BMW-Aktie: Weitere Kursverluste oder doch ein Rebound?
Kurszielsenkungen, aber doch Optimismus
Banken in aller Welten reagierten mit zum Teil drastischen Kurszielsenkungen auf die schockierende Gewinn- und Cashflowprognose der Bayern zur Wochenmitte (sharedeals berichtete). Die Schweizer Großbank UBS senkte ihr Kursziel für die BMW-Aktie von bislang 88 auf nunmehr 70 €, sieht damit aber immer noch ein Upside von rund +15%. Die Schweizer Banker reduzierten in ihren Bewertungsmodellen die Gewinnprognose für BMW und sehen derzeit auch keine Geschäftsverbesserung auf dem chinesischen Markt.
Ähnlich pessimistisch zeigen sich die Experten der Privatbank Berenberg. Sie raten nach wie vor zum Halten der BMW-Aktie, reduzierten den fairen Wert aber von 86 auf 69 €. Auch die Berenberg-Banker passten die Gewinnprognosen in ihren Modellen nach unten an.
Als Dritter im Bunde kappte auch die Investmentbank Jefferies ihr Kursziel für die BMW-Aktie von 92 auf 70 €. Die Jefferies-Analysten erwarten, dass BMW im zweiten Halbjahr tiefgreifende Restrukturierungen und Kapazitätsstreichungen von bis zu 15% ankündigen muss, was zunächst Geld kosten wird.
Etwas optimistischer eingestellt ist die Investmentbank Goldman Sachs. Ihre Analysten sehen im jüngsten Kurssturz der BMW-Aktie eine Überreaktion des Marktes.
Zwar strichen auch die Goldman Sachs-Experten das Kursziel deutlich von 107 auf 84 € zusammen, beließen die Einstufung jedoch auf „Kaufen“. Goldman betonte, dass die Cashflow-Generierung intakt bleibt und die Nettoliquidität von BMW die Aktie nach unten absichert.
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Ausführliche Chartanalyse
Eine ausführliche Chartanalyse der BMW-Aktie gibt es von meinem Kollegen Louis Blümlein.
Negative Dynamik bei Absatz, Umsatz und Gewinn
Ich bin hinsichtlich der Zukunft der BMW-Aktie deutlich pessimistischer eingestellt als die Analysten-Community der Banken. Der bayerische Autobauer ist nicht nur ein stark schrumpfender, sondern inzwischen auch ein unprofitabler Konzern.
In den beiden letzten Geschäftsjahren hat BMW rund 15% seines Gesamtumsatzes eingebüßt. Besserung auf der Umsatzseite ist meiner Meinung nach nicht in Sicht. Auch 2026 rechnet das Management nicht mehr mit einem Absatzwachstum.
Noch viel schlimmer als die negative Absatz- und Umsatzdynamik ist der Verlust der Profitabilität. Der operative Gewinn von BMW hat sich bereits von 2023 auf 2025 in etwa halbiert und nun rechnet der Autobauer mit einem weiteren Absacken der EBIT-Marge auf 1 bis 3%.
Im Klartext: BMW verdient aktuell operativ kein Geld mehr. Die Kosten für den Bau und den Verkauf der Autos fressen den gesamten Umsatz auf.
Das ist bei einem durchschnittlichen Verkaufspreis von über 60.000 € ein absolutes Armutszeugnis. Wie viel Geld will BMW denn noch für seine Autos verlangen, um Gewinne zu machen?
Bislang galt eher VW als Sorgenkind unter den deutschen Autobauern in Sachen Kostenstruktur. Aber auch BMW muss die Axt ansetzen und tiefe Einschnitte machen.
Ich sehe bis auf Weiteres kein Upside für die BMW-Aktie. Der Turnaround wird Zeit brauchen und Geld kosten, bevor sich Erfolge einstellen. Die Bayern müssen ihre Kosten wieder in den Griff kriegen, denn bei den Preisen haben sie keinen Spielraum mehr nach oben. Ihre Fahrzeuge sind bereits jetzt auf dem chinesischen Markt preislich nicht mehr wettbewerbsfähig. Diese Entwicklung droht nun auch in Europa.
Abschließend: Aktien, denen wir mehr zutrauen als BMW, findest Du in unseren Top-Picks 2026.
ℹ️ BMW in Kürze
- Die BMW AG (WKN: 519000) baut Automobile und Motorräder im Premiumbereich. Neben der Stammmarke BMW gehören auch die Marken Mini und Rolls-Royce zum Autokonzern aus München.
- Mit rund 2,6 Millionen abgesetzten Fahrzeugen (2025) zählt BMW zu den 15 größten Autoherstellern der Welt.
- BMW ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. Mit einem Börsenwert von 38 Milliarden € ist der Autobauer eines der wertvollsten Unternehmen Deutschlands.
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Fazit
Meiner Meinung nach ist bei der BMW-Aktie derzeit keine Trendwende in Sicht. Chinesische Hersteller drängen die deutschen Premiummarken immer stärker aus ihrem Heimatmarkt und dringen mit Macht auf den europäischen Markt vor. Für BMW wird es nicht einfach, den Chinesen technologisch und vor allem preislich etwas entgegenzusetzen. Ein Autohersteller, der bei solchen Verkaufspreisen so wenig Geld verdient, macht etwas falsch — gravierend falsch.