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Gerresheimer-Aktie: Ist der Befreiungsschlag gelungen?

Testierter Geschäftsbericht vorgelegt
Die Gerresheimer-Aktie reagierte positiv auf den veröffentlichten Geschäftsbericht 2025 und notiert am Dienstag aktuell bei 27,20 €. Nach den Bilanzproblemen der vergangenen Monate stellt sich die Frage, ob damit die Grundlage für eine nachhaltige Kurserholung geschaffen wurde.

Testierter Geschäftsbericht als wichtiger Meilenstein

Nach den Untersuchungen der BaFin zu früheren Abschlüssen stand die Vorlage des testierten Geschäftsberichts im Mittelpunkt. Gerresheimer legte nun einen uneingeschränkt testierten Jahresabschluss für 2025 vor. Damit ist ein wichtiger Unsicherheitsfaktor beseitigt.

Der Umsatz stieg durch die Einbeziehung der übernommenen Bormioli Pharma um 16,6% auf 2,3 Milliarden €. Organisch betrug das Wachstum lediglich 0,3%. Das bereinigte EBITDA sank leicht auf 384 Millionen €, die EBITDA-Marge lag bei 16,8%. Unter dem Strich fiel aufgrund hoher Abschreibungen ein Verlust von 318,7 Millionen € an.

Für den Kapitalmarkt war jedoch vor allem entscheidend, dass der geprüfte Abschluss fristgerecht vorliegt.

CFO Wolf Lehmann bezeichnete die Veröffentlichung als wichtiges Signal für Kunden, Finanzierungspartner und Investoren.

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Prognose gesenkt

Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich das Management vorsichtiger, das war zu erwarten.

Beim Umsatz wird nun nur noch das untere Ende der bisherigen Prognosespanne von 2,3 bis 2,4 Milliarden € erwartet. Die bereinigte EBITDA-Marge soll statt 18 bis 19% nur noch 17 bis 18% erreichen.

Zudem rechnet Gerresheimer nun mit einem negativen Free Cashflow zwischen 50 und 100 Millionen €.

Refinanzierung bleibt das zentrale Thema

Die finanzierenden Banken hatten die Kreditlaufzeiten bis Ende September verlängert und verschaffen dem Unternehmen damit zusätzlichen Handlungsspielraum.

Parallel arbeitet Gerresheimer gemeinsam mit Lazard an einer langfristigen Refinanzierung. Ein wesentlicher Baustein dürfte der geplante Verkauf der US-Tochter Centor sein, der bis Ende 2026 abgeschlossen werden soll.

Bewertung

Mit dem testierten Abschluss ist ein wichtiger Belastungsfaktor entfallen. Zusätzlich sprechen der Einstieg von Goldman Sachs sowie die Aufstockung des Active Ownership Fund für wachsendes institutionelles Interesse.

Operativ bleibt das Umfeld allerdings anspruchsvoll. Die gesenkte Prognose und die anstehende Refinanzierung dürften den Kurs kurzfristig weiter volatil halten.

ℹ️ Gerresheimer in Kürze

  • Die Gerresheimer AG (WKN: A0LD6E) stellt Spezialprodukte in den Bereichen Glas und Kunststoff insbesondere für die Pharma- sowie Healthcare-Industrie her und gilt als weltweit führender Schlüssellieferant für diese Branchen. Die Produkte reichen vom Insulin-Pen bis zu Ampullen, aber auch schnöde Parfümflakons gehören zum Portfolio.
  • Der Hauptsitz ist in Düsseldorf, daneben ist der Konzern weltweit mit Standorten in Europa, Asien und Amerika vertreten.
  • Die Aktie ist im SDAX gelistet, die Marktkapitalisierung beträgt aktuell knapp 940 Millionen €.

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Fazit

Gerresheimer hat einen wichtigen Schritt zur Normalisierung geschafft. Die Veröffentlichung des testierten Geschäftsberichts verbessert die Ausgangslage deutlich und reduziert einen wesentlichen Unsicherheitsfaktor.

Bis zur erfolgreichen Refinanzierung und einer nachhaltigen operativen Verbesserung dürfte die Aktie jedoch schwankungsanfällig bleiben. Für langfristig orientierte Anleger erscheint das aktuelle Kursniveau dennoch interessant. Mittelfristig halte ich Kurse im Bereich von 40 € für erreichbar.

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