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Broadcom-Aktie -11%: Ist die Rallye jetzt endgültig vorbei?

Frische Zahlen
Erst am Dienstag ist die Broadcom-Aktie auf ein neues Allzeithoch geklettert, doch am Donnerstagmorgen bricht der Kurs des Halbleiterkonzerns zweistellig ein. Was steckt hinter dem massiven Kursrückgang und ist die Rallye von Broadcom damit endgültig zu Ende?

Exzellente Zahlen

An den vorgelegten Quartalszahlen kann der Kurseinbruch der Broadcom-Aktie kaum liegen — sie fielen exzellent aus und lagen weitgehend über den Erwartungen des Marktes. Hier die Details:

Der Umsatz stieg im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 um 48% gegenüber dem Vorjahr auf 22,2 Milliarden US$. Dieser Wert lag im Rahmen der Erwartungen. Der reine KI-Umsatz explodierte um 143% auf 10,8 Milliarden US$ und machte damit fast die Hälfte des gesamten Konzernumsatzes aus.

Der Gewinn je Aktie stieg auf Jahressicht von 1,58 auf 2,44 US$. Damit wurden die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit ca. 2,40 US$ gerechnet hatten, übertroffen.

Der freie Cashflow summierte sich im aufgelaufenen Vierteljahr auf 10,3 Milliarden US$, was einer FCF-Marge von 46%. Die Kriegskasse von Broadcom schwillt damit auf knapp 19,6 Milliarden US$ an.

Unersättliche Nachfrage

Broadcom-CEO Hock Tan betonte im Earnings Call, dass die Nachfrage „schlichtweg unersättlich“ sei. Die Auftragsbücher für KI-Chips liegen aktuell bei über 30 Milliarden US$.

Für das laufende dritte Quartal prognostiziert der Tech-Konzern ein weiteres KI-Umsatzwachstum von über 200% auf rund 16 Milliarden US$. Die Gesamterlöse sollen auf 29,4 Milliarden US$ steigen, was über der bisherigen Markterwartung von 28,5 Milliarden US$ liegt.

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Drei Gründe für den Kurseinbruch

Dass die Broadcom-Aktie trotz der hervorragenden Zahlen und Prognosen so stark einbrach, liegt wahrscheinlich an drei Faktoren.

Zum Ersten erlitt Broadcom einen leichten Dämpfer im Software-Business. Die Sparte Infrastructure Software (zu der auch die teure Übernahme von VMware gehört) erzielte einen Umsatz von 7,2 Milliarden US$ aus. Die inoffiziellen Schätzungen der Wall Street lagen hier aber bei 7,3 Milliarden Dollar.

Zum Zweiten konnte Broadcom die Messlatte beim KI-Ausblick nicht überspringen. Der in Aussicht gestellte KI-Umsatz in Höhe von 16 Milliarden US$ konnte die optimistischen Analystenschätzungen von über 17 Milliarden US$ nicht toppen.

Und zum Dritten handelt es sich hier wahrscheinlich auch um einen klassischen Fall von „Sell the news“. Viele Anleger nutzten die Vorlage der Quartalszahlen bei Technologieunternehmen, um nach starken Kurssteigerungen Kasse zu machen und ihre erzielten Gewinne mitzunehmen.

Kein Beinbruch

Charttechnisch ist der starke Kurseinbruch des heutigen Tages kein Beinbruch für die Broadcom-Aktie. Sie fällt damit lediglich auf das Kursniveau von Ende Mai zurück.

Bei ca. 410 US$ erwartet die Aktie ein sehr starker Support. Ich erwarte, dass er hält und der Kurs sich spätestens auf diesem Niveau wieder stabilisiert.

Keine Rede von einer Überhitzung

In den Medien ist in Bezug auf die Broadcom-Aktie oftmals von einer Überhitzung die Rede. Die Zahlen und die daraus abgeleitete Bewertung liefern meiner Einschätzung nach aber überhaupt keine Hinweise auf eine Überhitzung.

Die Broadcom-Aktie wird aktuell mit einem Forward-KGV von 44 bewertet. Wir sprechen hier von einem Technologiekonzern, der im laufenden und im kommenden Jahr mit rund 60% wachsen wird und im vergangenen Geschäftsjahr eine operative Marge von 40% aufwies.

Von einer Überbewertung kann man meiner Überzeugung nach in diesem Fall überhaupt nicht sprechen. Die Broadcom-Aktie hat noch weiteres Upside.

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ℹ️ Broadcom in Kürze

  • Broadcom (WKN: A2JG9Z) mit Sitz im kalifornischen San José ist ein Halbleiterkonzern, der Produkte in den Bereichen Analog- und Digitaltechnik, Mixed-Signal und Optoelektronik herstellt.
  • Das Unternehmen produziert hochintegrierte Schaltkreise, die die Breitbandkommunikation sowie die Übertragung von Audio, Video und Daten ermöglichen.
  • Broadcom bietet komplette System-on-a-Chip-Lösungen und damit verwandte Hardware- und Softwareanwendungen für jede Form von Breitbandkommunikation.
  • Zur Produktpalette gehören Lösungen für Digitalkabel-, Satelliten- oder Internet-Protokolle, Set-Top-Boxen, HDTV-Geräte, Smartphones, GPS sowie Kabel-/DSL-Modems und Chips für die Mobilfunkkommunikation.
  • Broadcom notiert sowohl im US-Leitindex S&P 500 als auch im Technologieindex Nasdaq 100. Mit einem Börsenwert von rund 2,27 Billionen US$ gehört Broadcom zu den zehn wertvollsten Unternehmen der Welt.

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Fazit

Anleger sollten deshalb den Kursrückgang für einen Einstieg in die Broadcom-Aktie nutzen. Ich gehe zwar davon aus, dass sich der Aufwärtstrend der Aktie gegenüber den letzten drei Jahren etwas abflachen wird. Nichtsdestotrotz wird ein Investment in Broadcom auch in den nächsten Monaten und Jahren eine überdurchschnittliche Rendite abwerfen.