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Jagd auf die 8.000: Warum Goldman Sachs für US-Aktien die Bullen loslässt

Gewinnboom schlägt Fed-Geldpolitik
Polina Dmitrovskaya
KI-Blase, geopolitische Spannungen, angeschlagene US-Wirtschaft? Wohl doch nicht, denn Goldman Sachs hat seine Prognose für den S&P 500-Index zum Jahresende 2026 von 7.600 auf 8.000 Punkte angehoben. Doch worauf stützt Goldman Sachs diesen extremen Optimismus?

Der Motor: Ein historischer Gewinnboom

Obwohl der S&P 500 bereits eine phänomenale Rally hinter sich hat, sieht Goldman weiteres Aufwärtspotenzial. Das neue Kursziel (8.000 Punkte) liegt um +6,4% über dem letzten Schlusskurs des Index von 7.519,12 Punkten. Der Haupttreiber für das neue Rekordziel ist nicht etwa blinde Euphorie, sondern das explosive Wachstum der Unternehmensgewinne. Die jüngst abgeschlossene Berichtssaison für das erste Quartal verlief außerordentlich robust und hat die Erwartungen der Analysten reihenweise übertroffen.

Goldman Sachs hat daher die Schätzungen für den Gewinn pro Aktie der S&P 500-Unternehmen für das Jahr 2026 auf 340 US$ angehoben – was einem spektakulären Wachstum von 24% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Für 2027 prognostiziert die Bank sogar einen weiteren Anstieg auf 385 US$. 

Aus dem offiziellen Strategiebericht, den das Team am gestrigen Dienstag veröffentlicht hat, ging folgende Kernaussage hervor:

„Das Gewinnwachstum hat die gesamten Renditen des S&P 500 angetrieben, und wir erwarten, dass sich diese Dynamik fortsetzt“. 

KI-Infrastruktur als unersättlicher Wachstumstreiber

Während Skeptiker schon lange vor einer KI-Blase warnen, sieht Goldman Sachs reale fundamentale Untermauerungen. Zuletzt sah man diese Untermauerung anhand von Nvidias Quartalszahlen, die wieder einmal unerwartet starkes Wachstum zeigten. Laut Goldman Sachs werden die Profiteure der KI-Infrastruktur in diesem Jahr voraussichtlich etwa die Hälfte des Gewinnwachstums im Index ausmachen.

Das hohe Ansehen des Goldman-Sachs-Research-Teams gründet auf jahrelanger, präziser Analysearbeit, die an der Wall Street als Maßstab gilt. Nutze diesen Wissensvorsprung für Dein Depot: Unser Report „KI-Gewinner 2026“ zeigt die besten KI-Aktien basierend auf den neuesten Prognosen.

„Wette niemals gegen die USA”

Das Zitat hört man nicht nur von Börsenlegenden wie Warren Buffett, sondern auch von zig anderen Analysten immer wieder. Denn die USA erfüllt zwei weitere entscheidende Faktoren:

  1. Preismacht: Die großen S&P 500-Unternehmen haben gelernt, mit der Inflation umzugehen. Sie geben die höheren Kosten einfach an die Kunden weiter. Höhere Preise führen bei den Megacaps zu höheren Umsätzen und stabilen Margen. 
  2. Keine Rezessionspanik: Auch wenn die Inflation nervt – die US-Wirtschaft bricht nicht ein. Solange die Wirtschaft stark bleibt (Goldman prognostiziert stabile 2,6 bis 2,8% BIP-Wachstum für die USA), verkraftet der Aktienmarkt auch höhere Zinsen.

Die Kehrseite: Risiken am Horizont

Trotz des optimistischen Basisszenarios ist der Weg auf 8.000 Punkte kein Selbstläufer. Goldman Sachs verschließt die Augen nicht vor potenziellen Risiken. Sollten die Konsumausgaben der amerikanischen Verbraucher spürbar schwächeln oder die geopolitischen Spannungen – etwa im Nahen Osten – wieder aufflammen und die Energiepreise unkontrolliert antreiben, könnte die US-Notenbank Fed gezwungen sein, die Zinsen länger hoch zu halten. Auch die ohnehin sportlich anmutenden Bewertungen im Tech-Sektor lassen wenig Spielraum für Enttäuschungen.

In der neuesten Podcast-Folge „The Markets” von Goldman Sachs sagt der Analyst, die erhofften schnellen Zinssenkungen seien erst einmal vom Tisch. Im schlimmsten Fall würde man die Zinsen sogar noch einmal anheben, um die Preise zu kontrollieren.

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Polina Dmitrovskaya

Fazit

Mit dieser sehr optimistischen Prognose eliminiert Goldman Sachs schon fast jegliche Skepsis und genau das sehe ich kritisch. Denn was zu kurz kommt, ist die durchaus hohe Wahrscheinlichkeit einer massiven und unvorhersehbaren Korrektur an der Börse. Es könnte bereits der kleinste Auslöser sein, der den Stein zum rollen bringt. Eine gesunde geographische Diversifikation im Portfolio könnte sich lohnen.

 

Doch die Börse sieht das anders, an der Wall Street ist die Party noch lange nicht vorbei. Mit einem Blick auf den Volatility Index, im deutschen auch Angstbarometer genannt, sieht man eine entspannte Stimmung unter den Anlegern. Ein Wert von derzeit 16,9 bedeutet eine normale bis leicht erhöhte Volatilität. Es gibt Bewegung und gesunde Nervosität im Markt, aber keine Panik. Anfang 2026, als der Zollstreit ausbrach, lag dieser Wert bei etwas 30.

Feuer frei für unsere Trendaktien 2026 würde ich sagen. In unserem Report „3 Top-Picks 2026“ kannst Du dich inspirieren lassen!