Netflix-Aktie: Dieser Starinvestor steigt wieder ein
Bill Ackman ist zurück bei Netflix
Ackman hat Netflix zusammen mit fünf weiteren Unternehmen neu in die Portfolios seiner Pershing-Square-Fonds aufgenommen. Neben dem Streaming-Konzern gehören dazu unter anderem Visa, Mastercard, S&P Global und Intercontinental Exchange. Es handelt sich um einen der größeren Umbauten seines Portfolios der vergangenen Jahre. Bei Netflix hat die Sache allerdings eine Vorgeschichte. Ackman war bereits 2022 groß eingestiegen, nachdem die Aktie damals kräftig gefallen war. Nur wenige Monate später verkaufte Pershing Square die Position wieder und realisierte dabei einen Verlust von rund 400 Millionen US$.
Vier Jahre später sieht Ackman die Lage offenbar anders. Er betrachtet Netflix inzwischen als klaren Gewinner des Streaming-Wettbewerbs und setzt darauf, dass Umsatz, Gewinne und der freie Cashflow in den kommenden Jahren weiter wachsen. Hinzu kommt, dass sich der Aktienkurs seit seinem Hoch 2025 nahezu halbiert hatte. Für Ackman war der Rücksetzer offenbar groß genug, um wieder einzusteigen. Damit wird der Kauf umso spannender. Ackman steigt nicht in eine Aktie ein, die von einem Hoch zum nächsten läuft, sondern nutzt eine Phase, in der viele Anleger Netflix deutlich kritischer sehen.
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Letzte Zahlen kamen nicht überall gut an
Ganz ohne Grund ist die Netflix-Aktie nicht so weit zurückgekommen. Bei den Zahlen zum zweiten Quartal stieg der Umsatz zwar um rund 13% auf 12,56 Milliarden US$, blieb damit aber knapp hinter den Erwartungen. Beim Gewinn je Aktie standen 0,80 US$ und damit etwas mehr als erwartet zu Buche. Probleme machte eher der Ausblick. Für das dritte Quartal stellte Netflix einen Umsatz von 12,86 Milliarden US$ und einen Gewinn von 0,82 US$ je Aktie in Aussicht.
Auch beim Werbegeschäft lief noch nicht alles so schnell wie erhofft. Im zweiten Quartal kamen hier rund 618 Millionen US$ zusammen. Das waren zwar fast 80% mehr als ein Jahr zuvor, die Erwartungen lagen allerdings noch höher. Schlecht läuft das Geschäft deshalb noch lange nicht. Netflix erwartet für 2026 weiterhin einen Jahresumsatz zwischen 51,0 und 51,4 Milliarden US$ und eine operative Marge von 31,5%. Die angesehenen Stunden legten im ersten Halbjahr außerdem um 2% zu.
Ackman ist nicht der Einzige, der wieder zugreift
Der Einstieg von Pershing Square fällt in eine Phase, in der auch andere Investoren nach dem Kursrückgang wieder bei Netflix zugreifen. ARK Invest von Cathie Wood hat innerhalb des vergangenen Monats mehr als 38.000 Netflix-Aktien gekauft. Auch an der Wall Street ist die Stimmung besser, als es der Kursverlauf zunächst vermuten lässt. Von 14 zuletzt erfassten Analysten empfehlen elf die Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt knapp 30% über dem aktuellen Niveau.
Der Gedanke dahinter ist recht einfach. Netflix wächst nicht mehr in dem Tempo der früheren Jahre, verdient inzwischen aber deutlich mehr Geld und hat mit Werbung, Live-Events und Gaming noch mehrere Bereiche, die zusätzliches Wachstum bringen könnten. Das Werbegeschäft soll nach Angaben des Unternehmens bis Ende 2026 auf rund 3 Milliarden US$ Umsatz kommen.
ℹ️ Netflix in Kürze
- Mit über 300 Millionen Kunden ist Netflix (WKN: 552484) der weltgrößte Streaming-Anbieter für Filme und Serien.
- Das 1997 gegründete Unternehmen hat seinen Sitz im kalifornischen Los Gatos.
- Netflix ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500 und hat einen Börsenwert von ca. 325,5 Milliarden US$.
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Fazit
Der Wiedereinstieg von Bill Ackman ist bei Netflix durchaus eine Ansage. Nach seinem verlustreichen Ausstieg 2022 nutzt er den deutlichen Kursrückgang nun für einen neuen Versuch. Operativ wächst Netflix weiter, auch wenn zuletzt nicht alles überzeugen konnte. Ob Ackman diesmal das bessere Timing erwischt hat, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.