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Quantinuum-Aktie: Ist das der neue Quantencomputerstar?

Neu an der Börse
Die Börse ist seit gestern um eine Quantencomputeraktie reicher. Die Honeywell-Tochter Quantinuum feierte am Donnerstag ihr Debüt an der Nasdaq. Wie lief der ersten Börsentag und ist die Quantinuum-Aktie eines der aussichtsreichsten Investments in der neuen Boombranche?

So lief der Börsengang

Die Quantinuum-Aktie wurde für 60 US$ je Stück ausgegeben. Dieser Ausgabepreis lag nicht nur deutlich über der ursprünglich geplanten Spanne von 53 bis 55 US$, sondern noch weiter über den allerersten Plänen von 45 bis 50 US$.

Insgesamt wurden 28 Millionen Aktien an der Börse platziert. Das Quanteninformatikunternehmen sammelte demnach 1,68 Milliarden US$ ein. Damit ist Quantinuum einer der größten Tech-Börsengänge des Jahres.

Die Quantinuum-Aktie eröffnete gestern mit einem kräftigen Kursaufschlag bei 70 US$. Im Tagesverlauf konnte sie jedoch nicht weiter zulegen. Vielmehr ging sie knapp unter ihrem Ausgabekurs aus dem Handel.

Was macht Quantinuum?

Quantinuum ist eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich des Quantencomputings. Das Unternehmen ging im Jahr 2021 aus der Fusion von Honeywell Quantum Solutions (der Hardware-Sparte des US-Industrieriesen Honeywell) und Cambridge Quantum (einem britischen Pionier für Quantensoftware) hervor.

Das Besondere an Quantinuum ist, dass es sich um ein sogenanntes „Full-Stack“-Unternehmen handelt. Das bedeutet, das Unternehmen baut nicht nur die extrem komplexe Hardware von Quantencomputern, sondern entwickeln gleichzeitig auch die dafür notwendigen Betriebssysteme, die Software und Cybersicherheits-Anwendungen.

Während Konkurrenten wie IBM oder Google auf supraleitende Schaltkreise setzen, nutzt Quantinuum eine andere Technologie für seine Qubits (die Rechenbausteine eines Quantencomputers), und zwar die sogenannte „Trapped-Ion“-Technologie (Ionenfallen-Systeme).

Der Vorteil dieser Quantenrechentechnologie ist, dass sie als weitaus präziser gilt. Quantinuums aktueller Quantencomputer namens "Helios"(ein 98-Qubit-System) hält den Rekord für die weltweit höchste Rechengenauigkeit. 2029 plant das Unternehmen die Einführung des Nachfolgesystems "Apollo", das mit tausenden Qubits arbeiten soll.

Da man einen Quantencomputer nicht mit normalem Programmcode füttern kann, hat Quantinuum TKET entwickelt. Das ist ein plattformübergreifendes Software-Entwicklungskit mit einem nicht zu unterschätzenden Vorteil: Programmierer können damit Quanten-Code schreiben, der nicht nur auf den Rechnern von Quantinuum läuft, sondern auch auf Systemen von IBM, Google oder in der Cloud (wie Microsoft Azure und AWS).

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Ein Favorit, aber ohne Kaufempfehlung

Die Quantinuum-Aktie zählt zu meinen Favoriten unter den Quantencomputerherstellern und das hat zwei wesentliche Gründe:

Erstens: Der Technologiekonzern Honeywell bleibt mit einem Anteil von rund 49% auch nach dem Börsengang Ankeraktionär und dominanter Partner des Quantencomputing-Unternehmens. Die weiterhin enge Bindung an die ehemalige Mutter gibt Quantinuum Zugriff auf sehr große finanzielle und technologische Ressourcen, die andere Quantencomputerhersteller nicht besitzen.

Zweitens: Quantinuum ist eines der wenigen Unternehmen der Branche, das bereits echte Umsätze mit Quantentechnologie erzielt. Im vergangenen Jahr waren es rund 31 Millionen US$. Das Unternehmen arbeiten mit globalen Konzernen wie bp, Mitsubishi Electric oder dem japanischen Forschungsinstitut Riken zusammen.

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Die Bewertung der Quantinuum-Aktie zum Börsengang ist absurd hoch. Aber wie sollte es bei einem Quantencomputing-Unternehmen auch anders sein?

Der Börsenwert betrug zum IPO 15,7 Milliarden US$. Bezogen auf den letztjährigen Umsatz ergibt sich daraus ein KUV von rund 500.

Vorerst dürfte sich an dieser Bewertung wenig ändern. Quantinuum plant erst im kommenden Jahr den Launch seines ersten rein kommerziellen Systems namens "Sol". Erst ab diesem Zeitpunkt wird mit einer nennenswerten Skalierung der regelmäßigen Erlöse gerechnet.

ℹ️ Quantinuum in Kürze

  • Quantinuum ist ein Quantencomputing-Unternehmen mit Sitz in Broomfield im US-Bundesstaat Colorado.
  • Das Unternehmen ging 2021 aus der Fusion der Quantencomputersparte des Technologiekonzerns Honeywell mit dem britischen Quantensoftware-Unternehmen Cambridge Quantum hervor.
  • Quantinuum entwickelt und produziert Quantencomputersysteme, einschließlich der Hard- und Software sowie Sicherheitsanwendungen.
  • Das Unternehmen wurde im Juni 2006 an der Nasdaq gelistet. Hauptaktionär bleibt weiterhin Honeywell. Der Börsenwert liegt aktuell bei ca. 16 Milliarden US$.

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Fazit

Obwohl Quantinuum zu meinen Favoriten in der Quantencomputing-Branche zählt, rate ich Anlegern, die Kursentwicklung nach dem IPO von der Seitenlinie aus zu beobachten. Sehr häufig korrigiert der Kurs bei so hoch bepreisten Börsengang in den darauffolgenden Wochen und Monaten nach unten. Nachdem Quantinuum erst ab 2007 mit weiteren Umsatzsteigerungen rechnet, wird der Aktienkurs möglicherweise erst in einigen Monaten anziehen.