Exxon Mobil oder Chevron? Diese Aktie ist erste Wahl!
Die Aktie von Exxon Mobil steht seit Jahren für Stabilität und Größe im globalen Energiesektor. Seit unserem Kauftipp im Juli hat sie sich stark entwickelt. Im direkten Vergleich mit dem Konkurrenten Chevron stellt sich die Frage, welches Papier langfristig das attraktivere Renditepotenzial bietet.
Seit Monaten haben wir eine positive Eischätzung zur Exxon-Aktie. Diese optimistische Haltung gegenüber dem Konzern besteht auch nach der Kursrallye fort. Gleichzeitig rückt mit Chevron ein weiterer Schwergewichtsakteur in den Blick, der mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von rund 335 Milliarden US-Dollar ebenfalls zu den Branchenriesen zählt. Beide Unternehmen bieten Investoren interessante Perspektiven, doch eine detaillierte Analyse zeigt klare Unterschiede. Am Ende kristallisiert sich ein Favorit heraus.
Die industrielle Stärke von Exxon Mobil
Exxon ist breit diversifiziert und entlang der gesamten Wertschöpfungskette aktiv. Neben der klassischen Exploration und Förderung von Öl und Gas umfasst das Portfolio auch die Produktion von Flüssiggasen sowie die Weiterverarbeitung und den weltweiten Vertrieb raffinierter Produkte.
Im Förderbereich verfügt Exxon Mobil über ein außergewöhnlich breites Anlagenportfolio. Dazu zählen bedeutende Flächen im Permian Basin ebenso wie Großprojekte in Guyana, Brasilien, Katar und Papua-Neuguinea. Ergänzt wird das Geschäft durch die Sparte Energy Products, die Rohöl zu Kraftstoffen wie Benzin, Kerosin oder Schiffstreibstoffen verarbeitet. Anders als im Fördergeschäft bestimmen hier vor allem Raffineriemargen die Profitabilität.
Hinzu kommen die Bereiche Chemical Products und Specialty Products. Während erstere petrochemische Erzeugnisse wie Aromaten und Kunststoffe liefern, konzentriert sich letztere auf margenstarke Spezialprodukte wie Schmierstoffe, Harze, Elastomere und Hochleistungsmaterialien. Gerade dieses Segment gilt als besonders wachstumsstark und wertschöpfend.
Finanzielle Entwicklung und strategische Perspektiven
Die vergangenen Jahre waren für Exxon Mobil finanziell herausfordernd. Sinkende Energiepreise und rückläufige Raffineriemargen führten zu schwächeren Umsätzen, Gewinnen und Cashflows. Dieser Trend ist jedoch vor allem dem zyklischen Umfeld geschuldet und weniger strukturellen Problemen.
Mittelfristig plant der Konzern eine deutliche Expansion. Die tägliche Fördermenge soll von rund 4,3 Millionen Barrel Öläquivalent auf 5,5 Millionen steigen. Parallel dazu sollen Kosten gesenkt und Margen verbessert werden. Zusätzlich wird im Bereich Product Solutions ein Gewinnzuwachs von etwa vier Milliarden US-Dollar erwartet. Bei einem angenommenen durchschnittlichen Brent-Ölpreis von 65 US-Dollar pro Barrel rechnet Exxon Mobil mit freien Mittelzuflüssen von rund 145 Milliarden US-Dollar oberhalb von Investitionen und Dividenden.
Bis 2030 könnte der operative Cashflow auf knapp 98 Milliarden US-Dollar anwachsen, verglichen mit rund 58 Milliarden US-Dollar heute. Auch das EBITDA dürfte sich in diesem Zeitraum deutlich erhöhen. Diese Entwicklung schafft Spielraum für Dividenden, Aktienrückkäufe und strategische Investitionen. Trotz steigender Nettoverschuldung bleibt die Verschuldungskennzahl auf einem für die Branche niedrigen Niveau.
Chevron und der strategische Umbau durch Zukäufe
Chevron ist ebenfalls stark im Fördergeschäft positioniert und verfügte Ende 2024 über Reserven von rund 9,8 Milliarden Barrel Öläquivalent. Die Aktivitäten erstrecken sich über die USA hinaus auf Australien, Kasachstan und weitere Regionen, mit einem klaren Schwerpunkt im Permian Basin.
Auch das Downstream-Geschäft ist breit aufgestellt und umfasst Raffinerie-, Produktions- und Vermarktungsaktivitäten für Kraftstoffe, Schmierstoffe, Petrochemikalien und erneuerbare Energieträger. In seiner Struktur ähnelt Chevron damit stark Exxon Mobil.
Ein strategischer Meilenstein war die Übernahme von Hess Corporation im Juli 2025. Der Zukauf im Volumen von rund 48 Milliarden US-Dollar brachte Chevron zusätzliche Förderkapazitäten in den USA, in Guyana und Malaysia sowie einen bedeutenden Anteil an Hess Midstream. Trotz einer Verwässerung von etwa 15 Prozent der Aktienbasis verfolgt das Management damit das Ziel, Wachstum zu beschleunigen und Synergien zu realisieren.
Wachstumstreiber und Finanzdisziplin
Die Integration von Hess verläuft bislang erfolgreich. Die erwarteten Synergieeffekte wurden auf rund 1,5 Milliarden US-Dollar nach oben korrigiert. Besonders wertvoll ist der Zugang zum Stabroek-Block vor Guyana, einem der größten neu erschlossenen Offshore-Felder mit geschätzten elf Milliarden Barrel förderbarer Ressourcen. Diese Reserven sichern Chevron langfristige Produktionsmöglichkeiten.
Bei einem angenommenen Brent-Preis von 70 US-Dollar pro Barrel wird bis 2030 ein jährliches Wachstum des freien Cashflows von rund zehn Prozent erwartet. Gleichzeitig plant Chevron umfangreiche Aktienrückkäufe von durchschnittlich etwa 15 Milliarden US-Dollar pro Jahr und will nicht betriebsnotwendige Vermögenswerte veräußern. Trotz rückläufiger Erlöse infolge niedriger Energiepreise gelang es dem Unternehmen, die Verschuldung unter Kontrolle zu halten. Die Nettoverschuldungsquote liegt zwar über der von Exxon Mobil, bleibt jedoch auf einem vertretbaren Niveau.
Bewertung und Renditepotenzial im direkten Vergleich
Im Bewertungsvergleich erscheint Exxon Mobil auf den ersten Blick teurer. Das Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA liegt bei rund 9,6, während Chevron mit etwa 7,9 günstiger bewertet ist. Dennoch spricht das langfristige Potenzial für Exxon Mobil.
Unter der Annahme stabiler Bewertungsmultiplikatoren und gleichbleibender Nettoverschuldung könnte der Aktienkurs von Exxon Mobil bis 2030 deutlich zulegen. Daraus ergibt sich ein jährliches Renditepotenzial von rund 17,6 Prozent. Chevron kommt unter konservativen Annahmen auf etwa 8,2 Prozent pro Jahr. Selbst bei einer höheren Bewertung würde Chevron voraussichtlich hinter seinem Konkurrenten zurückbleiben.
Politische Entwicklungen als möglicher Zusatzfaktor
Die jüngsten geopolitischen Spannungen rund um Venezuela könnten langfristig neue Chancen eröffnen. Sollte sich das Land stärker für US-amerikanische Ölkonzerne öffnen, könnte insbesondere Exxon Mobil profitieren, das über bestehende Verbindungen und langfristige Strategien im Land verfügt. Kurzfristig sind die Auswirkungen jedoch begrenzt, da ein zusätzlicher Produktionsanstieg in einem bereits angespannten Preisumfeld wenig attraktiv erscheint.
Schlussfolgerung für Investoren
Sowohl Exxon Mobil als auch Chevron bieten solide Perspektiven für langfristig orientierte Anleger. Die Analyse zeigt jedoch, dass Exxon Mobil dank seiner breiteren Wachstumsstrategie, der stärkeren Cashflow-Dynamik und des höheren Renditepotenzials die überzeugendere Wahl darstellt. Während beide Aktien attraktiv bleiben, hebt sich Exxon Mobil klar als der aussichtsreichere Titel ab.
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