Coinbase-Aktie: Das ist mehr als schlecht
Die Coinbase-Aktie verliert am Freitagmorgen -3% und ist damit einer der schwächsten Werte im US-Leitindex S&P 500. Hat die Kryptoplattform mit ihren Quartalsergebnissen für eine Enttäuschung gesorgt und ist Coinbase nach den Zahlen einen Kauf wert?
Massiv enttäuschende Quartalszahlen
Dass die Coinbase-Aktie im europäischen Handel einen nur so geringen Kursverlust erlebt, ist eigentlich erstaunlich, denn die Quartalsergebnisse des Kryptounternehmens fielen katastrophal schlecht aus. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn verfehlte Coinbase den Analystenkonsens deutlich.
Der Umsatz ging im ersten Quartal 2026 um 31% gegenüber dem Vorjahr auf 1,41 Milliarden US$ zurück. Analysten hatten im Vorfeld Erlöse in Höhe von 1,56 Milliarden US$ auf dem Zettel.
Noch schlimmer war der Miss beim Ergebnis. Während der Markt mit einem Gewinn je Aktie von 0,29 US$ rechnete, lieferte Coinbase einen massiven Verlust von -1,49 US$. Unter dem Strich verbuchte die Kryptoplattform einen Nettoverlust von 394 Millionen US$. Das ist das zweite Quartal in Folge mit einem Verlust.
Der Grund für das dicke Minus liegt übrigens in der eigenen Bilanz. Der deutliche Kursrückgang von Bitcoin & Co. in den ersten Monaten des Jahres zwang Coinbase zu Wertberichtigungen in Höhe von 482 Millionen US$.
Immer noch vom Bitcoin-Trading abhängig
Das Hauptproblem von Coinbase ist nach wie vor die sehr hohe Abhängigkeit von den Transaktionsgebühren von Privatanlegern. Sie brachen im ersten Quartal um 40% auf 756 Millionen US$ ein. Coinbase konnte diesen Rückgang nicht über andere Segmente wettmachen.
Zwar entwickeln sich die Bereich Prognosemärkte (Prediction Markets) und Stablecoins gut. Aber es reicht eben noch nicht aus, um die schwache Performance des Kryptohandelsbereichs auszugleichen.
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Im Seitwärtstrend gefangen
Die Coinbase-Aktie steckte zuletzt in einem Seitwärtstrend fest. Die Marke von 140 US$ erwies sich als Support, aber der Widerstand bei 210 US$ war nicht zu überwinden. Ich gehe davon aus, dass die Aktie angesichts der sehr schwachen Zahlen weiter in diesem Seitwärtstrend auf und ab pendeln wird.
Viel zu teuer für so wenig Wachstum
Coinbase befindet sich aktuell in einer tiefen Transformationsphase. Die Kryptohandelsplattform versucht, sich weg vom reinen "Trading-Kiosk" hin zu einem breiteren Finanz-Ökosystem (Staking, Derivate, Stablecoins) zu entwickeln. Das scheint aber nicht so einfach zu sein, wie erwartet.
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Das Unternehmen ist immer noch viel zu stark von den Transaktionsgebühren aus dem Krypto-Handel angewiesen. Und diese brechen in Zeiten fallender Kurse massiv ein. Private Krypto-Trader sind Schönwetterhändler. Bei steigenden Kursen sind sie aktiv, bei fallenden Kursen bekommt man sie nicht zu sehen. Das bekam Coinbase zuletzt bitter zu spüren.
Ob das Kryptounternehmen in der Lage ist, seine neuen Märkte schnell genug aufzubauen, um das schwache Trading-Geschäft zu kompensieren, wage ich zu bezweifeln. Der Wettbewerb im Online-Broking ist vor allem auf Wachstumsfeldern wie den Prediction Markets massiv. Ich sehe nicht, wie Coinbase in diesem Bereich auf einen signifikanten Marktanteil kommen will.
Die Bekanntgabe, dass das Unternehmen ca. 700 Stellen streichen wird (rund 14% der Gesamtbelegschaft) ist für mich ein Offenbarungseid. Die Zeiten des Wachstums sind vorbei. Coinbase muss seine Kostenstruktur daran anpassen. Wie der Markt dazu kommt, die Coinbase-Aktie immer noch mit einem Forward-KGV von knapp 60 zu bewerten, ist mir ehrlich gesagt ein vollkommenes Rätsel.
ℹ️ Coinbase in Kürze
- Coinbase (WKN: A2QP7J) mit Sitz in San Francisco ist die weltweit größte börsennotierte Handelsplattform für Kryptowährungen.
- Über Coinbase können Anleger rund 250 Kryptowährungen, 3 Fiat-Währungen und knapp 600 Kryptowährungspaare handeln.
- Das 2012 gegründete Unternehmen notiert seit 2021 an der US-Technologiebörse Nasdaq und ist ca. 50,8 Milliarden US$ wert.
Fazit
Die Coinbase-Aktie ist derzeit kein Investment wert. Sie ist für ein Unternehmen, dessen Wachstumsgeschichte fürs Erste vorbei ist und das kein Geld mehr verdient, vollkommen überteuert. Die Börse preist viel zu viel Hoffnung ist die Aktie ein — eine Hoffnung, die meiner Meinung nach bitter enttäuscht wird.