Exxon Mobil: Die Dividende ist sicher!

Stabile Erträge
Redaktion

Seit unserer Empfehlung Anfang Juli hat sich die Aktie von Exxon Mobil langsam, aber stetig positiv entwickelt. Seit Erreichen seines Verlaufshoch bei knapp 126 US-Dollar am Montag hat der Kurs im Zuge von Downgrades jedoch wieder deutlich korrigiert.

exxonmobil.com

Die Entwicklung des Ölpreises wird häufig einseitig über die Nachfrageseite erklärt. Dabei bleibt unbeachtet, dass auch das Angebot einer klaren ökonomischen Logik folgt. Ein Preisniveau von rund 50 US-Dollar je Barrel bildet eine massive Untergrenze, da bei niedrigeren Preisen bis zu 40 Prozent der weltweiten Produktion nicht mehr profitabel wären. Ölpreise unterhalb dieser Schwelle sind daher strukturell nicht von Dauer.

Vor diesem Hintergrund lohnt ein genauer Blick auf Exxon Mobil. Der Konzern wird vom Markt wie ein zyklischer Rohstofftitel behandelt und entsprechend niedrig bewertet. Das zeigt sich in einem vergleichsweise geringen erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 17,5. Diese Einschätzung greift jedoch zu kurz, da Exxon Mobil weit mehr ist als ein reiner Ölproduzent.

Größe und Ertragskraft des Konzerns

Exxon Mobil zählt zu den größten Industrieunternehmen der Welt. Der Umsatz der vergangenen zwölf Monate belief sich auf rund 324 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn auf knapp 30 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen lag bei etwa 61 Milliarden US-Dollar. Die Marktkapitalisierung beträgt rund 517 Milliarden US-Dollar bei einem Aktienkurs von etwa 122,6 US-Dollar. Die tägliche Ölproduktion lag 2024 bei rund 4,3 Millionen Barrel und soll 2025 auf etwa 4,8 Millionen Barrel steigen.

Öl ist nur ein Teil des Geschäfts

Eine einfache Rechnung verdeutlicht die Dimensionen. Bei einer Produktion von rund 4,5 Millionen Barrel pro Tag ergibt sich eine Jahresmenge von etwa 1,64 Milliarden Barrel. Selbst bei einem angenommenen Ölpreis von 70 US-Dollar läge der Umsatz aus der Förderung bei rund 115 Milliarden US-Dollar. Der tatsächliche Konzernumsatz ist jedoch nahezu dreimal so hoch. Der Grund liegt in der industriellen Struktur des Unternehmens.

Ein integrierter Industriekonzern

Exxon Mobil ist seit Jahrzehnten ein integrierter Industriekonzern. Neben der Förderung gehören Raffinerien, der Handel, petrochemische Anlagen und ein weltweites Tankstellennetz zum Geschäft. Diese Bereiche generieren inzwischen höhere Umsätze als die reine Ölproduktion. Insbesondere das Chemiesegment profitiert von der Nachfrage nach Kunststoffen und anderen Industrieprodukten, während Tankstellen weitgehend margengetrieben arbeiten. Rund zwei Drittel des Umsatzes sind nur indirekt vom Ölpreis abhängig. Dennoch wird dieser Teil des Geschäfts vom Markt kaum berücksichtigt.

Warum niedrige Ölpreise nicht dauerhaft sind

Ein längerfristiger Ölpreis unter 50 US-Dollar hätte gravierende Folgen. Ein großer Teil der Branche würde Investitionen in neue Förderprojekte einstellen. Bestehende Felder würden zwar weiter betrieben, ihre Förderung jedoch Jahr für Jahr zurückgehen. Dies würde zwangsläufig zu einem Angebotsmangel führen. Entsprechend ist es unwahrscheinlich, dass der gleitende Jahresdurchschnitt des Ölpreises dauerhaft unter diese Marke fällt. Ausnahmen wären nur extreme globale Krisen, die jedoch alle Branchen betreffen.

Kostenstruktur als Stabilitätsfaktor

Exxon Mobil verfügt über eine vergleichsweise niedrige Förderkostenbasis. In Guyana liegen die Kosten bei etwa 30 US-Dollar je Barrel. Hinzu kommen hochwertige Schieferölreserven, unter anderem durch die Übernahme von Pioneer im Permian-Becken. Insgesamt belaufen sich die durchschnittlichen Produktionskosten auf rund 35 US-Dollar je Barrel. Das verleiht dem Konzern selbst bei moderaten Ölpreisen eine hohe Ertragsstabilität.

Drei Geschäftsbereiche mit unterschiedlichem Risiko

Das Unternehmen lässt sich analytisch in drei Teile gliedern. Der erste Bereich umfasst das industrielle Geschäft, das kaum direkt vom Ölpreis abhängt. Der zweite Teil besteht aus der Ölproduktion, die selbst bei 50 US-Dollar je Barrel solide Gewinne erzielt. Der dritte Bereich sind Zusatzgewinne, die erst bei höheren Ölpreisen anfallen. Die ersten beiden Bereiche weisen ein Risikoprofil auf, das eher mit dem klassischen Industriesektor vergleichbar ist als mit einem volatilen Rohstoffgeschäft.

Bewertung jenseits des Rohstoffschemas

Für die stabilen Geschäftsbereiche erscheint eine Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 25 angemessen, orientiert am Industriesektor des breiten Aktienmarktes. Der volatile Gewinnanteil oberhalb von 50 US-Dollar je Barrel rechtfertigt hingegen einen deutlichen Abschlag. Hier ist eine Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 10 bis 12 realistisch. Auf dieser Basis ergibt sich eine faire Gesamtkapitalisierung von rund 555 Milliarden US-Dollar, was nur moderat über dem aktuellen Marktwert liegt.

Gewinnhebel Ölpreis

Exxon Mobil selbst schätzt, dass jeder zusätzliche Dollar beim Ölpreis den Gewinn um etwa 700 Millionen US-Dollar erhöht. Bei einem durchschnittlichen Ölpreis von 72 US-Dollar im vergangenen Jahr entfielen rund 22 US-Dollar je Barrel auf den variablen Gewinnanteil. Daraus resultierten etwa 15 Milliarden US-Dollar Zusatzgewinn. Ein ähnlich hoher Betrag stammt aus den stabilen Geschäftsbereichen.

Abgrenzung zu Chevron

Grundsätzlich lässt sich dieses Modell auch auf Chevron übertragen. Allerdings produziert Chevron einen Teil seines Öls in Kasachstan, das über Pipelines durch Russland exportiert wird. Angesichts der geopolitischen Lage stellt dies ein erhöhtes Risiko dar. Aus diesem Grund erscheint Exxon Mobil derzeit als die solidere Alternative.

Venezuela als langfristige Option

Die Situation in Venezuela lässt sich aktuell nur schwer einschätzen. Für große US-Ölkonzerne könnte das Land jedoch langfristig eine Chance darstellen, ihre Reserven aufzufüllen. Venezuela verfügt über einige der größten Ölreserven weltweit. Sollten sich die politischen Rahmenbedingungen zugunsten westlicher Unternehmen entwickeln, könnten amerikanische Konzerne davon über Jahrzehnte profitieren. Dieser strategische Aspekt wiegt schwerer als mögliche kurzfristige Preisrückgänge.

Marktrisiken und Wahrnehmung

Die dargestellte Bewertung ist eine analytische Einschätzung und spiegelt nicht zwangsläufig die Sicht des Marktes wider. Die Ölbranche leidet weiterhin unter politischem Druck und einer starken Ausrichtung auf erneuerbare Energien. Eine grundlegende Neubewertung könnte Jahre dauern oder ganz ausbleiben. Entsprechend sind keine kurzfristigen Kurssprünge zu erwarten.

Die Aktie als Ersatz für ein Festgeld

Der Kauf von Exxon-Mobil-Aktien eignet sich weniger als Spekulation auf stark steigende Kurse, sondern vielmehr als Alternative zu einem sicheren Geldanlageprodukt. Zuletzt schüttete das Unternehmen rund 16,7 Milliarden US-Dollar an Dividenden aus, was einer Rendite von etwa 3,6 Prozent entsprach. Zusätzlich wurden Aktien im Wert von 19,3 Milliarden US-Dollar zurückgekauft. Insgesamt flossen damit rund 36 Milliarden US-Dollar an die Aktionäre zurück.

Attraktive Gesamtrendite bei hoher Stabilität

Seit Jahren gibt der Konzern den Großteil seiner Gewinne an die Anteilseigner zurück. Rechnet man Dividenden und Aktienrückkäufe zusammen, ergibt sich eine jährliche Gesamtrendite von rund sieben Prozent. Diese setzt sich aus einem stabilen Basisertrag und einem variablen Zusatzanteil zusammen. In dieser Kombination bietet die Aktie eine hohe Zuverlässigkeit bei attraktiver laufender Rendite.

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