keine Banken findet, die ihm eine entsprechende Kreditlinie zur Verfügung stellen. Das ist in meinen Augen ein sehr schlechtes Zeichen.

Eine Kapitalerhöhung für eine Auftragsfinanzierung zu „vergeuden“, ist meines Erachtens „wasted money“. Und die negative Kursreaktion der Super Micro Computer-Aktie zeigt, dass die Börse das ähnlich sieht.

Margen unter Druck

Ende Mai habe ich Anleger knapp vor dem Jahreshoch geraten, nicht mehr in die Super Micro Computer-Aktie zu investieren. Die jüngste Kursentwicklung gibt mir (vorerst) recht.

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Neben der meiner Überzeugung nach unsinnigen Kapitalerhöhung finde ich auch die Entwicklung der operativen Marge sehr bedenklich. Sie halbierte sich in den letzten drei Jahren von 10 auf 5%. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass der Serverhersteller die stark gestiegenen Preise für Komponenten nicht an seine Kunden weitergeben kann. Offenbar ist Supermicro zu schwach im Wettbewerb positioniert, um Kostensteigerungen zu 100% abfangen zu können.

ℹ️ Super Micro Computer in Kürze

  • Super Micro Computer (WKN: A0MKJF) mit Sitz in San José in Kalifornien ist ein US-Anbieter von Server- und Speichertechnologien.
  • Das Unternehmen verfügt über eine sehr breite Produktpalette, die von Hauptplatinen und Barebones über Server bis zu Computergehäusen und Kühlungslösungen reicht.
  • Super Micro Computer ist Mitglied im S&P 500-Index. Das Unternehmen wird aktuell mit rund 24 Milliarden US$ bewertet.

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Fazit

Die Super Micro Computer-Aktie ist derzeit sowohl fundamental als auch charttechnisch angeschlagen. Die Wachstumsdynamik des Serverherstellers ist zwar nach wie vor hoch. Aber Wachstum um jeden Preis ist niemals die richtige Strategie. Supermicro muss auch wieder mehr Geld verdienen. Das ist jedoch nicht absehbar.