Circle-Aktie: Massiver Angriff auf das Geschäftsmodell
Ein extrem gefährlicher Wettbewerber
Es war eine Nachricht, die einen Schock bei Circle-Aktionären auslöste. Und das völlig zu Recht, denn sie hat das Zeug dazu, das Geschäftsmodell des Stablecoin-Herausgebers zu unterminieren.
Einem Bericht der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg zufolge plant eine gigantische Allianz den Einstieg in das Stablecoin-Business. Die Teilnehmer dieser Allianz sind das Who-is-Who der globalen Finanz- und Technologiesezene.
Mit dabei sind unter anderem Alphabet, American Express, BlackRock, BNY Mellon, Coinbase, Klarna, Stripe und Visa. Sie haben sich unter dem Namen „Open Standard“ zusammengeschlossen, um eine eigene, US-Dollar-gedeckte Stablecoin namens Open USD herauszubringen.
Alleine schon die gebündelte Macht der Open Standard-Allianz ist furchteinflößend. Noch erschreckender ist jedoch das Geschäftsmodell, das hinter dem Open USD stecken soll.
Open Standard plant ein Modell, bei dem die Zinserträge der hinterlegten Reserven direkt mit den Vertriebspartnern geteilt werden. Für den operativen Betrieb der Stablecoin-Infrastruktur soll lediglich eine niedrige Verwaltungsgebühr einbehalten werden. Diese Anreizstruktur gibt den Allianzpartnern ein sehr hohes Interesse an der aktiven Vermarktung von Open USD.
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Und eine weitere Hiobsbotschaft
Als wäre diese Hiobsbotschaft nicht schon genug, wurde die Circle-Aktie im Rahmen der jährlichen Neuzusammensetzung der Russell-Indizes aus gleich fünf wichtigen Growth Indizes geworfen.
Das zwang ETFs und andere indexfolgende Fonds dazu, die Aktie im großen Stil aus ihren Portfolios zu werfen. Für institutionelle Anleger ist die Circle-Aktie damit kaum mehr von Interesse.
Charttechnische Analyse
Eine ausführliche charttechnische Analyse findet ihr bei meinem Kollegen Philipp Nyhoegen.
Dieses Risiko sollte man nicht eingehen
Ich mache mir größte Sorgen um die Zukunft des Geschäftsmodells von Circle-Internet. Die Open Standard-Allianz ist so mächtig und vertriebsstark, dass man von einem vollen Erfolg ihres neuen Stablecoins ausgehen muss.
Besonders besorgniserregend ist auch die Tatsache, dass Circles wichtigster strategischer Partner, die Kryptobörse Coinbase, bei dieser neuen Allianz mit an Bord ist. Beide Unternehmen verbindet derzeit eine enge Partnerschaft mit einer hohen gegenseitigen Abhängigkeit.
Circles USDC ist eine Umsatz- und Gewinnmaschine für Coinbase. Nahezu ein Fünftel des gesamten Coinbase-Umsatzes basierte zuletzt auf diesen Zinserträgen aus dem USDC-Topf.
Umgekehrt ist Coinbase für Circles ein überlebenswichtiger Vertriebskanal. Circle ist darauf angewiesen, dass Coinbase USDC auf ihrer Börse aggressiv als primäre Stablecoin pusht.
Sollte Coinbase die Partnerschaft mit Circle beenden und sich in Zukunft auf den Open USD fokussieren, könnte das gravierende Auswirkungen auf den USDC haben. Er würde vermutlich massiv an Marktanteil im Stablecoin-Segment verlieren.
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ℹ️ Circle in Kürze
- Circle (WKN: CRCL01) ist ein US-Finanzdienstleister mit Sitz in New York City.
- Das Unternehmen ist unter anderem Herausgeber des Stablecoins USD Coin (USDC), dem nach Tether zweitwichtigsten Stablecoin.
- Circle notiert an der US-Technologiebörse Nasdaq und ist aktuell rund 15,7 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Ich rate Anlegern vor diesem Hintergrund, nicht in die Circle-Aktie zu investieren. Noch sind kaum Details zur Open Standard-Allianz bekannt. Aber das was bereits bekannt ist, stellt meiner Einschätzung nach eine extreme Gefahr für das Geschäftsmodell von Circle dar. Es könnte mittelfristig sogar das Aus für den Stablecoin-Herausgeber bedeuten. Dieses Risiko sollten Anleger meiner Meinung nach nicht eingehen.