Schott Pharma: Börsengang eine Chance für Anleger?

18.09.23 um 12:43

Einer der größten deutschen Börsengänge im aktuellen Jahr steht vor der Tür. Der Mainzer Glasverpackungshersteller Schott Pharma will am 28. September sein Debüt an der Börse geben. Die Zeichnung der Aktie beginnt am Dienstag. Wie sehen die Details des IPOs aus?

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ℹ️ Schott Pharma vorgestellt

Schott Pharma mit Sitz in Mainz entwickelt und produziert Verpackungslösungen für die Aufbewahrung und Verabreichung von Medikamenten. Das Produktspektrum des Unternehmens reicht von Spritzen über Karpulen und Fläschchen bis zu Ampullen. Kunden von Schott Pharma sind Unternehmen der Biotech- und Pharmaindustrie. Muttergesellschaft und Mehrheitseigentümer ist der Technologiekonzern Schott AG.

Details des Börsengangs

Die Schott Pharma-Aktie wird ab Dienstag zur Zeichnung angeboten. Die Zeichnungsfrist läuft bis zum 27. September, einen Tag danach soll die erste Börsennotierung erfolgen.

Die Preisspanne der Aktien liegt zwischen 24,50 und 28,50 €. Ausgegeben werden rund 34,6 Millionen Aktien. Daraus ergibt sich eine Unternehmensbewertung von 3,7 bis 4,3 Milliarden €.

Die Papiere stammen vollständig vom Mutterkonzern Schott, der damit 849 bis 987 Millionen € erlösen wird. Schott will weiterhin Mehrheitsaktionär bleiben, weshalb nur rund 23% an die Börse gebracht werden. Als Cornerstone-Investor konnte die Qatar Holding gewonnen werden, die ein 200 Millionen € schweres Aktienpaket zeichnen will.

Schott Pharma produziert hochwertige Verpackungen für die Pharmaindustrie. Zu den Kunden des Unternehmens zählen Biotech- und Pharmafirmen wie BioNTech und Moderna, die die Verpackungen von Schott für ihre Covid-19-Impfstoffe verwenden. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Schott Pharma einen Jahresumsatz von ca. 820 Millionen €.

Eine sehr ambitionierte Bewertung

Auf Basis des letzten Umsatzes ergibt sich beim Börsengang ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 5,2. Meiner Ansicht nach handelt es sich dabei um eine Premiumbewertung. Im Vergleich dazu sind die Aktien des Wettbewerbers Gerresheimer mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis 2022 von 2,0 deutlich günstiger bewertet.

Zweifellos ist Schott Pharma in einem sehr interessanten und lukrativen Segment der Verpackungsindustrie tätig, doch halte ich die Bewertung des Unternehmens für sehr ambitioniert. Die Gefahr von Kursrückgängen in den ersten Monaten nach dem Börsengang ist meiner Ansicht nach überaus hoch.

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