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Mercedes-Benz schmiert ab, Zalando klettert: DAX-Ausblick

Leichte Korrekturen
Der DAX ist in der abgelaufenen Handelswoche wieder etwas zurückgefallen. Unter dem Strich büßte das größte deutsche Börsenbarometer knapp 350 Punkte ein und schloss -1,39% tiefer mit 24.756 Punkten. Die höchsten Verluste gab es bei Porsche SE und Mercedes-Benz, Zalando war bester DAX-Wert. Doch wie geht es nun weiter?

Es geht weiter hin und her

Zu Wochenbeginn gab der Index trotz anfänglicher Gewinne etwas nach, ehe es am Dienstag wieder steigende Kurse gab. Zunehmende Spannungen im Nahostkonflikt sowie neue Zollandrohungen sorgten am Mittwoch für einen scharfen Rücksetzer, der am Donnerstag aber schon wieder gekauft wurde. Am Freitag gab der DAX wieder nach und schloss auf seinem Wochentief.

Anleger treten auf die Euphoriebremse

Ein starker US-Arbeitsmarkt, neue Inflationssorgen und die angespannte Lage im Nahen Osten haben die Aktienmärkte zum Wochenschluss kräftig durchgeschüttelt. Nach monatelanger Euphorie rund um Künstliche Intelligenz kam es insbesondere bei Technologie- und Halbleiterwerten zu deutlichen Gewinnmitnahmen. Während an der Wall Street die größte Verkaufswelle seit Monaten über den Markt hinwegfegte, geriet auch der DAX unter Druck.

Die neue Handelswoche beginnt damit in einem Umfeld, das von Unsicherheit geprägt ist – und genau deshalb besonders spannend werden dürfte.

KI-Rallye gerät ins Stocken

Im Mittelpunkt steht zunächst die Frage, ob die jüngste Schwäche im KI-Sektor lediglich eine gesunde Konsolidierung nach der spektakulären Rally der vergangenen Monate ist oder den Beginn einer breiteren Korrektur markiert. Vor allem Chipwerte standen zuletzt weltweit unter Verkaufsdruck. Anleger nutzten die hohen Bewertungen, um Gewinne mitzunehmen. Dennoch bleibt das Thema Künstliche Intelligenz einer der wichtigsten Kurstreiber an den Märkten.

Das zeigt sich nicht zuletzt am bevorstehenden Börsengang von SpaceX, der am Freitag über die Bühne gehen soll. Da Elon Musk inzwischen auch seine KI-Aktivitäten rund um xAI in das Unternehmen integriert hat, wird das Börsendebüt weit über die Raumfahrtbranche hinaus Beachtung finden. Anleger werden genau beobachten, wie groß die Nachfrage nach einem der am höchsten bewerteten Wachstumsunternehmen der Welt ausfällt.

Nahost bleibt ein Risikofaktor

Gleichzeitig sorgen geopolitische Risiken weiterhin für Nervosität. Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt, und insbesondere die Situation rund um die Straße von Hormus steht im Fokus. Sollte die wichtige Handelsroute dauerhaft beeinträchtigt bleiben, drohen höhere Ölpreise und damit zusätzlicher Inflationsdruck.

Die Märkte scheinen sich zwar zunehmend an die Krisenlage gewöhnt zu haben, doch jede weitere Eskalation könnte die Risikobereitschaft der Investoren schlagartig dämpfen. Vor allem die Entwicklung der Energiepreise bleibt ein entscheidender Faktor für die Inflationsaussichten auf beiden Seiten des Atlantiks.

Starker US-Arbeitsmarkt verändert die Zinsperspektive

Makroökonomisch hat der überraschend starke US-Arbeitsmarktbericht die Spielregeln verändert. Im Mai entstanden deutlich mehr neue Stellen als erwartet – ein Zeichen für die robuste Verfassung der amerikanischen Wirtschaft. Gleichzeitig schwinden damit die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen durch die US-Notenbank.

Im Gegenteil: Die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen hat zuletzt wieder zugenommen. Für die Aktienmärkte ist das eine unangenehme Kombination. Eine starke Wirtschaft stützt zwar die Unternehmensgewinne, doch dauerhaft hohe Zinsen belasten insbesondere wachstumsstarke Technologieunternehmen.

US-Inflationsdaten rücken in den Fokus

Entsprechend richtet sich der Blick der Anleger bereits am Mittwoch auf die neuen US-Verbraucherpreisdaten. Sie gelten als wichtiger Gradmesser dafür, ob die Federal Reserve ihren restriktiven Kurs möglicherweise noch einmal verschärfen muss.

Sollten die Verbraucherpreise stärker steigen als erwartet, dürfte die Debatte über weitere Zinsschritte erneut Fahrt aufnehmen. Besonders aufmerksam werden die Märkte dabei auf mögliche Auswirkungen steigender Energiepreise und höherer Transportkosten blicken.

EZB vor richtungsweisender Entscheidung

In Europa steht am Donnerstag die Sitzung der Europäischen Zentralbank im Mittelpunkt. Eine Zinserhöhung gilt als wahrscheinlich, noch wichtiger werden jedoch die neuen Wirtschafts- und Inflationsprognosen der Notenbank sein.

Investoren erhoffen sich Hinweise darauf, wie stark die EZB die Risiken aus steigenden Energiepreisen und geopolitischen Spannungen in ihre künftige Geldpolitik einbezieht. Auch die Aussagen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde könnten die Richtung für die europäischen Märkte vorgeben.

Unternehmensnachrichten treten in den Hintergrund

Auf Unternehmensseite sorgen die Jahreszahlen von Heidelberger Druckmaschinen sowie die Verkehrsdaten des Flughafenbetreibers Fraport für zusätzliche Impulse. Im Vergleich zu den großen makroökonomischen Themen dürften diese Termine jedoch eher eine Nebenrolle spielen.

Umso größer dürfte die Aufmerksamkeit für den Börsengang von SpaceX ausfallen. Der Rekord-IPO könnte zum Stimmungsbarometer für den gesamten Technologie- und KI-Sektor werden und zeigen, wie aufnahmefähig die Kapitalmärkte für hoch bewertete Wachstumsunternehmen derzeit noch sind.

Autowerte unter Druck, Zalando weiter erholt

Hierzulande waren in der abgelaufenen Woche die Aktien von Porsche SE und Mercedes-Benz die größten Verlustbringer mit Abschlägen von -6,51% bzw. -8,04%. Porsche SE litt unter der allgemeinen Schwäche im Autosektor und darunter, dass die Aktie aus dem DAX in den MDAX absteigt.

Auch Mercedes-Benz bekam die Sektorschwäche zu spüren. Laut einer Studie von EY haben deutsche Autobauer im ersten Quartal weiter an Boden gegenüber der internationalen Konkurrenz verloren. Und es ist mit weiterem Gegenwind zu rechnen.

Besser lief es für die Papiere von Zalando, die gegen den Trend +5,8% aufschlugen und ihre Mitte Mai begonnene Aufwärtsbewegung fortsetzten. Durch den Sprung über die 200-Tage-Linie (SMA200) hat sich das Chartbild weiter aufgehellt.

Leichter Rücksetzer zum Juni-Auftakt

Der DAX hat zum Start in den Juni leichte Verluste hinnehmen müssen, die den Index wieder unter die Marke von 25.000 Punkten gedrückt haben. Damit rückt nun der Supportbereich bei 24.639/24.792 Punkten in den Fokus.

Darunter befindet sich eine weitere Unterstützung bei 24.479 Punkten. Sollte auch sie unterschritten werden, wäre ein Test der zentralen Unterstützung im Bereich 24.000/24.200 Punkte möglich. Hier verlaufen zudem 50- und 200-Tage-Linie (SMA200).

Kommt es zu einem schnellen Konter der Bullen und dem Wiederanstieg über die 25.000-Punkte-Marke, bleibt aber auch das Rekordhoch von Mitte Januar bei 25.507 Punkten in Reichweite.

Zu beachten ist, dass die 50-Tage-Linie am Freitag die 200-Tage-Linie von unten nach oben durchbrochen hat (Golden Cross), was in der technischen Analyse normalerweise ein starkes Kaufsignal zur Folge hat.

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Fazit

Nach dem abrupten Ende der KI-Euphorie und dem heftigen Rückschlag an der Wall Street steht der Markt vor einem entscheidenden Test: Finden die Anleger nach der jüngsten Verkaufswelle zurück zu ihrem Optimismus – oder beginnt nun eine Phase, in der Inflation, Zinsen und geopolitische Risiken wieder die Oberhand gewinnen? Die Antwort darauf könnte den Kursverlauf an den Börsen weit über die kommende Woche hinaus prägen.

Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.