Infineon haussiert, Brenntag fällt zurück: DAX-Ausblick
Viermal deutlich im Plus
Zum Auftakt der Woche drehte der Markt nach einem schwachen Start wieder deutlich ins Plus – getragen von neuen Friedenshoffnungen. Der Dienstag brachte ebenfalls Gewinne mit sich, auch wenn diese im Tagesverlauf wieder dahinschmolzen. Am Mittwoch sorgten fallende Ölpreise für einen weiteren Gewinntag, ehe sich die Käufer am Donnerstag wieder etwas zurückzogen. Zum Ende der Woche machte der DAX weiteren Boden gut.
Kommt es zu einem Friedensdeal?
Zwar konnte sich der DAX zuletzt trotz geopolitischer Risiken überraschend stabil halten und sogar zulegen, doch die Unsicherheit rund um den Nahost-Konflikt und die wieder steigenden Ölpreise sorgen für Volatilität. Gleichzeitig geraten Inflation und Zinsen erneut stärker in den Fokus der Anleger.
Der Nahkostkonflikt dürfte die Märkte auch in der kommenden Woche in Atem halten. An den europäischen und den US-Börsen wird eine mögliche Einigung zwischen den USA und dem Iran inzwischen weitgehend eingepreist.
US-Präsident Donald Trump hat am Wochenende Hoffnungen auf eine baldige Einigung geschürt, später aber selbst vor übereiltem Optimismus gewarnt. Auch aus Teheran kommen zurückhaltendere Signale. Experten verweisen darauf, dass beide Seiten insbesondere bei der Frage der Urananreicherung weiter auseinanderliegen. Zusätzlich könnten mögliche iranische Gebühren oder Einschränkungen für die Straße von Hormus die Verhandlungen erschweren und den Ölmarkt weiter belasten.
Sofern Du weitere exklusive Aktien suchst: Die konkreten Investmentempfehlungen von sharedeals findest Du in unserem Report Top-Picks 2026.
Ölpreis wird zum entscheidenden Faktor
Die Nordseesorte Brent verteuerte sich zuletzt wieder auf über 104 US$ je Barrel und notiert damit weiterhin deutlich höher als vor Beginn der Eskalation im Nahen Osten. Vor allem die Sorge vor Einschränkungen in der Straße von Hormus treibt die Preise.
Für den DAX ist das ein sensibles Thema. Steigende Energiepreise könnten die Inflation erneut anheizen und damit Hoffnungen auf sinkende Zinsen belasten. Viele Investoren befürchten inzwischen, dass die großen Notenbanken geplante Zinssenkungen verschieben könnten, falls der Preisdruck anhält.
Konjunktur sendet gemischte Signale
Dabei kommen die jüngsten Wirtschaftsdaten aus Deutschland eigentlich überraschend robust daher. Das Bruttoinlandsprodukt legte im ersten Quartal um 0,3% gegenüber dem Vorquartal zu. Gestützt wurde das Wachstum vor allem durch höhere private Konsumausgaben, steigende Löhne sowie staatliche Investitionen – unter anderem im Verteidigungsbereich.
Doch viele Ökonomen warnen davor, daraus bereits eine nachhaltige Trendwende abzuleiten. Die wirtschaftlichen Folgen des Nahost-Konflikts dürften sich erst mit Verzögerung bemerkbar machen. Hohe Energiepreise und eine zunehmende Unsicherheit könnten die Konjunktur im zweiten Quartal schon wieder deutlich bremsen.
Diese Termine werden jetzt wichtig
In der neuen Woche dürften deshalb vor allem Konjunktur- und Inflationsdaten im Fokus stehen. Das wichtigste Ereignis wird voraussichtlich die Veröffentlichung der deutschen Verbraucherpreise am Freitag sein. Experten rechnen damit, dass die Inflationsrate im Mai erstmals seit Ende 2023 wieder über 3% gestiegen ist.
Ebenfalls spannend werden die neuen Arbeitsmarktdaten. Analysten erwarten angesichts schwächerer Geschäftserwartungen und der geopolitischen Unsicherheit einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit.
Von Unternehmensseite könnte die Berichtssaison noch einmal kleinere Impulse liefern. Zahlen stehen unter anderem von Aroundtown, Verve Group und CTS Eventim auf dem Programm. Größere Marktbewegungen dürften allerdings weiterhin vor allem von den geopolitischen Schlagzeilen und der Entwicklung am Ölmarkt abhängen.
Während die Wall Street am Montag aufgrund des „Memorial Day“ geschlossen bleibt, wird in Deutschland an Pfingstmontag gehandelt.
Infineon und Merck KGaA ziehen an, Brenntag sackt ab
In der abgelaufenen Woche waren die Aktien von Infineon und Merck die größten Gewinner im DAX mit Kurszuwächsen von +12,62% und +9,67%. Infineon setzte die Chip-Rallye fort und überwand erstmals seit dem Jahr 2000 die 70-€-Marke.
Die Papiere von Merck KGaA konnten nach der jüngsten Zahlenvorlage und dem angehobenen Jahresausblick weiter zulegen und sich so weiter vom jüngsten Tief im Bereich der 100-€-Marke absetzen.
Deutlich schlechter lief es für die Brenntag-Aktie, die auf Wochensicht -6,35% verlor und wieder zur 50-Tage-Linie (SMA50) zurücklief. Dazu trug auch der Dividendenabschlag am Donnerstag bei.
DAX macht weiteren Boden gut
Der DAX hat sich in der abgelaufenen Woche wieder deutlich nach oben geschoben. Das Signal für die Trendwende kam gleich am Montag durch eine bullische Umkehrformation, ein sogenanntes Bullish Engulfing Pattern.
Dabei gelang auch der Wiederanstieg über die 200-Tage-Linie (SMA200). Im Anschluss behielten die Bullen die Kontrolle und führten den Index am Freitag ganz nah an die 25.000-Punkte-Marke heran.
Es dürfte zu Beginn der neuen Woche gleich im Fokus stehen. Darüber wartet das Hoch der aktuellen Bewegung bei 25.152 Punkten von Anfang Mai. Ein Sprung darüber würde den Weg frei machen für einen Anstieg zum Rekordhoch bei 25.507,79 Punkten.
Prallt der Index von der 25.000-Punkte-Marke nach unten ab, wäre aber auch ein erneuter Rücklauf zur 200-Tage-Linie (SMA200) bei 24.135 Punkten nicht gänzlich auszuschließen.
Wenn Du DAX beobachtet, solltest Du Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung sichern. Im SD Insider Newsletter berichten wir regelmäßig über Entwicklungen bei dieser und ähnlichen Aktien – kompakt und ohne Umwege.
Fazit
Damit bleibt der DAX in einer schwierigen Gemengelage gefangen. Einerseits stützen überraschend robuste Konjunkturdaten und die Hoffnung auf diplomatische Fortschritte. Andererseits lasten steigende Energiepreise, Inflationssorgen und die Gefahr einer weiteren Eskalation im Nahen Osten auf der Stimmung.
Viele Experten sehen deshalb kurzfristig nur begrenztes Aufwärtspotenzial. Oder wie es LBBW-Stratege Berndt Fernow formuliert: Der „Kampf zwischen Bullen und Bären“ sei noch längst nicht entschieden.
Ergänzend sei erwähnt: Top 10 Dividenden Picks 2026 zeigt Dir, wie Du mit zehn ausgewählten Dividenden-Titeln ein breit gestreutes Portfolio aufbaust, das sowohl regelmäßige Ausschüttungen als auch Aufwärtspotenzial bietet.