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Hermès-Aktie -14%: Mehr als nur ein Luxusproblem

Unerwartet schwache Zahlen

Die Hermès-Aktie ist mit einem Kurseinbruch von -14% am Mittwochmorgen der große Verlierer unter den großen europäischen Werten. Der Kurs des französischen Luxuswarenkonzerns sackt damit auf ein neues 4-Jahrestief ab. Was steckt dahinter und sollten Anleger gerade jetzt zugreifen?

Hermès
stock.adobe.com/Studio F.

Enttäuschende Quartalszahlen

Auslöser des massiven Kurssturzes der Hermes-Aktie zur Wochenmitte waren enttäuschende Zahlen für das erste Quartal 2026. Der Umsatz ging im Jahresvergleich um 1,4% zurück. Hauptverwantwortlich für den Umsatzrückgang war allerdings der starke Euro. Wechselkursbereinigt hätte der Umsatz des Luxuskonzerns um 5,6% zugelegt. Damit verfehlte Hermes allerdings die Erwartungen der Analysten.

Besondere Sorgenkinder waren in den letzten drei Monaten der Heimatmarkt Frankreich und der Nahe Osten. In der französischen Heimat litt Hermès unter einer niedrigeren Zahl an kaufkräftigen Touristen. Und im Nahen Osten verhagelte der Iran-Krieg dem Luxusgüterkonzern das Geschäft. Auch in der mit Abstand wichtigsten Absatzregion Asien (ohne Japan) stieg der Umsatz währungsbereinigt nur um 2% — deutlich weniger stark als vom Markt erwartet worden war.

Bei den Produktsparten war vor allem das Lederwarengeschäft der Umsatztreiber zum Jahresbeginn. Die Sparte Parfüm und Beauty zeigte keine Veränderung zum Vorjahr. Das Geschäft mit Uhren und Seide schwächelte hingegen.

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Auf dem 4-Jahrestief

Das Chartbild der Hermès-Aktie hat sich mit dem heutigen Kurseinbruch mit einem Schlag massiv verdüstert. Die Erholungsbewegung des Luxustitels der letzten Wochen ist komplett verpufft und die Aktie rauscht auf ein neues 4-Jahrestief. Einen nächsten Halt könnte sie erst wieder bei ca. 1.450 € finden.

Woher den Optimismus nehmen?

Nun hat es nach LVMH, die gestern enttäuschende Zahlen lieferten, mit Hermès auch den zweiten französischen Luxusgüterkonzern erwischt. Die Quartalszahlen von Hermes fielen zwar in Summe stärker aus als die von LVMH, aber an der Börse werden Erwartungen gehandelt — und diese wurden bitter enttäuscht, wie die extrem negative Kursreaktion der Hermes-Aktie deutlich macht.

Die Analysten-Community ist trotzdem nach wie vor sehr bullisch eingestellt. Zahlreiche Bullen glauben an Kursziele von weit über 2.000 €, darunter Bernstein Research (2.650 €), Berenberg (2.600 €), Goldman Sachs (2.545 €), die Deutsche Bank (2.420 €) und JPMorgan (2.250 €). Selbst die Bären von der Schweizer UBS sehen mit einem fairen Wert von 1.820 € noch ein deutliches Upside für die Hermès-Aktie.

Ich kann diesen Optimismus ehrlich gesagt nicht teilen. Luxusgüterkonzerne wie Hermès haben inzwischen ein Wachstumsproblem, denn die einstigen Boomregionen China und der Nahe Osten boomen nicht mehr. Das nachlassende Wirtschaftswachstum in diesen Regionen hinterlässt deutliche Spuren in der Geschäftsentwicklung von Hermès, die nicht durch die USA und Europa aufgefangen werden können.

Hinzu kommt eine meiner Meinung nach zu sportliche Bewertung. Die Hermès-Aktie wird derzeit mit einem Forward-KGV von fast 40 gehandelt. Das ist mir für ein wachstumsschwaches Unternehmen einfach zu viel des Guten.

Abschließend: Aktien, an die wir mehr als an Hermès glauben, findest Du in unseren Top-Picks 2026.

ℹ️ Hermès in Kürze

  • Hermès International, kurz Hermès, (WKN: 886670) ist ein Hersteller vieler hochwertiger Luxusartikel, der Schwerpunkt liegt im Bereich von Lederwaren.
  • Der Vertrieb erfolgt über 300 exklusive Boutiquen und einen eigenen Onlineshop.
  • Der Konzern ist international tätig, der Hauptsitz befindet sich in Paris.
  • Hermès ist Mitglied im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. Der Börsenwert beträgt derzeit rund 164 Milliarden €.
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