Marvell Technology-Aktie: Nach +280%-Rally gehts noch weiter
Die KeyBanc-Bombe
Es ist bereits viel passiert in letzter Zeit rund um den Chipdesigner Marvell, doch am 18. Juni kam der bisherige Höhepunkt: Die US-Investmentbank KeyBanc hob das Kursziel für Marvell von 260 auf 385 US$ an – und der Auslöser war eine bis dato unterschätzte Kompetenz von Marvell: Das Segment für Konnektivitätslösungen im Rechenzentrum.
Das Problem ist nicht mehr die Rechenleistung, sondern die Datenübertragungsgeschwindigkeit. Wenn zehntausende Nvidia-GPUs in einem Rechenzentrum zusammengeschaltet werden, stößt die klassische Datenübertragung per Kupferkabel an ihre physikalischen Grenzen.
Marvell ist weltweiter Marktführer bei optischen Transceivern und Chips, die Daten mithilfe von Laser-Lichtwellen übertragen und kann das Problem der lahmen Datenübertragung lösen.
KeyBanc stuft dieses Segment inzwischen als nachhaltiger ein als das margenträchtigere Custom-Silicon-Geschäft, bei dem Marvell Chips entwickelt. Die Analysten rechnen damit, dass Marvells Data-Center-Umsatz bis zum Geschäftsjahr 2029 die Marke von 20 Milliarden US-Dollar knacken wird. Die Dynamik im KI-Infrastruktur-Bereich ist schlichtweg höher, als der bisherige Wall-Street-Konsens auf dem Schirm hatte.
Das neue Kursziel implizierte rund +33% Aufwärtspotenzial. Im optimistischen Szenario sieht KeyBanc Marvell sogar bei 450 US$, was einem Potenzial von rund +43% entspräche. Die Aktie reagierte prompt: zeitweise ein Plus von fast +14%.
Institutioneller Kaufrausch
Marvell wurde bei den S&P-500-Rebalancierungen Ende 2025 noch übergangen, obwohl der Chiphersteller längst das größte noch nicht gelistete Unternehmen war. Erst als die Marktkapitalisierung Anfang Juni auf rund 230 Milliarden US$ kletterte, wurde die Aufnahme unausweichlich. Ab dem 22. Juni, also kommenden Montag, ersetzte die Aktie Pool Corp. im Index. Für Indexfonds bedeutet das Zwangskäufe in Milliardenhöhe am späten Freitagabend.
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Der Nvidia-Effekt
Den eigentlichen Kursauftrieb lieferte aber niemand Geringeres als Nvidia-CEO Jensen Huang, der Marvell bei der Computex Taipei (Fachmessen für Computertechnologie) öffentlich als potenziellen Trillionen-Dollar-Kandidaten bezeichnete.
Die vertiefte Partnerschaft zwischen Nvidia und Marvell spielt eine zentrale Rolle in dieser Rally. Bereits Ende März hatte Nvidia rund 2 Milliarden US$ in das Halbleiterunternehmen investiert. Huangs Lob auf der Messe steigerte also auch den Wert der eigenen Beteiligung.
Der neue CFO legt jetzt los
Strategisch relevant ist auch der seit Juni 2026 neu besetzte CFO-Posten. Kein Geringerer als Dan Durn, der zuvor als Finanzchef von Adobe tätig war, ist nun ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Firma.
ℹ️ Marvell in Kürze
- Marvell Technology (WKN: A3CNLD) ist ein Hersteller von Netzwerk-, Speicher- und Computerchips sowie Konnektivitätslösungen für verschiedene Branchen wie Rechenzentren, die Automobilindustrie, Carrier-Infrastruktur und Unternehmensnetzwerke.
- Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Santa Clara im US-Bundesstaat Kalifornien, betreibt jedoch auch Entwicklungszentren in Asien und Europa.
- Marvell Technology ist an der Nasdaq gelistet und ab dem 22. Juni neu im S&P 500 mit einer derzeitigen Marktkapitalisierung von 271 Milliarden US$.
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Fazit
Marvell ist fundamental einer der spannendsten Profiteure des KI-Infrastrukturbooms. Die Kombination aus S&P-500-Aufnahme, Nvidia-Rückenwind und einer Analystenschar, die ihre Kursziele reihenweise anhebt, spricht für anhaltendes Momentum.
Doch nach einem Kursplus von über +280% seit Jahresbeginn und einem KGV von fast 100 ist die Luft bereits dünn – ein Großteil der guten Nachrichten ist eingepreist. Wer bereits investiert ist, sollte dabeibleiben; Neueinsteiger sollten nicht blind auf Rekordhochs kaufen.
Mehr solcher Trends, die Du lieber nicht verpassen solltest, findest Du in unserem Report „3 Top-Picks 2026“.