PayPal-Aktie nach Apple-Angriff: Die Schlüsselzahl für Investoren

PayPal
14.06.24 um 12:09

Die PayPal-Aktie (WKN: A14R7U) ist seit dem Frontalangriff von Apple stark angeschlagen. Trotz positiven News am Donnerstag rauschte das US-Papier den dritten Tag in Folge um rund -3% in die Tiefe. Welche die wichtigste Kennzahl ist, die Anleger jetzt verfolgen müssen, und warum der Nasdaq-Titel weiterhin ein Kauf ist.

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eBay setzt auf Venmo

Seit der Kampfansage des Konkurrenten Apple Anfang der Woche taumelt die PayPal-Aktie südwärts. Am Donnerstag rutschte der Titel trotz einer positiven Neuigkeit im Vorfeld den dritten Tag in Folge um rund -3% ab.

So kann der US-Konzern bald mit zusätzlichen Einnahmen durch Venmo rechnen. Der E-Commerce-Riese eBay hatte kurz vor US-Handelsstart bekannt gegeben, dass die PayPal-Zahlungsoption bald an seiner Online-Kasse verfügbar sein wird.

Venmo wird demnach in den kommenden Wochen zunächst für US-Käufer auf ebay.com sowie in der eBay-App verfügbar sein. Käufer können ihre Einkäufe dann entweder mit ihrem Venmo-Guthaben bezahlen oder mit ihrem Bankkonto, ihrer Debit- oder Kreditkarte, die mit ihrem Venmo-Konto verknüpft ist.

In seinem Statement betonte das Online-Auktionshaus, dass Venmo schnell, sicher und sozial sei und außerdem bekannt „für seine Beliebtheit bei der Generation Z und den Millennials“.

In seinem Bestreben, ein friktionsloses und sicheres Handelserlebnis zu bieten, hat eBay vergangene Woche erst angekündigt, American-Express-Karten wegen „inakzeptabel hohen Gebühren“ in Zukunft nicht mehr als Zahlungsoption zu akzeptieren.

Tops und Flops bei PayPal

Es ist bereits das vierte Mal in diesem Jahr, dass die PayPal-Aktie nach einer kurzen Rallye knapp unter der 70-US$-Marke hart abgeprallt ist.

Das US-Tech-Papier kommt von seinem historisch niedrigen Bewertungsniveau derzeit nicht weg. Der Grund: Das neue Management um CEO Chriss hat in den vergangenen Monaten zwar diversen vielversprechenden Projekte auf den Weg gebracht, die Entwicklung der Fundamental-Zahlen ist in der Gänze jedoch weiterhin als durchwachsen zu bezeichnen.

Hier eine Übersicht zu dem positiven und negativen geschäftlichen Trend:

Top 1 – Betriebsergebnis und Marge: Das operative Ergebnis hat zuletzt einen historischen Höchststand erreicht, während das entsprechende Wachstum in Q1 mit 15,7% deutlich über dem Niveau vor der Pandemie liegt. Auch die operative Marge hat sich in den letzten vier Quartalen um 13% stabilisiert, nachdem sie zuvor vom Spitzenwert des Jahres 2021 (17,9%) auf einen einstelligen Wert gefallen war.

Top 2 – Transaktionen pro aktivem Konto: Diese Kennzahl, die derzeit bei 60 im Monat liegt, deutet auf ein sich verbesserndes Engagement der Kunden hin. Das Wachstum liegt hier bei 13% p.a.

Top 3 – Aktienrückkäufe: Aus Aktionärssicht ist es zweifelsfrei erfreulich, dass PayPal in den vergangenen vier Jahren über 5 Milliarden US$ p.a. in Rückkaufprogramme gesteckt hat. Die aktuelle Rückkaufrendite liegt bei gut 7%.

Flop 1 – Umsatzwachstum: In den letzten drei Jahren hat sich die jährliche Wachstumsrate auf nur noch ein Drittel der Pandemie-Höchststände reduziert.

Flop 2 – Aktive Konten und Take-Rate: Die Zahl der aktiven Konten sinkt seit 2022 langsam, aber kontinuierlich. Auch die Take-Rate –  der Betrag, den PayPal pro Dollar der Transaktion einnimmt – ging zuletzt immer weiter zurück und liegt aktuell bei 1,74%, verglichen mit 2,27% in Q4 2019.

Flop 3 – Wachstum des Gesamtzahlungvolumens (TPV): Das TPV-Wachstum hat sich seit dem Top-Jahr 2021 (fast 50%) konsolidiert und blieb zuletzt bei Werten zwischen 10 und 13% deutlich unter dem Vor-Pandemie-Niveau – immerhin, angesichts des Aktiv-Konten-Schwunds.

Ein aussichtsreiches Play

Seit fast einem Jahr schon krebst die PayPal-Aktie bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis zwischen 17 und 20 herum. Für ein Wachstumsunternehmen ist das eine bemerkenswert günstige Bewertung. Sollte die Zahl der aktiven Konten jedoch weiter Jahr für Jahr zurückgehen, hat das KGV aus Anlegersicht wenig Bedeutung.

Der US-Konzern muss die Abwanderung dringend stoppen, um nicht zu einem Falling Business zu werden. Die Active Accounts sind daher die wichtigste Kennzahl, die Anleger im Auge behalten müssen.

Die PayPal-Aktie bleibt meiner Ansicht nach dennoch ein klarer Kauf – und zwar als eine Art „Mean-Reverting-Play“, da der Kurs einen Boden gefunden hat und bei guten Neuigkeiten schnell und weit zum durchschnittlichen Bewertungsniveau der vergangenen Jahre ansteigen kann.

ℹ️ PayPal in Kürze

  • PayPal betreibt den weltweit bekanntesten Online-Bezahldienst. Im letzten Quartal nutzten über 430 Millionen Verbraucher weltweit den Service für Online-Überweisungen und die Bezahlung von Rechnungen im Internet.
  • Das Unternehmen mit Sitz in San José im US-Bundestaat Kalifornien ist Teil des Nasdaq 100 und des S&P 500 Index.
  • PayPal hat einen aktuellen Börsenwert von rund 68 Milliarden US$.

 

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