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Commerzbank-Aktie: War's das schon?

Weitere Sargnägel
Der Übernahmekampf um die Commerzbank scheint in eine entscheidende Phase zu gehen. Die Commerzbank-Aktie reagiert auf diese Entwicklung bislang jedoch gelassen. Seit Wochen bewegt sie sich in einem engen Korridor um 37,50 €. Am Dienstag notiert sie aktuell bei 38,40 €. Die entscheidende Frage lautet: Wie geht es im Übernahmepoker weiter?

UniCredit kurz vor der Mehrheit

Die italienische Großbank teilte nach Ablauf der Übernahmefrist mit, dass sie rund 44% der direkten Anteile halte. Zusammen mit Finanzderivaten über weitere drei Prozent beläuft sich ihr wirtschaftlicher Anteil auf 47,5%. Während der Angebotsfrist haben 17,6% der Aktionäre ihre Aktien angedient.

Der Stimmrechtsanteil soll sogar bei 49,65% liegen, da die von der Commerzbank gehaltenen eigenen Aktien nicht stimmberechtigt sind.

Die Commerzbank erklärte zudem, dass der Großteil der angedienten Aktien von Partnern der UniCredit stamme.

Damit steht die italienische Großbank sowohl beim Kapital- als auch beim Stimmrechtsanteil unmittelbar vor der Mehrheit – ein wichtiger Schritt im Übernahmepoker.

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Behörden greifen nicht ein

Die BaFin sieht derzeit keine Grundlage für ein Einschreiten. Zwar hatte sie UniCredit wegen irreführender Aussagen über die Commerzbank ermahnt, rechtlich relevante Verstöße sieht die Aufsichtsbehörde bislang jedoch nicht.

Auch der Betriebsrat scheiterte mit einer Strafanzeige wegen des Verdachts auf Marktmanipulation und Irreführung. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft lehnte die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens mangels ausreichender Anhaltspunkte ab.

Die Europäische Zentralbank als Bankenaufseherin hat ebenfalls keine grundsätzlichen Einwände gegen eine Übernahme.

Damit sind die wesentlichen rechtlichen Hürden vorerst ausgeräumt. Für die Aufstockung der Beteiligung sind allerdings noch verschiedene behördliche Genehmigungen erforderlich.

Staat bestätigt seine Haltung

Deutschland bleibt als zweitgrößter Aktionär mit rund 12% bei seiner bisherigen Haltung. Die Bundesregierung lehnt eine Übernahme weiterhin ab und will ihren Anteil nicht veräußern.

Sie betont, auch künftig im Interesse der Beschäftigten der Commerzbank, des deutschen Mittelstands und des Finanzplatzes Frankfurt zu handeln.

Vorstand offen für Gespräche

Angesichts der aktuellen Situation erklärte Vorstandsvorsitzende Bettina Orlopp, dass der Vorstand weiterhin für konstruktive Gespräche offen sei. Bislang habe UniCredit jedoch kein überzeugendes Zukunftskonzept für die Commerzbank vorgelegt.

Orlopp erklärte die Situation so:

Wir stehen mit dem Ergebnis des Übernahmeangebots jetzt vor einer Situation, die für uns alle neu ist. Aber wir werden gemeinsam Lösungen finden, Schritt für Schritt. Wir werden die neue Situation konstruktiv begleiten. Nur so schaffen wir weiter Wert.

Die Gesprächsbereitschaft ändert jedoch nichts an der grundsätzlichen Haltung der Commerzbank. Das Institut betrachtet die Übernahme weiterhin als feindlich.

Bewertung

Mit dem derzeitigen Anteil ist UniCredit im Übernahmepoker einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Soll die Übernahme letztlich gelingen, müsste die italienische Großbank ihr Vorgehen allerdings ändern müssen.

Hierzu gehören ein klares Bekenntnis zu den Beschäftigten, eine engere Abstimmung mit der Bundesregierung sowie ein attraktiveres Angebot für die Aktionäre. Nur unter diesen Voraussetzungen dürfte sich eine einvernehmliche Übernahme deutlich leichter umsetzen lassen.

Ein entsprechendes Umdenken von UniCredit-Chef Andrea Orcel ist bislang jedoch nicht erkennbar. Eine feindliche Übernahme schafft weder beim Management noch bei den Mitarbeitern Vertrauen.

Trotz der deutlichen Aufstockung der Beteiligung bleibt der Ausgang des Übernahmepokers daher weiterhin offen.

ℹ️ Commerzbank in Kürze

  • Die Commerzbank (WKN: CBK100) ist eine Universalbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Gemessen an der Bilanzsumme ist sie das viertgrößte Geldhaus Deutschlands.
  • Das Bankinstitut betreut rund elf Millionen Privat- und Firmenkunden in Deutschland und Europa und besitzt mit rund 400 Filialen eines der dichtesten Filialnetze aller deutschen Privatbanken.
  • Die Aktie ist im DAX gelistet, an der Börse ist die Commerzbank derzeit aktuell mit 43,3 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Anleger sollten die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen. Entscheidend wird vor allem sein, wie sich UniCredit in den kommenden Wochen positioniert.

Aus meiner Sicht bietet das aktuelle Kursniveau für Neueinsteiger nur begrenztes Potenzial. Wer bereits investiert ist, kann die weitere Entwicklung abwarten. Positiv bleibt die Dividendenrendite von derzeit rund 2,8%. Kurzfristig sind weitere Kursanstiege zwar nicht ausgeschlossen. Für einen Neueinstieg erscheint das aktuelle Kursniveau jedoch wenig attraktiv.

Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.