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Porsche-Aktie: Hat dieser Kursturbo noch mehr Power?

Bullische Analysten
Die Porsche-Aktie feierte in den letzten Wochen ein eindrucksvolles Comeback an der Börse. Seit ihrem Allzeittief Ende März hat der Kurs des deutschen Sportwagenbauers um über +30% zugelegt. Und auch am Montagmorgen startet Porsche mit einem Plus von mehr als +3% sehr freundlich in die Handelswoche. Was steckt hinter dem neuen Kursturbo der Schwaben?

Eine bullische Bank

Auslöser des Kursgewinns der Porsche-Aktie zum Wochenauftakt ist die Schweizer Großbank UBS. Mit einer sehr optimistischen Studie sorgte sie für neue Kauflaune unter Anlegern.

In ihrer jüngsten Analyse stufte die UBS die Porsche-Aktie von „Neutral“ auf „Kaufen“ hoch und erhöhte das Kursziel radikal von 40 auf 60 €. Das entspricht einem erwarteten Kurspotenzial von rund 25% zum aktuellen Niveau.

Die UBS-Analysten betitelten ihre Kaufempfehlung vielsagend mit „Die Ikone schlägt zurück“. Sie betonen in ihrer Studie, dass der Turnaround zu alter Ertragsstärke bei den Stuttgartern zwar ein Prozess sei, der sich über Jahre hinwegzieht, jetzt aber der ideale Einstiegszeitpunkt für langfristige Investoren gekommen sei.

Die UBS verweist darauf, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis für Porsche auf Basis der Gewinnschätzungen für das Jahr 2030 bei nur noch 11 liegt – aktuell wird die Aktie mit einem deutlich höheren Forward-KGV von rund 28 bewertet. Sobald die Umstrukturierungen greifen, ist die Aktie auf dem aktuellen Niveau nach Meinung der Schweizer Banker schlichtweg unterbewertet.

Unterstützt wird die positive Analystensicht von den jüngsten Quartalszahlen des Autobauers. Porsche leidet zwar wie die gesamte Branche unter dem schleppenden Hochlauf der Elektromobilität und sinkenden Auslieferungen (vor allem im wichtigen chinesischen Markt). Allerdings hat das Management bewiesen, dass es die Kosten im Griff hat. Die operative Umsatzrendite lag im letzten Quartal mit 7,1% am oberen Ende der eigenen Erwartungen.

Und nicht zuletzt hat Porsche seine Jahresziele für 2026 bestätigt. Auch dieser Faktor spricht nach Meinung der UBS für den Glauben an einen Turnaround.

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Ein entscheidendes Jahr

Porsche befindet sich aktuell mitten im größten Produktanlaufjahr seiner Unternehmensgeschichte. In den letzten Wochen ist bei Anlegern die Zuversicht zurückgekehrt, dass die zahlreichen Modellwechsel die operative Rendite wieder antreiben werden.

Der neue vollelektrische Macan verzeichnet starke Vorbestellungen. Die Modellpflegen des Panamera und des Taycan sowie der mit Spannung erwartete neue 911er mit Hybrid-Antrieb signalisieren dem Markt, dass die Phase der hohen Entwicklungs- und Anlaufkosten bald vorbei ist und eine Phase der hohen Margen beginnen kann.

Ein charttechnisch entscheidender Tag

Es ist ein charttechnisch entscheidender Tag für die Porsche-Aktie. Sie kämpft heute mit ihrem 12-Monatshoch bei ca. 48,50 €.

Sollte der Kurs das Zwischenhoch übersteigen, stehen die Chancen für eine Fortsetzung des Aufwärtstrend gut. Sofern das allerdings nicht gelingt, könnte das der Beginn einer Kurskorrektur sein.

Das alles spricht gegen die Aktie

Mit ihrer bullischen Sichtweise stehen die Experten der UBS ziemlich alleine dar. Das durchschnittliche Kursziel für die Porsche-Aktie liegt mit rund 45 € nicht nur weit unter dem fairen Wert der Schweizer Bank, sondern sogar unter dem aktuellen Kursniveau.

Auch ich bin nach wie vor sehr skeptisch gegenüber der Porsche-Aktie eingestellt und kann den Optimismus der UBS-Analysten nicht nachvollziehen. Das Forward-KGV auf die Gewinnschätzung des Jahres 2030 zu beziehen und die Aktie auf dieser Basis als unterbewertet zu bezeichnen, ist ein doofer Taschenspielertrick. Mit diesem Vorgehen kann man so gut wie jede Aktie der Welt als unterbewertet bezeichnen.

Die Absatzzahlen und die Gewinnmarge von Porsche sprechen eine ganz andere Sprache. Im ersten Quartal 2026 brachen die Verkaufszahlen der Schwaben um 15% gegenüber dem Vorjahr ein. Zudem ist eine operative Marge von 7% für einen Autobauer, dessen Fahrzeuge im Schnitt rund 125.000 € kosten, ein schlechter Scherz. Das miese Profitabilitätsniveau zeigt, dass Porsche seine Kosten keineswegs im Griff hat.

Erschwerend kommt für mich hinzu, dass der ikonische Markenname von Porsche in wichtigen Absatzregionen der Welt, allen voran in China, einfach nicht mehr so zieht wie in der Vergangenheit. Viele chinesische Käufer mit einem Faible für schnelle Autos kaufen sich heutzutage genauso gerne einen Sportwagen von BYD, Xiaomi oder einer anderen heimischen Marke, anstatt das Doppelte für einen Porsche auszugeben.

Aktien, an die wir im Gegensatz zu Porsche glauben, findest Du in unserem kostenlosen Report Top-Picks 2026.

ℹ️ Porsche AG in Kürze

  • Die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG (WKN: PAG911) mit Sitz in Stuttgart ist der größte reine Sportwagenhersteller der Welt.
  • Die Produktion erfolgt überwiegend in Stuttgart-Zuffenhausen sowie in Leipzig und Bratislava.
  • Porsche ist im deutschen Nebenwerteindex MDAX gelistet und an der Börse ca. 22,0 Milliarden € wert.

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Fazit

Ich bin und bleibe vorerst skeptisch gegenüber der Porsche-Aktie eingestellt. Der Turnaround der Sportwagenbauers ist noch längst nicht geschafft. Nur wenn die neuen Modelle gut am Markt ankommen werden Absatz und Gewinn der Schwaben wieder anziehen. Diesen Beweis muss Porsche erst erbringen.