Puma-Aktie +30% seit April: Was ist jetzt ratsam?
Fußball-WM sorgt für zusätzliche Fantasie
Mit dem näher rückenden Turnier steigt auch das öffentliche Interesse an der Fußball-Weltmeisterschaft. Erfahrungsgemäß profitieren Sportartikelhersteller von solchen Großereignissen, da die Nachfrage nach Trikots, Fußballschuhen und Fanartikeln deutlich zunimmt.
Puma gehört neben Adidas und Nike zu den wichtigsten Ausrüstern von Nationalmannschaften und Profisportlern. Während Adidas das zusätzliche Marktpotenzial auf rund eine Milliarde Euro beziffert, dürfte auch Puma von einem spürbaren Nachfrageimpuls profitieren.
Die positiven Effekte sollten vor allem im zweiten und dritten Quartal sichtbar werden.
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Restrukturierung zeigt erste Erfolge
Das Geschäftsjahr 2026 bezeichnet Puma selbst als Übergangsjahr. Ziel ist es, die Profitabilität zu verbessern und operative Schwächen zu beseitigen.
Ein zentraler Bestandteil der Restrukturierung ist der Abbau der Lagerbestände. Im ersten Quartal konnten diese bereits um 8% auf rund 1,9 Milliarden € reduziert werden. Bis Jahresende soll eine weitere Normalisierung erfolgen.
Der Umsatz ging gegenüber dem Vorjahresquartal leicht auf knapp 1,9 Milliarden € zurück. Besonders Europa entwickelte sich mit einem Minus von 6,3% schwach, während andere wichtige Regionen Wachstum verzeichneten.
Deutlich erfreulicher präsentierte sich die Ertragslage. Die Rohertragsmarge verbesserte sich um 60 Basispunkte auf 47,7%. Dazu trugen unter anderem ein günstigerer Vertriebsmix, niedrigere Transportkosten und geringere Abschreibungen auf Lagerbestände bei.
Das operative EBIT stieg um knapp 20% auf 51,9 Millionen €, obwohl bereits negative Einmaleffekte in Höhe von 12,6 Millionen € enthalten waren.
Besonders auffällig war die Entwicklung beim Nettogewinn: Dieser sprang von 1,1 Millionen € auf 26,5 Millionen €.
Auch beim Cashflow zeigten sich Fortschritte. Der negative Free Cashflow verringerte sich von 737 Millionen € auf 201 Millionen €. Zwar bleibt der Wert negativ, dies ist jedoch für das erste Quartal saisonal üblich.
Die Nettoverschuldung erhöhte sich auf 1,36 Milliarden €, gleichzeitig verfügt Puma aber weiterhin über liquide Mittel von rund 1,1 Milliarden € und bleibt damit finanziell solide aufgestellt.
CEO Arthur Hoeld fasste die Entwicklung wie folgt zusammen:
Operativ sind wir solide in unser Übergangsjahr 2026 gestartet. Wir konnten unsere Lagerbestände schneller als geplant abbauen, haben unser Produktportfolio und operative Ineffizienzen reduziert.
Prognose bleibt unverändert
Trotz der operativen Fortschritte beließ das Management seine Jahresziele unverändert.
Für 2026 rechnet Puma weiterhin mit einem Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Zudem erwartet das Unternehmen einen EBIT-Verlust zwischen 50 und 150 Millionen €. Die geplanten Investitionen liegen bei rund 200 Millionen €.
Die Prognose zeigt, dass sich die Restrukturierung zwar positiv entwickelt, kurzfristig jedoch weiterhin Belastungen verursacht.
Analysten uneinig
Die Analystengemeinde ist derzeit gespalten.
Auf der vorsichtigen Seite stehen unter anderem die UBS mit einem Kursziel von 24,20 € sowie die Deutsche Bank und RBC mit jeweils 25 €.
Deutlich optimistischer äußern sich dagegen die Berenberg Bank mit einem Zielkurs von 40 € sowie Bernstein Research mit 35 €. Beide setzen vor allem auf die langfristigen Effekte der Restrukturierung.
ℹ️ Puma in Kürze
- Die Puma SE (WKN: 696960) ist neben Adidas der führende deutsche Hersteller von Sportartikeln. Das Unternehmen bietet seinen Kunden eine breite Palette aller möglichen Sportutensilien in verschiedenen Sportarten.
- Neben dem Hauptsitz im bayerischen Herzogenaurach unterhält Puma Produktionsstätten in mehr als 25 Ländern: Die Produkte werden in über 105 Ländern weltweit vertrieben.
- Das Unternehmen ist im MDAX gelistet. Die Marktkapitalisierung beträgt knapp 4,3 Milliarden €.
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Fazit
Die operative Entwicklung bei Puma zeigt in die richtige Richtung. Der Lagerabbau gelingt schneller als geplant, die Margen verbessern sich und die Fußball-WM dürfte zusätzliche Umsatzimpulse liefern. Dennoch bleibt die Ertragslage kurzfristig noch relativ schwach. Die bestätigte Jahresprognose mit einem möglichen EBIT-Verlust verdeutlicht, dass die Restrukturierung noch nicht abgeschlossen ist.
Vor diesem Hintergrund erscheint das aktuelle Kursniveau bereits ambitioniert. Einen fairen Wert sehe ich derzeit eher im Bereich von 26 €. Mittelfristig kann sich das Bild jedoch deutlich aufhellen. Sollten die Umstrukturierungsmaßnahmen erfolgreich abgeschlossen werden, wären auch Kurse oberhalb von 30 € fundamental nachvollziehbar.
Wer bereits von der starken Erholung profitiert hat, könnte daher über Teilgewinnmitnahmen nachdenken. Für einen Neueinstieg erscheint das Chancen-Risiko-Verhältnis auf dem aktuellen Niveau dagegen weniger attraktiv.
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