Intel-Aktie: Muss man jetzt „Intel inside“ des Portfolios haben?

Drei gute Nachrichten

Seit Anfang April kennt die Intel-Aktie nur noch eine Richtung, und zwar nach oben. Nachdem der Kurs des Chipgiganten am gestrigen Dienstag im US-Handel um +13% nach oben schoss, geht es auch am Mittwochmorgen im europäischen Handel um +6% nach oben. Was ist denn bitte hier los und sollten Anleger „Intel inside“ ihres Portfolios haben?

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Apple als neuer Kunde

Auslöser des erneuten Kurssprungs der Intel-Aktie waren gleich drei Nachrichten: Ein neuer Kunde, zwei neue Personalien und eine neue Beteiligung.

Beim neuen Kunden handelt es sich um Apple. Wobei ich natürlich hinzufügen muss, dass es ein „potenzieller“ Kunde ist. Medienberichten zufolge überlegt Apple, einen Teil seiner Chipproduktion von TSMC abzuziehen und zu Intel und/oder Samsung zu transferieren.

Dieser Schwenk hat zwei Gründe. Zum einen ist es die Geopolitik. Bei einem militärischen Vorgehen Chinas gegen Taiwan wäre Apple von den Chiplieferungen aus dem kleinen Inselstaat abgeschnitten — ein gewaltiges Risiko.

Zum anderen hat Apple derzeit mit Lieferengpässen bei TSMC zu kämpfen. Aufgrund der hohen Auslastung der Produktionsanlagen des Auftragsfertigers sind Chips für das iPhone und die Macs derzeit Mangelware.

Apple als neuen Kunden zu gewinnen, wäre zweifellos ein Ritterschlag für Intels Foundry-Sparte. Die Vorstellung, dass der iPhone-Hersteller seine Chips bei Intel bauen lässt, wertet das Vertrauen in Intels Fertigungstechnologie massiv auf.

Aber Anleger sollten sich nicht zu früh freuen: Ein Wechsel von TSMC hin zu Samsung oder Intel wäre technisch kompliziert. Branchenbeobachtern zufolge können beide Unternehmen derzeit bei Verlässlichkeit und Produktionskapazität dem Marktführer derzeit nicht das Wasser reichen. Man wird sehen müssen, wie viele Chips Apple letztlich bei Intel fertigen wird.

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Zwei zukunftsweisende Personalien

Darüber hinaus gaben zwei Personalien der Intel-Aktie Rückenwind. Alex Katouzian, bisheriger Leiter des Mobile- und XR-Chipbereichs bei Qualcomm, wird bei Intel die „Client Computing and Physical AI Group“ übernehmen. Diese Personalie wird vom Markt als klares Signal gewertet, dass Intel den Bereich Robotik und autonome Maschinen nun aggressiv angeht.

Gleichzeitig gab der Chipkonzern die Neubesetzung der Position des Chief Technology Officers bekannt. Pushkar Ranade, der das Amt bereits interimsmäßig bekleidete, wird die CTO-Rolle nun dauerhaft übernehmen. Ranade soll sich vor allem darum kümmern, neue Technologien wie Quantencomputing und Photonik zur Marktreife zu führen.

Und eine zukunftsweisende Beteiligung

Und die dritte gute Nachricht für Intel war, dass die US-Behörden grünes Licht für die Beteiligung am KI-Chip-Startup SambaNova gaben. Intel hält inzwischen 8,2% an SambaNova, das sich auf die Entwicklung von Prozessoren für generative KI spezialisiert hat. Die Börse wertet das als gutes Zeichen, dass Intel langsam, aber sicher seine Position im KI-Ökosystem festigt.

Rallye ohne Ende

Die Intel-Aktie befindet sich seit Anfang April im Rallyemodus, der bislang kein Ende gefunden hat. Aktuell steigt der Chipwert im Tagestakt auf ein neues historisches Hoch. Indikatoren wie der RSI deuten jedoch auf eine stark überkaufte Situation hin.

Große Crash-Gefahr

Trotz all dieser guten Nachrichten ist mir die Intel-Aktie zuletzt ein wenig zu heiß gelaufen. Seit Anfang April hat der Aktienkurs um über +150% zugelegt. Das Forward-KGV ist inzwischen auf 120 gestiegen.

Das ist mir trotz der deutlich verbesserten Zukunftsperspektiven von Intel zu hoch. Analysten gehen 2026 und 2027 von einem Umsatzwachstum von knapp über 10% aus. Der Gewinn soll sich zwar deutlich überproportional erhöhen, aber das muss er auch, um dieses Bewertungsniveau zu rechtfertigen.

Die Kursziele aller relevanten Banken liegen mit einer Spanne von 45 bis 95 US$ gegenwärtig weit unter dem aktuellen Kursniveau. Das macht mir große Sorgen. Die Gefahr, dass die Intel-Aktie in naher Zukunft crasht, ist meiner Einschätzung nach sehr groß.

In diesem Sinne: Für all jene, die vom KI-Boom profitieren möchten, ohne unnötige Risiken einzugehen, bietet unser Report „KI-Gewinner 2026“ wertvolle Einblicke und Handlungsempfehlungen.

ℹ️ Intel in Kürze

  • Die Intel Corporation (WKN:855681) mit Sitz im kalifornischen Santa Clara ist ein führender US-Anbieter von Halbleitern.
  • In seinem Kerngeschäft mit der Herstellung von Mikroprozessoren für PCs und Laptops dominiert der Konzern 70% des weltweiten Markts.
  • Das Unternehmen ist im Dow Jones sowie der Nasdaq gelistet und erreicht aktuell einen Börsenwert von rund 545 Milliarden US$.
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