Nel ASA-Aktie: Der Kapitän geht von Bord
Ein Paukenschlag in der Chefetage
Zum Wochenbeginn sorgte Nel ASA mit einem Paukenschlag in der Chefetage für Aufsehen. Am Montagabend gab das Unternehmen bekannt, dass der amtierende Vorstandsvorsitzende Håkon Volldal seinen Rücktritt eingereicht hat.
Volldal verlässt das Unternehmen nach fast vier Jahren im Amt auf eigenen Wunsch, um eine neue berufliche Herausforderung in einer völlig anderen Branche anzunehmen. Er wird in Zukunft die Geschicke des norwegischen Verpackungskonzerns Elopak als Vorstandsvorsitzender lenken.
Da Volldal eine sechsmonatige Kündigungsfrist hat, bleibt er vorerst bei Nel ASA im Amt, während der Aufsichtsrat nach einem Nachfolger sucht. Die strategische Ausrichtung soll sich laut Aufsichtsratschef Arvid Moss nicht ändern.
Dennoch reagierte der Markt geschockt. Am gestrigen Dienstag sackte die Nel ASA-Aktie um -10% ab. Ein plötzlicher Führungswechsel mitten in einer kritischen Marktphase sorgt bei Anlegern fast immer für Verunsicherung.
Ein durchwachsene Bilanz
Die Bilanz Volldals als CEO von Nel ASA muss man als durchwachsen bezeichnen. Von 2022 bis 2025 hat sich der Umsatz des Wasserstoffunternehmens kaum erhöht. Die Verluste konnten zwar eingedämmt werden, aber von operativer Profitabilität ist der Elektrolyseurhersteller immer noch meilenweit entfernt.
Nun muss man zur Ehrenrettung Volldals sagen, dass er keine einfache Zeit hatte. Aufgrund unklarer langfristiger staatlicher Förderungen in vielen Ländern zögerten Großkunden finale Investitionsentscheidungen für Wasserstoffprojekte oft über Jahre hinaus. Das führte dazu, dass sich der erhoffte, massive Auftragsboom weiter nach hinten verschob.
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Aber letztlich zählen in der Wirtschaft und an der Börse nur Erfolge und keine Ausreden. Der neue CEO von Nel ASA übernimmt kein leichtes Amt. In einigen Foren wird derzeit darüber diskutiert, dass das Unternehmen seine Produktionskapazitäten temporär heruntergefahren hat — kein gutes Zeichen.
Alle Kursgewinne verpufft
Das Chartbild der Nel ASA-Aktie ist einfach nur gruselig. Innerhalb von nicht einmal drei Wochen hat die Aktie alle im April und Mai angefallenen Kursgewinne wieder abgegeben. Ich gehe davon aus, dass der Wasserstofftitel sich in den kommenden Wochen und Monaten wieder in einer Spanne von 0,18 und 0,20 € einpendeln wird.
Der neue Kapitän wird das Schiff nicht retten
Ich glaube, dass ein neuer Kapitän das sinkende Schiff Nel ASA nicht vor dem Untergang retten kann. Der Elektrolyseurhersteller leidet unter einer fatalen Kombination aus schwacher Marktentwicklung und starkem Wettbewerb.
Diese Todeskombinaton führt zu sinkenden Umsätzen, einbrechenden Auftragseingängen, hohen Verlusten und einem massiven Cashburn. Meiner Meinung nach wird sich Nel ASA nicht aus dieser missliche Situation befreien können.
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ℹ️ Nel ASA in Kürze
- Nel ASA (WKN: A0B733) bietet Lösungen für die Herstellung, Speicherung und Verteilung von aus elektrischer Energie gewonnenem Wasserstoff an.
- Kerngeschäft des norwegischen Unternehmens mit Sitz in Oslo ist die Produktion von Elektrolyseuren zur Gewinnung von Wasserstoff.
- Nel ASA notiert an der Börse Oslo und ist derzeit rund 440 Millionen € wert.
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Fazit
Seit vielen Jahren empfehle ich Anlegern, die Finger von der Nel ASA-Aktie zu lassen. Sie gehört meiner Überzeugung nach zu den Verlierern der Wasserstoffbranche.
Das zeigt auch die Kursentwicklung der Norweger. Während andere Wasserstofftitel in letzter Zeit einen Boom an der Börse erlebten, dümpelt der Kurs der Nel ASA-Aktie seit über einem Jahr bei ca. 0,20 € herum. Der neue Kapitän wird daran nichts ändern können.