SanDisk-Aktie: Trotz Monster-Rallye immer noch günstig?
Analysten erhöhen ihre Ziele deutlich
Eine Kursrallye von über +4.000% innerhalb von zwölf Monaten würde bei vielen Aktien wohl für großangelegte Gewinnmitnahmen sorgen. Bei SanDisk scheint jedoch das Gegenteil der Fall zu sein. An der Wall Street scheint sich die Überzeugung durchzusetzen, dass die Erfolgsgeschichte noch längst nicht beendet ist.
Für Aufsehen sorgte zuletzt Cantor Fitzgerald. Analyst C.J. Muse hob sein Kursziel in dieser Woche von 1.800 auf 2.900 US$ an und sieht damit noch immer ein Aufwärtspotenzial von rund +75%. Seine Begründung ist eindeutig: Der Speicherzyklus stehe erst am Anfang einer mehrjährigen Wachstumsphase.
Auch andere Analystenhäuser ziehen nach. Die Bank of America erhöhte ihr Kursziel auf 2.100 US$, Morgan Stanley auf 1.750 US$ und Mizuho auf 1.825 US$. Besonders optimistisch zeigt sich die australische Investmentbank Susquehanna mit einem Kursziel von 3.250 US$ – fast +90% über dem aktuellen Niveau.
Die Botschaft dahinter ist klar: Die Nachfrage nach Speicherlösungen für KI-Anwendungen und Rechenzentren steigt weiterhin rasant. Viele Experten rechnen inzwischen mit einer Angebotsknappheit bei NAND-Speichern bis mindestens 2027.
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Mizuho-Konferenz liefert zusätzlichen Rückenwind
Auf der gestrigen Mizuho Technology Conference bestätigte das Management die starke Nachfrage aus dem Data-Center-Geschäft. Besonders KI-Anwendungen wie Agentic AI und große Sprachmodelle treiben den Speicherbedarf nach oben.
Gleichzeitig erwartet SanDisk, dass neue Produktionskapazitäten erst ab 2028 in größerem Umfang verfügbar werden. Das spricht für anhaltende Preissetzungsmacht und hohe Margen.
Operative Entwicklung beeindruckt
Die jüngsten Geschäftszahlen untermauern den Optimismus. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 251% auf 5,95 Milliarden US$. Der Gewinn je Aktie lag mit 23,41 US$ meilenweit über den Markterwartungen von 14,62 US$. Gleichzeitig erreichte die Bruttomarge starke 78,4%.
Besonders dynamisch wächst das Geschäft mit Enterprise-SSDs für Rechenzentren. Zudem verfügt SanDisk inzwischen über langfristige Lieferverträge im Volumen von rund 42 Milliarden US$.
Diese neuen Vertragsmodelle sorgen für mehr Planungssicherheit und könnten die traditionell hohe Zyklik des Speichergeschäfts deutlich reduzieren.
Für das laufende Quartal erwartet das Management einen weiteren kräftigen Wachstumsschub und prognostiziert Erlöse von bis zu 8,25 Milliarden US$.
Bewertung weiter attraktiv
Bemerkenswert ist dabei die Bewertung: Trotz der spektakulären Kursentwicklung liegt das erwartete KGV für die kommenden zwölf Monate nur bei rund 8. Sollte sich das aktuelle Wachstumstempo auch nur annähernd halten lassen, erscheint die Aktie selbst nach ihrer Mega-Rallye keineswegs überteuert.
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ℹ️ SanDisk in Kürze
- SanDisk (WKN: A411ZM) mit Sitz in Milpitas im US-Bundesstaat Kalifornien ist ein weltweit führender Hersteller von Speichermedien, die auf der NAND-Flash-Technologie basieren.
- Das 1988 gegründete Unternehmen wurde 2016 von Western Digital übernommen und 2025 erneut als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen abgespalten.
- Bekannt ist SanDisk vor allem für die Entwicklung und Herstellung von Speicherkarten, USB-Sticks und Solid-State-Drives (SSDs).
- Seit einiger Zeit fokussiert sich das Unternehmen auf spezialisierte Hochleistungs-SSDs, die für das Training von KI-Modellen in Rechenzentren benötigt werden.
- SanDisk ist seit November 2025 Mitglied im US-Leitindex S&P 500 und ca. 250 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Die Kombination aus KI-Boom, Speicherknappheit, Rekordmargen und langfristigen Lieferverträgen sorgt derzeit für einen außergewöhnlich starken operativen Rückenwind. So überrascht es mich auch nicht, dass die Analysten ihre Erwartungen kontinuierlich nach oben schrauben.
Dazu kommt die weiterhin attraktive Bewertung, die deutlich macht, dass SanDisk kein klassischer KI-Hype-Wert ist.
Für Anleger bleibt der Titel damit ein Top Pick, um vom aktuellen Speicher- und KI-Boom zu profitieren. Allerdings nichts für schwache Nerven, denn die hohe Volatilität dürfte ein ständiger Begleiter bleiben.