stock.adobe.com/radub85

IBM-Aktie: Was ist nach dem Kursabsturz ratsam?

Erwartungen verfehlt
Die IBM-Aktie erlebte am Dienstag einen rabenschwarzen Handelstag und brach zeitweise um rund -28% ein. Am Mittwoch stabilisiert sich der Kurs wieder und notiert aktuell bei 193 €. Auslöser waren Quartalszahlen, die die hohen Erwartungen des Marktes verfehlten. Doch ist der Kursrückgang tatsächlich gerechtfertigt und wie sollten Anleger jetzt reagieren?

Quartalszahlen enttäuschen die Börse

Nach einem starken ersten Quartal verlief das zweite Quartal schwächer als von Analysten erwartet. Zwar konnte IBM weiter wachsen, die Dynamik blieb jedoch hinter den hohen Markterwartungen zurück.

Der Quartalsumsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1% auf 17,2 Milliarden US$. Gegenüber dem ersten Quartal mit 15,9 Milliarden US$ bedeutet dies zwar einen deutlichen Anstieg, die Erwartungen wurden jedoch verfehlt.

Im Softwaresegment legte der Umsatz um 5% zu, während das Infrastrukturgeschäft um 7% zurückging.

Der Gewinn je Aktie erhöhte sich auf 2,93 US$, was einem Plus von 5% entspricht. Besonders positiv entwickelte sich der Free Cashflow, der mit 4,8 Milliarden US$ mehr als doppelt so hoch ausfiel wie im Vorquartal (2,2 Milliarden US$).

Insgesamt sind die Geschäftszahlen daher keineswegs schwach. Vielmehr zeigt sich, dass die Erwartungen des Marktes im Vorfeld möglicherweise zu hoch waren.

CEO Arvind Krishna erklärte, viele Kunden hätten ihre IT-Ausgaben kurzfristig stärker in Server, Speicherlösungen und Hardware investiert als erwartet. IBM habe diese Entwicklung zwar grundsätzlich vorhergesehen, deren Ausmaß jedoch unterschätzt.

Jetzt dabei sein: Als Mitglied bei sharedealsPlus profitierst Du von wahren Börsenstars und den richtigen Aktientipps zur richtigen Zeit!

Quantencomputing bleibt ein langfristiger Wachstumstreiber

Neben KI und Hybrid-Cloud zählt IBM zu den weltweit führenden Unternehmen im Bereich Quantencomputing.

Der Konzern investiert massiv in diese Zukunftstechnologie. In den kommenden fünf Jahren sollen rund 10 Milliarden US$ in Forschung und Entwicklung fließen. Ziel ist es, bis 2029 einen großskaligen fehlertoleranten Quantencomputer zur Marktreife zu bringen. Die USA fördern die Entwicklung der Quantencomputer mit Milliardenbeträgen.

Sollte IBM diese technologische Führungsrolle behaupten, könnte sich daraus langfristig erhebliches Wachstumspotenzial ergeben. Das Quantencomputing befindet sich zwar noch in einer frühen Entwicklungsphase, gilt jedoch als einer der wichtigsten Zukunftsmärkte der kommenden Jahrzehnte.

Bewertung

Der heftige Kursrückgang erscheint auf den ersten Blick überzogen. Operativ bleibt IBM profitabel, erzielt stabile Cashflows und verfügt über eine solide Bilanz. Enttäuscht wurden in erster Linie die sehr hohen Erwartungen der Investoren.

Kurzfristig dürfte die Aktie dennoch Zeit benötigen, um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen. Nach einem derart starken Kurseinbruch sind weitere Schwankungen durchaus möglich.

Langfristig bleibt IBM jedoch gut positioniert. Neben dem stabilen Softwaregeschäft sprechen insbesondere die Investitionen in KI und Quantencomputing für weiteres Wachstum. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen in den kommenden Quartalen wieder stärkeres Umsatzwachstum liefern kann.

ℹ️ IBM in Kürze

  • Die International Business Machines Corporation, kurz IBM, (WKN: 851399) ist ein IT- und Beratungsunternehmen mit Sitz in Armonk im US-Bundesstaat New York.
  • Der bereits 1911 gegründete Konzern entwirft und entwickelt hochmoderne IT wie KI, Cloud- und Unternehmenssoftware sowie Quantencomputeranwendungen.
  • IBM ist Mitglied in den US-Leitindizes Dow Jones Industrial und S&P 500. Der Börsenwert liegt aktuell bei 182 Milliarden €.

IBM kaufen, halten oder verkaufen? Unsere zehnköpfige Redaktion berichtet regelmäßig über IBM und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.

IBM weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »

Fazit

Kurzfristig sollten Anleger zunächst abwarten, bis sich ein neuer charttechnischer Boden ausgebildet hat. Nach dem massiven Kursrückgang dürfte die Volatilität zunächst hoch bleiben.

Für langfristig orientierte Investoren eröffnet der deutliche Rücksetzer dagegen wieder attraktivere Einstiegsmöglichkeiten. Gelingt es IBM, die Wachstumsdynamik im Softwaregeschäft zu beschleunigen und die Chancen im Quantencomputing zu nutzen, besitzt die Aktie auf Sicht mehrerer Jahre weiterhin solides Potenzial.

Passend dazu: Wer sich für die versteckten Perlen im KI-Markt interessiert, findet in unserem Report „KI-Gewinner 2026“ auch weniger bekannte, aber hochpotente Aktien, die von dem Trend massiv profitieren könnten.