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Evonik-Aktie: Droht hier weiteres Ungemach?

Nachfrage schwächt sich ab
Die Evonik-Aktie konnte ihre Erholung im Mai nicht fortsetzen. Nach dem Anstieg bis auf rund 18 € setzte eine deutliche Korrektur ein. Am Dienstag verliert sie aktuell -1,8% und steht bei 15,40 €. Die entscheidende Frage lautet nun: Handelt es sich bereits um eine attraktive Einstiegsgelegenheit – oder drohen weitere Rückschläge?

Goldman Sachs und JP Morgan werden vorsichtiger

Zuletzt sorgten skeptischere Einschätzungen von Analystenseite für Belastung. Insbesondere die Sorge vor einer schwächeren Nachfrage im Chemiesektor steht im Vordergrund.

Hinzu kommt der zunehmende Wettbewerbsdruck aus China. Dort profitieren viele Chemieunternehmen von staatlicher Unterstützung und können ihre Produkte zu deutlich niedrigeren Preisen anbieten. Europäische Hersteller geraten dadurch zunehmend unter Margendruck.

Vor allem Unternehmen wie: Evonik, Symrise oder Lanxess werden von einigen Analysten derzeit kritischer betrachtet.

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Die Chemiebranche schlägt Alarm

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) hat die Bundesregierung aufgefordert, sich bei der geplanten Reform des europäischen Emissionshandels stärker für die Interessen der Branche einzusetzen.

Die Befürchtung: Neue Anforderungen könnten die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Chemieindustrie zusätzlich beeinträchtigen.

Gerade energieintensive Unternehmen wie Evonik stehen bereits heute unter erheblichem Kostendruck. Sollten weitere Belastungen hinzukommen, könnten Investitionen verschoben oder Produktionskapazitäten ins Ausland verlagert werden.

Die RAG-Stiftung sorgt für zusätzliche Unsicherheit

Die RAG-Stiftung hält rund 44% der Anteile an Evonik.

Die jüngste Emission einer weiteren Wandelanleihe über 375 Millionen € könnte von Anlegern als potenzieller Angebotsüberhang interpretiert werden. Zwar handelt es sich nicht um einen unmittelbaren Aktienverkauf, dennoch entstehen regelmäßig Sorgen über mögliche spätere Verwässerungseffekte.

Es bestehen drei weitere Anleihen mit Umtauschrecht. Bei der Mitte Juni fälligen Anleihe liegt der Umtauschkurs deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Die neue Anleihe könnte zur Rückzahlung der fälligen Anleihe dienen.

Für den Kursverlauf ist dies kurzfristig eher ein Belastungsfaktor.

Umsatzrückgang und Ertragseinbruch

Die Entwicklung im ersten Quartal zeigt deutlich, dass sich die schwierigen Rahmenbedingungen in der Chemiebranche weiterhin in den Geschäftszahlen der Evonik Industries widerspiegeln.

Der Konzernumsatz sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9% auf 3,4 Milliarden €. Noch stärker fiel der Rückgang bei der Profitabilität aus: Das bereinigte EBITDA verringerte sich um 15% auf 475 Millionen €. Positiv ist allerdings, dass dieser Wert über den eigenen Erwartungen des Unternehmens von rund 450 Millionen € lag. Der Nettogewinn halbierte sich nahezu auf 125 Millionen €, was die anhaltende Belastung durch die schwache Nachfrage und das schwierige Marktumfeld verdeutlicht.

Für das Gesamtjahr bleibt Evonik zurückhaltend. Der Konzern rechnet weiterhin mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau von rund 14 Milliarden €. Beim bereinigten EBITDA wird eine Spanne von 1,7 bis 2,0 Milliarden € erwartet. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag dieser Wert bei 1,9 Milliarden €. Die Prognose signalisiert somit keine deutliche Verbesserung, aber auch keinen weiteren erheblichen Rückgang der Geschäftsentwicklung.

ℹ️ Evonik in Kürze

  • Evonik Industries AG, kurz Evonik, ist ein weltweit führender Konzern für Spezialchemie. Die Produkte kommen sowohl im Nahrungsmittelbereich als auch im Industriebereich zum Einsatz.
  • Neben dem Hauptsitz in Essen unterhält das Unternehmen 27 internationale Produktionsstandorte, und ist in mehr als 100 Ländern tätig.
  • Das im MDAX gelistete Unternehmen wird an der Börse aktuell mit rund 7,2 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Die Lage in der Chemiebranche bleibt angespannt. Hohe Energiekosten, die schwache Industriekonjunktur in Europa sowie der zunehmende Wettbewerbsdruck durch chinesische Anbieter sorgen weiterhin für Unsicherheit. Vor diesem Hintergrund erscheint eine vorsichtige Haltung angebracht.

Aus meiner Sicht sollten Anleger vorerst abwarten, da weitere Kursrückgänge nicht ausgeschlossen werden können. Erst Kurse im Bereich von 13 €, wie sie zu Jahresbeginn erreicht wurden, würden ein deutlich attraktiveres Chance-Risiko-Verhältnis bieten. Auf diesem Niveau waren viele der bekannten Belastungsfaktoren bereits eingepreist.

Die Analysten zeigen sich insgesamt etwas optimistischer. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 17 €, wobei die Schätzungen zwischen 14 € und 20 € variieren.

Ergänzend hierzu: Wer an Preisexplosionen bei Rüstungsrohstoffen partizipieren will, findet in „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ zwei Top-Aktientipps – darunter ein Unternehmen, das massiv von Silber-Preissprüngen profitieren wird.