SpaceX-Aktie: Musk verspricht 1 Billion Umsatz bis 2030
Setzt Musk die Messlatte zu hoch?
Den eigentlichen Kursmotor für den gestrigen Anstieg um +20% lieferte nicht Wall Street sondern Elon Musk selbst. Am Sonntag postete er auf X:
SpaceX könne ungefähr 1 Billion US$ Umsatz bis 2030 erreichen.
In einem Follow-up-Post legte er nach:
Ich wäre überrascht, wenn der Umsatz 2031 nicht über 1 Billion US$ liegt.
Zum Vergleich: Apple, das profitabelste Unternehmen der Welt, erzielte 2024 einen Umsatz von rund 391 Milliarden US$. Musk wettet also darauf, dass SpaceX in vier Jahren mehr als doppelt so groß sein wird wie Apple heute. Absurd? Vielleicht. Aber SpaceX hat bereits bewiesen, dass es Dinge tut, die niemand für möglich hielt.
Unser kostenloser SD Insider Newsletter deckt genau solche News zu den relevantesten Aktien in Deinem Portfolio ab. Abonniere ihn, um nichts zu verpassen.
Das stille Signal der Banken: Maximale Nachfrage
Hinter jedem Börsengang stehen sogenannte Underwriter, sprich große Investmentbanken wie Goldman Sachs oder Morgan Stanley, die den IPO organisieren, die Aktien an institutionelle Investoren verteilen und dafür haften, dass das Kapital auch tatsächlich eingesammelt wird.
Als Sicherheitsnetz dürfen sie sich vorab das Recht sichern, zusätzliche Aktien auszugeben, wenn die Nachfrage höher ist als erwartet – die sogenannte Mehrzuteilungsoption oder „Greenshoe". Normalerweise ist das eine Reserve für den Notfall. Im Fall von SpaceX haben die Underwriter diese Option nun vollständig ausgeübt, was bedeutet: Die Nachfrage war so überwältigend, dass alle verfügbaren Zusatzaktien sofort platziert werden konnten.
Das finale Kapitalaufkommen stieg damit auf 85,7 Milliarden US$. Es gibt keine weiteren Aktien mehr, die ausgegeben werden könnten – das ist das Maximum dessen, was dieser IPO strukturell hergeben konnte. Ein stärkeres Signal für institutionelles Vertrauen gibt es nicht.
Der neue Hebel-ETF auf SpaceX
Seit heute Dienstag ist ein weiteres Instrument verfügbar, das zeigt, wie heiß die Nachfrage nach SpaceX-Exposure gerade ist: Der Anbieter Defiance ETFs lancierte den „Daily Target 2X Long SpaceX ETF" (Ticker: SPCU). Das Produkt zielt darauf ab, das Doppelte der täglichen SpaceX-Kursbewegung zu liefern. Steigt SPCX um 5%, soll SPCU um 10% steigen – und umgekehrt.
Solche gehebelten ETFs entstehen typischerweise nur bei Aktien mit extremer Retail-Nachfrage. Nvidia hat einen, Tesla hat einen, Bitcoin hat einen. Jetzt hat SpaceX einen. Das sagt alles.
Wie weit gehen die Meinungen auseinander?
Von den fünf Analysten, die SpaceX bislang covern, empfehlen vier den Kauf, einer rät zum Verkauf. Die wirklich relevanten Meinungen sind die konträren, solche die gegen den Strom schwimmen, da sie einen gesund hinterfragen lassen.
Den einzigen Verkäufer lieferte der Analyst Keith Snyder von CFRA mit einem Kursziel von 115 US$ und einem Sell-Rating. Sein Argument: Die aktuelle Bewertung preise bereits erheblichen langfristigen Optimismus ein bei gleichzeitig erheblichen Ausführungsrisiken quer durch alle Geschäftsbereiche.
Das Analysehaus CFRA (Center for Financial Research and Analysis) ist keine Investmentbank zugleich, wie Goldman Sachs oder JPMorgan es sind. Ihre Analysen und Bewertungen gelten als völlig unabhängig, da sie kein eigenes finanzielles Interesse daran haben, eine Aktie künstlich gut oder schlecht zu reden. Somit ist das Haus eine wichtige Stimme im SpaceX-Momentum.
ℹ️ SpaceX in Kürze
- SpaceX (kurz für Space Exploration Technologies) (WKN: A42D4F) ist ein 2002 von Elon Musk gegründeter Raumfahrt- und Technologiekonzern mit Sitz in Hawthorne in Kalifornien.
- Langfristiges Ziel des Konzerns ist es, die Menschheit zu einer multiplanetaren Spezies zu machen und eine dauerhafte Kolonie auf dem Mars zu errichten.
- Das Geschäftsmodell von SpaceX beruht auf den drei Säulen Transport und Raketentechnologie, Satelliteninternet (Starlink) und KI-Infrastruktur (xAI).
- SpaceX betreibt nicht nur das größte Satellitennetzwerk der Erde, sondern plant auch gigantische orbitale KI-Rechenzentren.
- Gründer und CEO Elon Musk kontrolliert auch nach dem Börsengang im Juni 2026 42% des Kapitals und 84% der Stimmrechte.
- SpaceX notiert an der Technologiebörse Nasdaq und wird in Kürze in den Nasdaq 100-Index aufgenommen. Mit einem Börsenwert von 2,1 Billionen US$ ist es das siebtwertvollste Unternehmen der Welt.
Wenn Du SpaceX beobachtest, solltest Du Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung sichern. Im SD Insider Newsletter berichten wir regelmäßig über Entwicklungen bei diesem und ähnlichen Werten – kompakt und ohne Umwege.
Fazit
Das Risiko bei SpaceX ist nicht die Verfehlung von Elon Musks knackigen Umsatzzielen. Ganz und garnicht. Das Risiko sind die plötzlichen und aggressiven Gewinnmitnahmen, die jederzeit und in jedem nur denkbaren Ausmaß einsetzten könnten.
Ein Kursrutsch könnte reihenweise andere Sektoren mit nach unten ziehen und weit mehr Panik auslösen, als es die fundamentalen Daten eigentlich hergeben. Der psychologische Faktor ist bei diesem Börsengang schlichtweg zu dominant und macht die Kursentwicklung kaum kalkulierbar.
Wenn Du auf weniger volatile, aber nicht weniger rentable Aktien setzten möchtest, dann schau dir unseren kostenlosen Report „3 Top-Picks 2026“.