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Samsung-Aktie +11%: Anthropic-Gerüchte lösen Kursfeuerwerk aus

TSMC bekommt ernsthafte Konkurrenz
Polina Dmitrovskaya
Das eine derart teure Aktie, wie Samsung es ist (ca. 2980€ Aktienpreis), innerhalb weniger Stunden nach Börsenöffnung um über +11% zulegt, habe ich so nicht kommen sehen – obwohl man an solche Sprünge derweilen eigentlich gewöhnt sein sollte. Doch was dahintersteckt ist nicht mal eine offiziell bestätigte Nachricht: Das KI-Labor Anthropic befindet sich in frühen Gesprächen mit Samsung, um eigene Chips fertigen zu lassen. Das Ganze ist Teil einer riesigen Trendwende im Silicon Valley und könnte womöglich nicht nur Samsungs Bewertung ändern.

In der Chip-Küche brodelt es

Laut aktuellen Berichten von The Information möchte Anthropic eigene, maßgeschneiderte KI-Chips (sogenannte ASICs) entwickeln, um seine riesigen KI-Modelle effizienter betreiben zu können. Anthropic entwirft die Chips nur, hat aber keine eigenen Fabriken. Samsung soll der Produktionspartner („Foundry“) werden.

Es wird gemunkelt, dass Anthropic ein Auge auf Samsungs brandneues, extrem fortschrittliches 2-Nanometer-Fertigungsverfahren (SF2P) geworfen hat. Diese winzige Strukturgröße sorgt dafür, dass Chips enorm stromsparend und gleichzeitig pfeilschnell werden.

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Warum aber diese große Bürde auf sich nehmen?

Bisher sind fast alle großen KI-Firmen komplett abhängig von Nvidia. Deren Grafikprozessoren (GPUs) sind jedoch extrem teuer und ständig ausverkauft. Eigene Chips senken die Betriebskosten für Anthropic drastisch. Wer seine eigene Hardware optimiert, kann KI-Dienste wie Claude Code viel günstiger auf dem Markt anbieten. Und das ist auch schon der Kern: Kostenkontrolle.

Zusätzlich werden auch Gespräche mit Microsoft (Maia-Chips) und dem britischen Startup Fractile geführt. Es geht also um einen bewussten Multi-Vendor-Ansatz, nicht um einen kompletten Bruch mit bestehenden Partnern.

Anthropic hat dafür bereits Top-Talente abgeworben, darunter Clive Chan, einen führenden Chip-Ingenieur, der zuvor schon bei Tesla und OpenAI an Hardware gearbeitet hat.

Warum ausgerechnet Samsung?

Im Mai haben die drei weltgrößten Speicherhersteller – Samsung, SK Hynix und Micron – viel Geld in Anthropic investiert (Series-H-Finanzierungsrunde). Samsung hat dabei jedoch einen gewaltigen Vorteil gegenüber den anderen beiden: Sie sind die Einzigen, die sowohl modernsten Arbeitsspeicher (HBM) herstellen als auch eine hochmoderne Chip-Fabrik besitzen. Samsung kann Anthropic also eine „All-in-One“-Lösung aus Chip und Speicher anbieten.

Pikant: Samsung führte zuvor bereits Gespräche mit OpenAI über einen eigenen ARM-basierten Inference-Chip, die jedoch Anfang Juni wegen strategischer Differenzen ins Stocken gerieten – woraufhin OpenAI-Chef Sam Altman einen geplanten Seoul-Besuch absagte. Die freigewordene Fertigungskapazität könnte nun direkt Anthropic zugutekommen.

Zudem berichten koreanische Quellen, dass auch Meta an Samsungs Foundry andockt – für die dritte Generation seines MTIA-Chips. In Kombination mit dem bestehenden Tesla-Auftrag könnte Samsungs Foundry-Auftragsbestand mittelfristig auf rund 33 Milliarden US$ anwachsen (zum Vergleich: die gesamte Chip-Sparte von Samsung macht in einem normalen Jahr rund 50 bis 70 Milliarden US$ Umsatz. Da ist ein Auftragsbestand von 33 Milliarden eine gigantische Summe).

ℹ️ Samsung Electronics in Kürze

  • Samsung Electronics mit Sitz in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ist einer der größten Elektronikkonzerne der Welt.
  • Der Konzern ist der weltweit zweitgrößte Hersteller von Smartphones und einer der führenden Hersteller von Haushaltselektronik wie Fernseher und Kühlschränken.
  • Zudem sind die Koreaner einer der wichtigsten Halbleiterhersteller der Welt.
  • Mit rund 200 Werken und Niederlassungen in über 80 Ländern ist Samsung Electronics global tätig.
  • Der Konzern notiert an der koreanischen Börse in Seoul und ist Mitglied im KOSPI-Index. Der Börsenwert beträgt derzeit ca. 1,79 Billionen US$.

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Polina Dmitrovskaya

Fazit

Noch ist nichts final, doch die Kursreaktion zeigt, wie stark der Markt auf Samsungs Fortschritte im Chip-Rennen gegen TSMC wettet und den Deal bereits als geschehen einpreist. Sollte der Deal aber wirklich zustande kommen, könnte das Samsungs Foundry-Sparte deutlich näher an die Profitabilität heranführen und weiter Auftraggeber anziehen.

Der Kurssprung ist definitiv übertrieben, daher zwingt sich ein Kauf aktuell nicht auf. Ich finde aber Samsung, als Wette auf Südkoreas Wachstum, nahezu ideal. Sie entwickeln nämlich neben Chips auch Smartphones und Haushaltsgeräte, was den Player diversifiziert aussehen lässt. Dementsprechend würde ich mit Preisalarmen eine Kurskorrektur abwarten, die heutzutage ja öfter mal einsetzt.

Weitere Trends wie den Halbleiter-Trend haben wir für Dich in unserem Report „3 Top-Picks 2026“ aufgelistet. Schau da unbedingt rein!