Qualcomm-Aktie +10%: Wird jetzt die KI-Story gespielt?

Zahlen vorgelegt

Die Aktie von Qualcomm hat nach Vorlage der Quartalszahlen ein deutliches Lebenszeichen gesendet. Im nachbörslichen Handel sprang das Papier deutlich zweistellig nach oben und bestätigte damit eindrucksvoll den Kauftipp im gestrigen Update. Aktuell handelt sie vorbörslich mit einem Plus von knapp 10%.

Technician plug in CPU microprocessor to motherboard socket. Computer technology and hardware maintenance. Generative AI.
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Schwaches Smartphonegeschäft belastet die Zahlen

Der Chipkonzern präsentierte für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 Ergebnisse, die stark vom schwachen Smartphone-Markt geprägt waren. Höhere Speicherpreise bremsen weiterhin die Nachfrage nach neuen Geräten, was sich direkt auf die Chipbestellungen auswirkt.

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,65 Dollar und übertraf die Erwartungen leicht. Der Umsatz erreichte 10,59 Milliarden Dollar und lag damit rund 3,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Insgesamt bewegten sich die Zahlen damit im Rahmen der bereits reduzierten Markterwartungen.

Nach Prognosen des Marktforschungsunternehmens International Data Corporation könnte der weltweite Smartphone-Absatz im Jahr 2026 sogar um etwa 13 Prozent zurückgehen. Diese Entwicklung belastet derzeit einen der wichtigsten Geschäftsbereiche des Unternehmens.

Auch der Ausblick auf das kommende Quartal fiel zunächst verhalten aus. Qualcomm rechnet mit Erlösen zwischen 9,2 und 10 Milliarden Dollar nach 10,6 Milliarden Dollar im abgelaufenen Quartal. Beim Gewinn je Aktie werden etwa 2,20 Dollar erwartet, während Analysten bislang rund 2,43 Dollar prognostiziert hatten.

Ein zentraler Grund für die kurzfristige Schwäche liegt laut Unternehmensangaben in der Lagerbereinigung vieler Kunden. Vor allem chinesische Smartphonehersteller bauen zunächst vorhandene Bestände ab, bevor sie neue Chips bestellen.

Der Blick richtet sich zunehmend auf künstliche Intelligenz

Während das Smartphonegeschäft schwächelt, richtet sich der strategische Blick wie von uns erwartet immer stärker auf Anwendungen rund um künstliche Intelligenz. Vorstandschef Cristiano Amon sieht darin eine tiefgreifende Transformation der gesamten Branche.

Die zunehmende Bedeutung sogenannter KI-Agenten beeinflusst laut Unternehmensführung bereits die Entwicklungsstrategie auf nahezu allen Plattformen des Konzerns. Gleichzeitig arbeitet Qualcomm an seinem Einstieg in den Markt für Rechenzentren, in dem maßgeschneiderte Chips für große Cloudanbieter entwickelt werden.

Erste Auslieferungen für einen großen Hyperscaler sollen noch im Laufe dieses Jahres beginnen. Darüber hinaus laufen Gespräche mit weiteren Cloudanbietern sowie staatlichen Initiativen, die eigene KI-Infrastrukturen aufbauen wollen.

Weitere Details zu den geplanten KI-Prozessoren für Rechenzentren sollen auf dem Investor Day am 24. Juni vorgestellt werden. Das Marktpotenzial gilt als erheblich. Der britische Chipdesigner Arm Holdings erwartet beispielsweise, dass der Markt für KI-CPU-Chips bis 2031 ein Volumen von rund 15 Milliarden Dollar erreichen könnte.

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Automotive und IoT treiben das Wachstum

Die aktuellen Quartalszahlen zeigen zudem, dass Qualcomm seine Abhängigkeit vom Smartphone-Markt zunehmend reduziert. Besonders dynamisch entwickelt sich das Automotive-Segment.

Die Umsätze im Autogeschäft legten im Jahresvergleich um 38 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar zu. Gleichzeitig erreichte das Internet-of-Things-Segment einen Umsatz von 1,7 Milliarden Dollar.

Damit generieren die Bereiche Automotive und IoT zusammen bereits mehr als drei Milliarden Dollar pro Quartal. Diese Entwicklung verschafft dem Konzern eine breitere Umsatzbasis, noch bevor die erwarteten KI-Geschäfte im Rechenzentrumsbereich an Fahrt aufnehmen.

Umfangreiche Aktienrückkäufe stärken die Investmentstory

Neben den Wachstumsperspektiven setzt Qualcomm weiterhin stark auf Kapitalrückflüsse an die Aktionäre. Der Konzern kündigte ein neues Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 20 Milliarden Dollar an.

Allein im zweiten Quartal wurden bereits rund 19 Millionen Aktien im Wert von 2,8 Milliarden Dollar zurückgekauft. Gleichzeitig erhöhte das Unternehmen die Quartalsdividende auf 0,92 Dollar je Aktie, was einer jährlichen Rendite von etwa 2,4 Prozent entspricht.

Mit einer Marktkapitalisierung von zuletzt 166 Milliarden Dollar vor der Veröffentlichung der Zahlen könnte das neue Rückkaufprogramm mehr als zehn Prozent der ausstehenden Aktien umfassen. Bereits im vergangenen Jahr wurde die Aktienzahl um 43 Millionen Stück reduziert.

Der Konzern weist aktuell eine Netto-Verschuldung von etwa 5,5 Milliarden Dollar auf. Größere Rückkäufe könnten diese kurzfristig erhöhen, langfristig jedoch den Gewinn pro Aktie deutlich steigern.

Bewertung wirkt im Branchenvergleich weiterhin günstig

Vor den Problemen im Smartphone-Markt lag das erwartete normalisierte Ergebnis je Aktie für das Geschäftsjahr 2027 bei mehr als zwölf Dollar. Auf dieser Basis wurde die Aktie lediglich mit etwa dem 13-Fachen des Gewinns bewertet.

Im Vergleich dazu wird Arm Holdings deutlich höher gehandelt. Die Aktie des britischen Chipdesigners erreichte im Zuge der KI-Euphorie eine Marktkapitalisierung von über 200 Milliarden Dollar. Dabei erwartet das Unternehmen erst für 2031 einen Gewinn je Aktie von rund neun Dollar.

Arm wird damit bereits heute mit einem Vielfachen zukünftiger Gewinne bewertet. Qualcomm hingegen notiert trotz profitabler Geschäfte und möglicher KI-Wachstumsimpulse deutlich günstiger.

Sollten sich die KI-Initiativen im Bereich Rechenzentren und neue Geräteklassen durchsetzen, könnte das Papier sowohl von steigenden Gewinnen als auch von einer höheren Bewertung profitieren.

Risiken im Kerngeschäft bleiben bestehen

Ein zentrales Risiko bleibt der Wettbewerb im Smartphone-Segment. Sollte Qualcomm wichtige Kunden verlieren, könnte das Geschäft weiter unter Druck geraten.

Zu den wichtigsten Partnern gehören unter anderem Apple und Samsung Electronics. Eine stärkere Eigenentwicklung von Chips bei diesen Unternehmen würde die Nachfrage nach Qualcomm-Prozessoren verringern.

Hinzu kommt die Unsicherheit, ob die KI-Initiativen im Rechenzentrumsbereich tatsächlich die erwartete Dynamik erreichen.

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Fazit: KI liefert Phantasie

Trotz der aktuellen Belastungen erscheint die Bewertung der Aktie angesichts der langfristigen Chancen weiterhin moderat. Besonders die Kombination aus KI-Anwendungen, Automotive-Chips und IoT-Lösungen eröffnet neue Wachstumsmärkte.

Mit dem bevorstehenden Investor Day und der zunehmenden Dynamik im KI-Sektor könnten in den kommenden Monaten weitere Impulse folgen. Der zweistellige Kurssprung nachbörslich zeigt bereits, wie sensibel der Markt auf positive Signale reagiert.

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ℹ️ Qualcomm in Kürze

  • Qualcomm (WKN: 883121) ist US-amerikanischer Halbleiterhersteller mit Sitz in San Diego im Bundesstaat Kalifornien.
  • Der Konzern ist Markführer für Chips und Modems für Smartphones. Ein Großteil der weltweit mit dem Android-Betriebssystem ausgestatteten Mobiltelefone läuft auf Qualcomm-Chips.
  • Zudem hält Qualcomm grundlegende Patente an den Mobilfunkstandards 3G, 4G und 5G.
  • Außerdem produziert Qualcomm auch Chipsätze für die Automobilindustrie und Anwendungen im Internet der Dinge.
  • Qualcomm notiert an der US-Technologiebörse Nasdaq und ist derzeit rund 170 Milliarden US$ wert.
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