SpaceX-Aktie: Jahrhundertchance oder gefährlich teure Vision?
Mehr als nur ein Raumfahrtunternehmen
Wer bei SpaceX lediglich an Raketen denkt, greift inzwischen zu kurz. Das Unternehmen vereint heute mehrere Zukunftsmärkte unter einem Dach.
Das Raumfahrtgeschäft mit Falcon-Raketen und dem Starship-Programm bleibt zwar das Herzstück der Vision von Elon Musk. Der wirtschaftliche Motor ist mittlerweile jedoch Starlink. Das Satelliteninternet-Netzwerk versorgt Millionen Kunden weltweit und gilt als profitabelster Geschäftsbereich des Konzerns.
Hinzu kommt seit der Integration von Musks KI-Unternehmen xAI ein weiteres Wachstumsfeld. Mit dem KI-Chatbot Grok und der Plattform X setzt SpaceX zunehmend auf künstliche Intelligenz als zukünftigen Ertragstreiber.
Für Investoren bedeutet das: Sie kaufen nicht nur ein Raumfahrtunternehmen, sondern eine Wette auf mehrere milliardenschwere Zukunftsmärkte gleichzeitig.
Im Übrigen: Wer nach den besten KI-Investments Ausschau hält, findet in unserem Report „KI-Gewinner 2026“ eine Auswahl an Aktien mit dem Potenzial für überdurchschnittliche Renditen.
Die Bewertung ist die größte Herausforderung
Genau hier beginnt allerdings das Problem. Mit einer angestrebten Bewertung von 1,75 Billionen US$ wird SpaceX aktuell etwa mit dem 90-fachen seines Jahresumsatzes bewertet. Selbst für Wachstumsunternehmen ist das außergewöhnlich ambitioniert. Zum Vergleich: Tesla kam zum Börsengang auf ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 15, Amazon auf etwa 28.
Zudem schreibt SpaceX weiterhin Verluste. Allein 2025 lag das Minus bei knapp fünf Milliarden US$. Zwar wächst das Unternehmen dynamisch, doch ein Großteil der Bewertung basiert auf Erwartungen an zukünftige Geschäftsmodelle, die sich erst noch beweisen müssen.
Viele Experten sehen deshalb nur wenig Spielraum für operative Enttäuschungen.
Ein Kurstreiber wartet bereits
Trotz der hohen Bewertung gibt es Argumente, die kurzfristig für die Aktie sprechen.
Nach dem Börsengang könnte SpaceX ungewöhnlich schnell in wichtige Aktienindizes aufgenommen werden. Dadurch wären ETFs und passive Fonds gezwungen, die Aktie zu kaufen. Diese zusätzliche Nachfrage könnte den Kurs zunächst stützen oder sogar weiter antreiben.
Hinzu kommt ein vergleichsweise geringer Streubesitz. Nur ein kleiner Teil der Aktien gelangt überhaupt auf den Markt. Eine Kombination aus hoher Nachfrage und begrenztem Angebot sorgt bei großen Börsengängen häufig für kräftige Kursbewegungen nach oben.
Für Anleger, die eine Zuteilung zum Ausgabepreis erhalten, könnte dies kurzfristig durchaus attraktiv sein.
Das Risiko liegt im Hype
Die Börsengeschichte zeigt allerdings auch eine andere Seite. Viele spektakuläre IPOs starten mit großer Euphorie, bevor Ernüchterung einsetzt. Sobald erste Investoren Gewinne mitnehmen und der Markt die Bewertung nüchterner analysiert, geraten die Kurse häufig unter Druck.
Gerade bei stark überzeichneten Börsengängen sind Rücksetzer in den ersten Wochen keine Seltenheit. Die hohe mediale Aufmerksamkeit rund um Elon Musk dürfte diesen Effekt sogar noch verstärken.
Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Anleger erhalten zwar eine wirtschaftliche Beteiligung am Unternehmen, aber praktisch keinen Einfluss auf dessen Entscheidungen. Musk wird auch nach dem Börsengang die überwältigende Mehrheit der Stimmrechte kontrollieren.
Damit bleibt die Investmentthese eng mit einer einzigen Person verknüpft.
Wer sich näher mit dem geplanten Börsengang beschäftigen möchte, kann am Donnerstag, den 10. Juni um 19:00 Uhr an unserer Live-Sprechstunde auf YouTube teilnehmen. Dort sprechen wir ausführlich über die Bewertung von SpaceX, die Chancen und Risiken des IPOs sowie mögliche Strategien für Anleger.
Wenn Du die Märkte im Blick behalten möchtest, bist Du mit unseren kompakten und verlässlichen Updates immer einen Schritt voraus. Im SD Insider Newsletter berichten wir regelmäßig über relevante Nachrichten aus Wirtschaft, Börse und den einzelnen Unternehmen.
Fazit
SpaceX gehört zweifellos zu den spannendsten Unternehmen unserer Zeit. Starlink wächst rasant, die Raumfahrtindustrie entwickelt sich zu einem Zukunftsmarkt und Elon Musk hat mehrfach bewiesen, dass er scheinbar unmögliche Projekte erfolgreich umsetzen kann.
Gleichzeitig verlangt der Börsengang einen enormen Vertrauensvorschuss. Die Bewertung ist außergewöhnlich hoch, die Profitabilität liegt noch in der Zukunft und ein großer Teil der Investmentstory basiert auf Visionen, die erst Realität werden müssen.
Wer langfristig an SpaceX glaubt, dürfte früher oder später eine interessante Anlagemöglichkeit erhalten. Ob ausgerechnet der erste Handelstag der beste Zeitpunkt für einen Einstieg ist, erscheint dagegen fraglich. Die Erfahrung zeigt, dass viele IPOs nach der ersten Euphoriewelle günstigere Einstiegschancen bieten.
Geduld könnte deshalb die wertvollste Eigenschaft sein, die Anleger rund um den größten Börsengang der Geschichte mitbringen.