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Novo Nordisk-Aktie: Bricht sie jetzt aus?

Chart gibt Hoffnung
Redaktion
Die Aktie von Novo Nordisk steht nach einer längeren Schwächephase erneut im Fokus und zeigt technische Ausbruchstendenzen. Trotz operativer Herausforderungen und eines deutlichen Kursrückgangs übr das letzte Jahr sprechen mehrere Faktoren dafür, dass der dänische Pharmakonzern langfristig weiterhin erhebliches Wachstumspotenzial besitzt.

Starke Zahlen verdecken operative Schwächen

Auf den ersten Blick präsentierte Novo Nordisk für das erste Quartal 2026 beeindruckende Kennzahlen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 24 Prozent auf 96,8 Milliarden dänische Kronen. Das operative Ergebnis legte um 53,7 Prozent auf 59,6 Milliarden Kronen zu, während der verwässerte Gewinn je Aktie um 67,1 Prozent auf 10,91 Kronen kletterte.

Diese Entwicklung vermittelt jedoch ein verzerrtes Bild. Seit dem Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht das Unternehmen zusätzlich bereinigte Kennzahlen, die außergewöhnliche und einmalige Effekte ausklammern. Auf dieser Basis gingen die Umsätze zu konstanten Wechselkursen um vier Prozent auf 70,1 Milliarden Kronen zurück. Das operative Ergebnis sank sogar um sechs Prozent auf 32,9 Milliarden Kronen. Positiv entwickelte sich hingegen der freie Cashflow, der um 13 Prozent auf 12,8 Milliarden Kronen zulegte.

Auch der Ausblick für das Gesamtjahr bleibt verhalten. Das Management erwartet weiterhin rückläufige Umsätze und operative Gewinne. Die Prognose wurde zwar leicht angehoben, dennoch rechnet Novo Nordisk für 2026 mit einem Rückgang zwischen vier und zwölf Prozent bei Umsatz und operativem Ergebnis.

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Kerngeschäft gerät zunehmend unter Druck

Ein Blick auf die einzelnen Produktgruppen zeigt die aktuellen Herausforderungen deutlich. Die Insulinumsätze sanken zu konstanten Wechselkursen um 17 Prozent auf 11,6 Milliarden Kronen. Besonders stark fielen die Rückgänge bei Humaninsulin aus.

Auch die bislang wichtigste Wachstumssäule schwächelt. Die Umsätze mit GLP-1-Präparaten gingen im ersten Quartal um elf Prozent auf 32,7 Milliarden Kronen zurück. Das Diabetesmedikament Ozempic verzeichnete einen Umsatzrückgang von acht Prozent und bleibt dennoch mit einem Anteil von fast 40 Prozent am Gesamtumsatz das wichtigste Einzelprodukt des Konzerns. Rybelsus musste sogar ein Minus von 15 Prozent hinnehmen.

Lediglich das Geschäft mit Adipositas-Therapien entwickelte sich weiterhin dynamisch. Die Erlöse stiegen um 22 Prozent auf 20,9 Milliarden Kronen. Wegovy als Injektionspräparat erzielte ein Umsatzplus von zwölf Prozent, während die neue Tablettenform bereits mehr als 2,2 Milliarden Kronen Quartalsumsatz beisteuerte.

Der Markt für Adipositas-Medikamente wächst rasant

Trotz der aktuellen Schwierigkeiten bleiben die langfristigen Wachstumsaussichten vielversprechend. Nach Schätzungen des International Diabetes Federation Diabetes Atlas könnte die Zahl der Diabetespatienten weltweit auf rund 850 Millionen Menschen steigen. Vor allem Typ-2-Diabetes wird dabei eine zentrale Rolle spielen.

Hinzu kommt, dass weltweit mehr als 1,7 Milliarden Menschen von Übergewicht oder Adipositas betroffen sind. Die Erkrankung steht mit über 200 gesundheitlichen Folgeproblemen in Verbindung und verursacht erhebliche Kosten für Gesundheitssysteme.

Entsprechend optimistisch fallen die Prognosen für den Markt aus. Mehrere Studien erwarten in den kommenden Jahren ein enormes Wachstum bei GLP-1-Medikamenten. Schätzungen gehen davon aus, dass das Marktvolumen bis zum Ende des Jahrzehnts zwischen 150 und 200 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Selbst konservativere Prognosen rechnen weiterhin mit einem Markt von rund 100 Milliarden US-Dollar bis 2030.

Für Novo Nordisk bedeutet dies ein attraktives Umfeld, in dem das Unternehmen trotz zunehmender Konkurrenz weiterhin erhebliche Wachstumschancen besitzt.

Expansion in neue Therapiegebiete eröffnet zusätzliche Chancen

Die Strategie des Konzerns beschränkt sich längst nicht mehr auf Diabetes und Gewichtsreduktion. Besonders vielversprechend sind die Erkenntnisse aus der SELECT-Studie mit Semaglutid.

Neben einem nachhaltigen Gewichtsverlust zeigte die Untersuchung deutliche Vorteile bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenproblemen und der Vorbeugung von Diabetes. Dadurch ergeben sich zahlreiche neue Einsatzmöglichkeiten für bestehende Wirkstoffe.

Sollten sich diese Ergebnisse in weiteren Studien bestätigen, könnte Novo Nordisk sein Produktportfolio deutlich erweitern und zusätzliche Patientengruppen erschließen. Das würde die Abhängigkeit von einzelnen Indikationen reduzieren und neue Wachstumsmärkte erschließen.

Patentschutz sichert wichtige Umsatzquellen

Kurzfristig stellt der Patentschutz keine ernsthafte Bedrohung dar. Sowohl Ozempic als auch Wegovy genießen in den wichtigsten Märkten weiterhin umfassenden Schutz. In der Europäischen Union laufen die Patente voraussichtlich bis 2031, in den USA bis 2032.

Zwar endet der Patentschutz in China bereits 2026, doch der chinesische Markt trägt bislang nur einen vergleichsweise kleinen Anteil zum Konzernumsatz bei. Die Gefahr durch Nachahmerprodukte bleibt daher in den kommenden Jahren überschaubar.

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Wegovy-Tablette entwickelt sich zum Erfolg

Besonders positiv fällt die Entwicklung der neuen Wegovy-Tablette aus. Seit ihrer Einführung Anfang Januar 2026 in den USA wurden innerhalb weniger Monate mehr als drei Millionen Verschreibungen registriert. Aktuell liegt die Zahl der wöchentlichen Verschreibungen bei rund 225.000.

Bemerkenswert ist dabei, dass mehr als 80 Prozent der neuen Patienten zuvor keine GLP-1-Therapie genutzt hatten. Dies deutet darauf hin, dass das Präparat neue Kundengruppen erschließt und den Gesamtmarkt erweitert, anstatt lediglich bestehende Umsätze zu verlagern.

Die internationale Expansion soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen und könnte zusätzliche Impulse liefern.

Konkurrenzkampf mit Eli Lilly bleibt intensiv

Der wichtigste Wettbewerber bleibt weiterhin Eli Lilly. Zwar brachte das Unternehmen bereits im April 2026 mit Foundayo ebenfalls eine Adipositas-Tablette auf den Markt, doch die bisherigen Verschreibungszahlen sprechen eher für Novo Nordisk.

Während die Wegovy-Tablette in den ersten Wochen eine starke Dynamik entwickelte, blieb das Wachstum des Konkurrenzprodukts bislang deutlich dahinter zurück. Erste Marktindikatoren deuten darauf hin, dass Novo Nordisk im Bereich der oralen Adipositas-Therapien aktuell einen Vorsprung besitzt.

Ob dieser Vorteil dauerhaft Bestand hat, wird sich allerdings erst in den kommenden Quartalen zeigen.

Bewertung spricht für erhebliches Aufholpotenzial

Aus Bewertungssicht erscheint die Aktie weiterhin attraktiv. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt derzeit bei kaum über 10 und damit deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre von über 25.

Der auf den freien Cashflow bezogene Bewertungsmaßstab wirkt zwar auf den ersten Blick sehr hoch, allerdings wurde dieser in den vergangenen Jahren durch massive Investitionen belastet. Die Investitionsausgaben stiegen von rund sechs Milliarden Kronen im Jahr 2021 auf etwa 60 Milliarden Kronen im Jahr 2025.

Sollte sich dieses Investitionsniveau in den kommenden Jahren normalisieren, dürfte sich auch die Cashflow-Entwicklung deutlich verbessern.

Auf Basis verschiedener Discounted-Cashflow-Modelle ergibt sich je nach Annahmen ein innerer Wert zwischen 353 und 600 Kronen (47,22 € und 80,27 €) je Aktie. Selbst vorsichtige Szenarien deuten damit auf eine mögliche Unterbewertung hin.

ℹ️ Novo Nordisk in Kürze

  • Novo Nordisk (WKN: A3EU6F) mit Sitz in Bagsværd bei Kopenhagen produziert und vermarktet pharmazeutische Produkte und Dienstleistungen.
  • Der Konzern ist der weltweit führende Hersteller von Insulin. Fast jedes dritte Diabetes-Präparat weltweit stammt vom dänischen Pharmakonzern. Außerdem ist Novo Nordisk in den Bereichen Blutgerinnungsmedikamente und Hormonersatztherapien aktiv.
  • Darüber hinaus ist Novo Nordisk eines der weltweit führenden Unternehmen in der Herstellung von Adipositas-Medikamenten (Mittel zur Gewichtsabnahme).
  • Das Unternehmen wird aktuell mit rund 132 Milliarden € bewertet.

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Redaktion

Fazit

Novo Nordisk durchlebt derzeit eine schwierige Phase mit rückläufigen Umsätzen in wichtigen Produktbereichen und wachsendem Wettbewerbsdruck. Die starke Position im Adipositas-Markt, vielversprechende neue Anwendungsgebiete und die erfolgreiche Einführung der Wegovy-Tablette sprechen jedoch dafür, dass die langfristigen Wachstumsperspektiven weiterhin intakt sind. Kurse um 40 € stellen aus unserer Sicht ein attraktives Einstiegsniveau dar, zumal der Konzern weiterhin als zuverlässiger Dividendenzahler gilt.

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