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Oracle-Aktie: Kann man hier sein Geld mehr als verdoppeln?

Bullen gegen Bären
Die Börse hat die Vorstellung der Quartalszahlen mit einem Absturz der Oracle-Aktie von -10% quittiert. Wie wird es nun weitergehen mit dem Cloud- und Software-Riesen? Können Anleger mit einem Investment tatsächlich ihren Einsatz verdoppeln?

Hervorragende Zahlen und Prognosen

Die Quartalszahlen von Oracle fielen hervorragend aus: Umsatzsteigerung von 21% gegenüber dem Vorjahr. Gewinn je Aktie von 2,11 US$ deutlich über dem Analystenkonsens von 1,96 US$.

Eindrucksvolles Wachstum von 93% im Cloud-Infrastrukturgeschäft. Und nicht zuletzt eine Explosion des Auftragsbestands (Remaining Performance Obligations) von 138 auf 638 Milliarden US$.

Noch besser: Das Umsatzziel für Geschäftsjahr 2027 wurde mit 90 Milliarden US$ bekräftigt, gleichzeitig aber die Prognose für die bereinigten EPS auf 8,05 US$ angehoben.

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Warum ist die Börse so kritisch?

Aber die Börse ist derzeit sehr skeptisch gegenüber der gesamten Cloud-Branche eingestellt. Die extrem hohen Investitionserfordernisse verunsichern Anleger massiv, besonders im Fall von Oracle.

Der Konzern gab im letzten GJ fast 56 Milliarden US$ an Capex aus. Das ist selbst für eine Gelddruckmaschine wie Oracle ein nicht stemmbarer Betrag. Aus einem operativen Cashflow von 32 Milliarden US$ wurde dadurch ein Free Cashflow von -24 Milliarden US$.

Im laufenden, neuen GJ sollen die Capex auf bis zu 95 Milliarden US$ steigen. Oracle benötigt demnach Geld — sehr viel Geld. Rund 40 Milliarden US$ will der IT-Giganten über Fremd- und Eigenkapital einwerben. Ob das reicht, darf bezweifelt werden.

Ein Loch zwischen Börsenrealität und Analystenschätzungen

Bei kaum einem anderen Big Tech-Konzern klafft momentan ein so großes Loch zwischen der Realität an der Börse und den Einschätzungen der Analysten. Das durchschnittliche Kursziel der Banken für die Oracle-Aktie liegt mit 255 US$ derzeit knapp +40% über dem aktuellen Kursniveau.

Aber die Bandbreite der Kursziele von 160 bis 400 US$ zeigt auch, wie groß die Unsicherheit bei der Bewertung der Oracle-Aktie momentan ist. Auch die sehr unterschiedlichen Reaktionen der Analysten auf die jüngsten Zahlen zeigen die Uneinigkeit in Bezug auf Oracle. Während manche Banken ihre Kursziele anhoben, senkten andere ihren fairen Wert.

Die Bullen betonen in ihren Statements, dass die langfristige „KI-Wette“ bei der Oracle-Aktie voll intakt ist. Sie loben die extrem starke Pipeline des Konzerns und die massive Dynamik im Bereich der Cloud-Infrastruktur.

Für die Bären stehen hingegen die Finanzierungsrisiken im Vordergrund. Sie haben die Sorge, dass die Belastungen durch hohe zweistellige oder sogar dreistellige Milliardeninvestitionen selbst die Möglichkeiten eines Big Tech-Konzerns wie Oracle langfristig übersteigen.

Massiv bergab

Die Oracle-Aktie befindet sich seit Monatsbeginn in einem massiven Abwärtstrend. Seit dem 1. Juni hat sie mehr als -25% an Wert eingebüßt.

Bei 161 US$ erwartet den Kurs ein starker Support. Spätestens hier sollte die Oracle-Aktie einen Halt finden.

Das macht Sorgen

Ich halte mich in meinem Urteil eher an die Bären und die Reaktion der Börse. Oracle ist zweifellos auf bestem Wege, mittelfristig im Konzert der großen Cloud-Provider mitzuspielen.

Ob eine Teilnahme an diesem „Orchester“ allerdings so erstrebenswert ist, wage ich zu bezweifeln. Auch ich teile die Sorge, dass die gigantischen Investitionen in KI-Rechenzentren am Ende nur magere Renditen abwerfen werden.

Der gewaltige Boom in diesem Bereich könnte mittelfristig zu Überkapazitäten und einem harten Preiskampf zwischen den Anbietern führen. Das dürfte die sehr hohen Gewinnmargen von Oracle aus dem Software-/Datenbanksektor schmälern.

Ein Forward-KGV von 23 mag für einen Big Tech-Konzern, der mit über +30% wächst und herausragende Margen erwirtschaftet, auf den ersten Blick ein echtes Schnäppchen darstellen. Auf den zweiten Blick ist es das meiner Meinung nach nicht. Ich glaube, dass die Margen von Oracle mittel- bis langfristig unter Druck geraten werden.

Zum Abschluss: Bei diesem Aktien glauben wir daran, dass sie zu den KI-Gewinnern zählen. Du findest sie in unserem KI-Gewinner 2026 Report!

ℹ️ Oracle in Kürze

  • Oracle (WKN: 871460) ist ein US-Soft- und Hardwarekonzern mit Hauptsitz in Austin im US-Bundesstaat Texas.
  • Bekannt ist der Konzern vor allem als Betreiber eines Datenbanksystems. Darüber hinaus bietet Oracle seinen Kunden Cloud-Infrastruktur und zahlreiche Anwendungen an.
  • Gegründet im Jahre 1977 und mit einem Jahresumsatz von fast 70 Milliarden US$ zählt Oracle zu den ältesten und größten Tech-Konzernen weltweit.
  • Oracle ist Mitglied im US-Leitindex S&P 500 und ca. 530 Milliarden US$ wert.

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Fazit

Die Bullishness mancher Analysten, die eine Kursverdoppelung der Oracle-Aktie prophezeien, kann ich nicht nachvollziehen. Viel eher macht mir die „All-in-Strategie“ des Konzerns bei Rechenzentren sorgen. Sie führt zwar zu einem gigantischen Umsatzwachstum. Dieses wird sich meiner Einschätzung nach aber nicht in ein proportionales Gewinnwachstum ummünzen lassen.