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Dell-Aktie: Bleibt sie weiterhin ein Kauf?

Argumente für weitere Kursgewinne
Redaktion
Vor allem die starke Nachfrage nach KI-Infrastruktur hat die Dell-Aktie in den vergangenen Monaten auf ein neues Kursniveau gehoben. Nach der beeindruckenden Rally stellt sich nun die Frage, ob das Unternehmen trotz der kräftigen Kursgewinne weiterhin attraktives Aufwärtspotenzial bietet.

Nachdem die Aktie von Dell Technologies seit unseres Kauftipps im Oktober bereits über +200% hinzugewinnen konnte, haben sich weitere positive Entwicklungen ergeben, die eine erneute Bewertung der Aktie rechtfertigen.

Top-Favorit für das zweite Halbjahr: Unsere Börsen-Koryphäen blicken auf eine Rendite von teilweise mehr als +13.000% innerhalb von sieben Jahren. Hier ist unser Top-Favorit für die nächsten 6 Monate.

Rekordquartal sorgt für neues Wachstumstempo

Dell erzielte im ersten Quartal einen Rekordumsatz von 43,8 Milliarden US-Dollar und steigerte die Erlöse damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 88 Prozent. Im Vorquartal hatte das Wachstum noch bei 39 Prozent gelegen. Die deutliche Beschleunigung unterstreicht die hohe Dynamik des Geschäfts.

Beide Unternehmensbereiche entwickelten sich stark. Sowohl die Infrastructure Solutions Group als auch die Client Solutions Group trugen zum Wachstum bei. Besonders bemerkenswert fiel aus, dass Dell die Umsatzschätzungen der Analysten um mehr als acht Milliarden US-Dollar übertraf. Eine derart deutliche positive Überraschung ist selbst im Technologiesektor außergewöhnlich und verdeutlicht, dass der Rückenwind durch Investitionen in Künstliche Intelligenz weiterhin anhält.

Infrastrukturgeschäft profitiert massiv vom KI-Boom

Die Infrastructure Solutions Group bleibt der wichtigste Wachstumstreiber des Konzerns. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 181 Prozent, nachdem bereits im Vorquartal ein Plus von 73 Prozent erreicht worden war.

Den größten Beitrag leisteten Server für KI-Anwendungen. Gleichzeitig entwickelte sich aber auch das klassische Server- und Netzwerkgeschäft erfreulich. Marktbeobachter rechnen damit, dass der Markt für traditionelle Server bis zum Jahr 2030 auf mehr als 160 Milliarden US-Dollar anwachsen wird. Damit verfügt Dell auch jenseits des KI-Geschäfts über attraktive Wachstumsmöglichkeiten.

Ebenso positiv entwickelte sich die Profitabilität. Die operative Marge des Geschäftsbereichs verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Prozentpunkte. Nachdem Anleger zuletzt sinkende Margen durch einen zunehmenden Preiswettbewerb befürchtet hatten, sprechen die aktuellen Zahlen dafür, dass Dell seine Produkte erfolgreich differenzieren kann.

KI-Server bleiben ein Zugpferd

Auch im Geschäft mit KI-optimierten Servern setzte sich die außergewöhnlich hohe Nachfrage fort. Die Auftragseingänge verdoppelten sich gegenüber dem Vorjahr, während der Auftragsbestand um mehr als 250 Prozent zulegte.

Diese Entwicklung spricht dafür, dass Unternehmen weiterhin massiv in KI-Infrastruktur investieren und ein Ende des Booms derzeit nicht absehbar ist. Obwohl Dell bereits heute zu den weltweit größten Anbietern von KI-Servern zählt, erwarten Marktprognosen bis zum Jahr 2030 ein Marktvolumen von rund 1,24 Billionen US-Dollar. Entsprechend groß bleibt das langfristige Wachstumspotenzial.

Um sich von der Konkurrenz abzuheben, investiert Dell kontinuierlich in neue Produkte. Dazu zählt unter anderem der kürzlich vorgestellte PowerEdge XE8812, der mit der neuen Vera Rubin NVL4-Plattform von Nvidia ausgestattet wird. Das System soll besonders anspruchsvolle KI-Anwendungen mit hoher Rechenleistung und großem Speicherbedarf ermöglichen.

PC-Geschäft zeigt wieder Stärke

Auch die Client Solutions Group entwickelte sich besser als erwartet. Der Umsatz stieg um 17 Prozent und beschleunigte sich damit gegenüber dem Vorquartal. Vor allem das Geschäft mit Unternehmenskunden entwickelte sich deutlich stärker als das Privatkundensegment.

Nach mehreren Quartalen rückläufiger Profitabilität verbesserte sich auch hier die operative Marge wieder. Das ist umso bemerkenswerter, da steigende Speicherpreise den PC-Markt weiterhin belasten.

Dennoch bleiben Risiken bestehen. Neben der gedämpften Konjunktur könnte insbesondere Apples günstiger positioniertes MacBook Neo den Wettbewerbsdruck erhöhen. Dell reagierte darauf mit einer preiswerteren Version seines XPS-13-Notebooks, das nun bereits ab 699 US-Dollar angeboten wird. Die Strategie stärkt zwar die Wettbewerbsfähigkeit, könnte jedoch die Gewinnmargen belasten.

Gleichzeitig eröffnet sich mit dem wachsenden Markt für KI-PCs eine neue Chance. Nvidia hat auf der Computex den neuen RTX-Spark-Prozessor vorgestellt, der im Herbst unter anderem in Dell-PCs verfügbar sein soll. Sollte sich ein neuer Austauschzyklus bei Unternehmensrechnern etablieren, könnte Dell aufgrund seiner starken Position im Geschäftskundensegment erheblich profitieren.

Prognosen erneut angehoben

Auch der Ausblick fällt überzeugend aus. Für das zweite Quartal rechnet Dell mit einem Umsatzwachstum von rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwar liegt dieser Wert unter dem außergewöhnlich starken ersten Quartal, angesichts des weiter steigenden Auftragsbestands erscheint die Entwicklung jedoch weiterhin sehr solide.

Das operative Ergebnis soll um rund 80 Prozent zulegen, während der Gewinn je Aktie voraussichtlich um 107 Prozent steigt. Beide Kennzahlen deuten auf eine weitere Verbesserung der Margen hin.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 hat Dell seine Prognosen nach den starken Quartalsergebnissen deutlich angehoben. Statt eines Umsatzwachstums von 23 Prozent erwartet das Management nun einen Anstieg um 47 Prozent. Zum Vergleich hatte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2026 noch ein Umsatzplus von 19 Prozent erzielt.

Auch beim operativen Gewinn wird inzwischen ein Wachstum von mehr als 55 Prozent erwartet. Damit dürfte sich die Profitabilität weiter verbessern und gleichzeitig die Sorge vor einem zunehmenden Preisverfall im Servergeschäft entkräften.

Weiterhin nicht zu teuer

Obwohl sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne deutlich erhöht hat und inzwischen bei rund 23 liegt, erscheint die Bewertung weiterhin moderat.

Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt nach wie vor unter dem Median des IT-Sektors, obwohl Dell gleichzeitig starkes Umsatzwachstum, steigende Margen und einen rekordhohen Auftragsbestand vorweisen kann.

Noch deutlicher wird die Bewertung beim Blick auf das langfristige Gewinnwachstum. Das PEG-Verhältnis liegt bei lediglich 0,86 und signalisiert weiterhin eine vergleichsweise günstige Bewertung. Auf Basis der für 2030 erwarteten Gewinne wird die Aktie lediglich mit dem rund 12,6-Fachen des Gewinns gehandelt.

Trotz bestehender Risiken im PC-Geschäft sprechen die fundamentalen Kennzahlen dafür, dass die Bewertung den langfristigen Wachstumsaussichten weiterhin nicht vollständig Rechnung trägt.

ℹ️ Dell in Kürze

  • Dell Technologies (WKN: A2N6WP) ist ein US-Hersteller von Computern und sonstiger IT-Hardware.
  • Bekannt ist das Unternehmen vor allem für seine Desktop-Computer und Notebooks. Seit der Übernahme der Firma EMC im Jahr 2016 ist Dell auch als Anbieter von Back-End-Produkten in den Bereichen Server, Netzwerke und Datensicherung aktiv.
  • Der in Round Rock im US-Bundesstaat Texas ansässige Konzern ist Mitglied im S&P 500-Index und rund 278 Milliarden US$ wert.

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Redaktion

Fazit

Trotz der starken Kursrally wirkt Dell gemessen an den Wachstumsaussichten und der operativen Entwicklung weiterhin attraktiv bewertet. Solange die Nachfrage nach KI-Infrastruktur auf hohem Niveau bleibt und sich die Margen weiter verbessern, besitzt die Aktie nach wie vor Potenzial für weitere Kursgewinne.

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